Tinte ist bitter - Kultur-Punkt.ch

Karl-Markus Gauß: Tinte ist bitter . Acht Literarische Porträts aus Barbaropa

Belletristik
Tinte ist bitter
-c-wieser14-10Tinte ist bitter

Online-Publikation: Oktober 2014 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Karl-Markus Gauß: Tinte ist bitter . Acht Literarische Porträts aus Barbaropa  >>
wtb 014: Broschur, 126 Seiten, ISBN: 978-3-99029-117-7;  EUR 9,95
Wieser Verlag, A-9020 Klagenfurt/Celovec; http://www.wieser-verlag.com

Inhalt
Vor 25 Jahren erschien im Wieser Verlag ein Buch, das rasch für Furore sorgte und die literarische Debatte im gesamten deutschen Sprachraum beeinflusste: „Tinte ist bitter. Literarische Porträts aus Barbaropa“. In diesem Band und in der nachfolgenden Essaysammlung „Die Vernichtung Mitteleuropas“ hat Karl-Markus Gauß kenntnisreich und leidenschaftlich einen Kontinent vermessen, dessen Literatur im Westen bis dahin kaum beachtet worden war. Seine Porträts von ermordeten, exilierten, totgeschwiegenen Autoren aus Mähren und Galizien, Ungarn, Slowenien und Kroatien, aus Triest und Bukarest führten aus der Mitte an die Ränder Europas und aus der Vergangenheit mitten in die Gegenwart der politischen Umbrüche. In der vorliegenden Auswahl sind sie wiederzuentdecken: die große, zum Schweigen gebrachte Literatur „Barbaropas“, die Hoffnung auf einen neuen europäischen Selbstentwurf, die Sprachlust eines Autors, der schon in seinen ersten Büchern als unverwechselbarer Stilist angetreten war.

Die Protagonisten
Miroslav Krleža, Miklós Radnóti, Danilo Kiš, Oskar Jellinek, Ernst Sommer, Hermann Ungar, Fulvio Tomizza, Ciril Kosmač: Acht Essays, geschrieben vor gut einem Vierteljahrhundert. In ihrer Aktualität ungebrochen, zeugen sie heute zudem schmerzlich von den kulturellen und politischen Versäumnissen seither. In der vorliegenden Auswahl sind sie wieder zu entdecken: die große, zum Schweigen gebrachte Literatur „Barbaropas“ und die Hoffnung auf einen neuen europäischen Selbstentwurf.

Der Herausgeber
Karl-Markus Gauß: 1954 geboren, veröffentlichte seine ersten Bücher vor 25 Jahren im Wieser Verlag. Seither sind über zwanzig Bände mit Essays, Reportagen, Journalen und anderer Prosa von ihm erschienen, die in viele Sprachen übersetzt und mit etlichen Preisen wie dem Prix Charles Veillon, dem Vilenica-Preis für mitteleuropäische Literatur oder dem Österreichischen Kunstpreis ausgezeichnet wurden. Karl-Markus Gauß im Wieser Verlag: Tinte ist bitter (1988); Vernichtung Mitteleuropas (1991); Ritter, Tod und Teufel (1994). Als Herausgeber: Das Buch der Ränder – Prosa (1992); Das Buch der Räder – Lyrik (gemeinsam mit Ludwig Hartinger, 1995)

Fazit
Es geht in den acht Literarischen Porträts aus Barbaropa von Karl-Markus Gauß "Tinte ist bitter" um das Zusammenleben 'convivenza' 'auf dem Grunde des pannonischen Meeres', sowie 'Bauer, Partisan und Tod' und die im 'Schatten Wandelnden' erleben wie 'Mauern entstehen (Palästina : Israel)' .., 'Städte und Länder verschwinden' (im Ungefähren wie Krim und Ostukraine oder einer pervertierten, islamistischen Staatutopie ..) so dass 'die Hoffnung auf Wiederkehr für immer' erlischt oder im 'Jammer und Unglück, Scherz und Lustigkeit' verpackt wird. Ist das unser Zusammenleben ? Wir haben keine andere Erde (noch nicht) und können uns glücklich heissen, wenn wir diese literatische Köstlichkeit geniessen können wie die bittere Tinte der acht Erzähler, wunderbar erwählt. m+w.p14-10