E. Hackl: Drei tränenlose Geschichten - Kultur-Punkt.ch

Erich Hackl: Drei tränenlose Geschichten. Erzählungen

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E. Hackl: Drei tränenlose Geschichten
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 Online-Publikation: Juni 2016 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
 Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
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 Hardcover Leinen mit Schutzumschlag, 160 Seiten; ISBN 978-3-257-06884-9; € (D) 18.90 / (A) 19.50 sFr 26.90
 Diogenes Verlag AG, Zürich;  http://www.diogenes.ch;

 Überblick
 Die Geschichte des Häftlings und »Lagerphotographen« von Auschwitz, Wilhelm Brasse. Eines seiner Fotos ging um die Welt. – Aufstieg, Enteignung, Flucht und Widerstand der jüdischen Familie Klagsbrunn. – Und die Spurensuche nach der Österreicherin Gisela Tschofenig, die ihre Trauung in Dachau feiern musste.

 Mehr zum Inhalt
 Die eine Geschichte schildert eine Begegnung mit dem Fotografen Wilhelm Brasse, der lieber Pole als »reichsdeutscher Arier« sein wollte und dafür ins KZ kam. Als »Lagerphotograph « hielt er das Grauen von Auschwitz in Abertausenden von Fotos fest. Eines davon ging um die Welt. (Der Fotograf von Auschwitz) Die Aufnahme der jüdischen Großfamilie Klagsbrunn aus dem Jahr 1904 und was von ihr auf unsere Gegenwart gekommen ist: zwei Verfolgungsgeschichten – eine, die von der Wiener Vorstadt Floridsdorf bis nach Rio de Janeiro reicht, und die andere, die von dort über viele Stationen nach Berlin und wieder zurück nach Brasilien führt. (Familie Klagsbrunn) Was lässt sich von einem unscheinbaren Straßenschild ablesen, das den Namen der österreichischen Widerstandskämpferin Gisela Tschofenig trägt? Wer bewahrt, was sie an Hoffnung und Glücksversprechen verkörpert hat, und macht schmerzhafte Erinnerungsbilder erträglich? (Tschofenigweg. Legende dazu)

 Fazit
 Aufstieg, Enteignung, Flucht, Widerstand, Verhaftung und Tötung bilden die Erinnerungsmale in glasklaren Fliesstext von dem genial schreibenden Erich Hackl, die zugleich tief berührend Lesende ergreifen können, wenn diese es zulassen / können. Dazu ein charakterisierendes Sprachbildbeispiel : ' In der ersten (1) liegt er neben ihr (2) im Bett'. So lapidar gekonnt ist selten einfühlsam* geschrieben worden. m+w.p14/16-6

 (1) Erinnerung als Kind
 (2) die Mutter, die dann verhaftet und getötet wurde...

 *) Das assoziiert eine ganz andere ebenso ergreifende Weise aus der Vorzeit dieses Grauens inmitten unserer Sprach/Welt:
 Kirbisch oder der Gendarm, die Schande und das Glück
 Anton Wildgans (* 17. April 1881 in Wien; † 3. Mai 1932 in Mödling, Niederösterreich) war ein österreichischer Lyriker und Dramatiker.
 http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Wildgans