M. Korff : Tschaikowsky - Kultur-Punkt.ch

Malte Korff : Tschaikowsky - Leben und Werk

Wir würdigen
M. Korff : Tschaikowsky
--c-dtv14-11Korff-Tschaikowsky

Online-Publikation: November 2014 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
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 264 Seiten; gebunden mit Schutzumschlag . Mit s/w-Abbildungen. ISBN 978-3-423-28045-7; Euro 19,90 [D] 20,50 [A]   sFr  27,90  [CH]
Deutscher Taschenbuch Verlag, München; http://www.dtv.de

Inhalt
Die Tschaikowsky-Biografie
Dass Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) sehr musikalisch war, das stellte sich schon in früher Jugend heraus, aber vorgesehen war es für ihn nicht, daraus einen Beruf zu machen. Der Beruf des Musikers galt nicht als seriös. Tschaikowsky sollte die Juristenschule besuchen und in den Staatsdienst gehen. Dieser Vorgabe folgte er auch. Er wurde Beamter, verdiente gut und konnte die Freuden des Lebens auskosten. Aber glücklich machte es ihn nicht. So begann er nebenbei am neu gegründeten Konservatorium in St. Petersburg Kompositions- und Musikunterricht zu nehmen. 1863 gab er schließlich die sichere Anstellung auf, um sich ganz der Musik zu widmen. »Nun hat er die Jurisprudenz mit dem Dudelsack vertauscht«, kommentierte entrüstet sein Onkel diese Entscheidung.
Schon zu Lebzeiten Erfolg
Auch der berühmte Anton Rubinstein, Tschaikowskys damaliger Lehrer, konnte es sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass aus dem jungen Mann einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit werden würde. Doch Tschaikowsky galt schon vor seinem Tod als der bedeutendste russische Komponist, und das ist bis heute so. Von den Klassikfreunden werden seine Werke geliebt. Das Leben des Komponisten war von einigen Krisen geprägt. Er war homosexuell, führte eine unglückliche Ehe. Über den Umständen seines Todes liegt nach wie vor ein Geheimnis.
Ein neuer Zugang zu Tschaikowskys Musik
Malte Korff gelingt es in dieser Biografie erneut, Leben und Werk eines großen Künstlers überzeugend zu verbinden. Darüber hinaus erschließt er aufgrund seiner fabelhaften Kenntnisse auch noch wie beiläufig einen ganz neuen Zugang zur Musik Tschaikowskys.

Der Protagonist
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (russisch Пётр Ильи́ч Чайко́вский  anhören?/i, wiss. Transliteration Pëtr Il’ič Čajkovskij, deutsch Peter Tschaikowski; * 25. Apriljul./ 7. Mai 1840greg. in Kamsko-Wotkinski Sawod, Russland; † 25. Oktoberjul./ 6. November 1893greg. in Sankt Petersburg, Russland) war ein russischer Komponist. Bereits zu seinen Lebzeiten wurden viele seiner Werke international bekannt. Heute zählen sie zu den bedeutendsten der Romantik. Auch in Russland gilt er heute als bedeutendster Komponist des 19. Jahrhunderts, obwohl er nicht der Gruppe der Fünf angehörte, sondern die von westlichen Einflüssen geprägte Schule Anton Rubinsteins fortsetzte. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen seine drei letzten Sinfonien, das Violinkonzert, sein erstes Klavierkonzert, die Ouvertüre 1812 und seine Oper Eugen Onegin. Mit Schwanensee und Der Nussknacker verfasste er zudem die beiden berühmtesten Ballette der Musikgeschichte.http://de.wikipedia.org/wiki/Pjotr_Iljitsch_Tschaikowski

Autor
Malte Korff, geboren 1950 in Leipzig, Musikwissenschaftler, arbeitete als Konzertdramaturg und beim Deutschen Verlag für Musik Leipzig, ist Herausgeber verschiedener Konzertführer, verfasste Komponistenbiografien, ein ›Kleines Lexikon der Musik‹, ›Komponistennovellen‹ sowie Beiträge für Rundfunksendungen. Veröffentlichungen u. a.:‹Johann Sebastian Bach‹ (2000), ›Franz Schubert‹ (2003), ›Wolfgang Amadeus Mozart‹ (2005), ›Johannes Brahms‹ (2008) und ›Ludwig van Beethoven‹ (2010).

Fazit
'Er war ein Emigrant, Exilierter, nicht aus politischen Gründen, sondern weil er sich nirgends zu Hause fühlte und war..' .  Die Rede/Schreibe stammt treffend aus dem Epilog  der Biografie  von Malte Korff "Tschaikowsky - Leben und Werk ". 'Vaterlandslose' heissen sie im russischen Jargon. Hinzu kommt noch sein ambivalenter 'Eros'. Suche, Weg, schicksalhafte Begegnungen als freier Künstler im 2. Drittel des 19 Jhdts.,  und als Abschluss seine 'Symphonie Pathètique' seiner fünf Symphonien geben ihm dem stets aktuellen Stimmungsanteil eines getriebenen hoch-sensitiven Genies, das, zwar manchmal unverstanden ungeliebt, überzeitlich wirksam bleibt. m+w.p14-11