E.G. Baur: Emanuel Schikaneder - Kultur-Punkt.ch

Eva Gesine Baur : Emanuel Schikaneder . Mozarts letzter Dichter

Wir würdigen
E.G. Baur: Emanuel Schikaneder
--c-dtv14-11Baur-Schikaneder

Online-Publikation: November 2014 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Eva Gesine Baur : Emanuel Schikaneder . Mozarts letzter Dichter  >>
dtv 14840 : 464 Seiten . Mit s/w-Abbildungen; ISBN 978-3-423-34840-9 Euro 14,90 [D] 15,40 [A] sFr 21,90 [CH]
Deutscher Taschenbuch Verlag, München; http://www.dtv.de
 
Inhalt
Er ist heute als Verfasser des Librettos zu Mozarts ›Zauberflöte‹ bekannt. Seinen Zeitgenossen war Emanuel Schikaneder (1751-1811) ein Begriff als revolutionärer Theatermacher, waghalsiger Unternehmer und unerschrockener Kampfgeist, der sich mit Goethes berühmtem Schwager Vulpius ebenso anlegte wie mit Kritikern und Obrigkeit. Eva Gesine Baur zeichnet seinen Weg vom Dienersohn zum Multitalent nach und zugleich ein farbiges Bild des Gesellschaftslebens im Wien der Mozartzeit.

Der Protagonist
Emanuel Schikaneder (eigentlich Johann Joseph Schickeneder; * 1. September 1751 in Straubing; † 21. September 1812 in Wien) war Schauspieler, Sänger, Regisseur, Dichter und Theaterdirektor.
http://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_Schikaneder

Autorin
Eva Gesine Baur hat Germanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaften und Psychologie studiert. Sie lebt als Kulturhistorikerin und freie Autorin in München. Sie schreibt Bücher zu kulturhistorischen und psychologischen Themen und ist unter dem Namen Lea Singer auch als Romanautorin bekannt geworden

Fazit
Mit Eleganz und Bravour in Sprache und Ausdruck vermag Eva Gesine Baur in ihrer kostbaren Biografie : von "Emanuel Schikaneder",Mozarts letzter Dichter , wie titelt, die Leser und Interessierten dieser Wiener Epoche ein wunderbares Portrait zu kreiren. Sie beginnt mit Schikaneders 'Begräbnis dritter Klasse' mit ihrem melancholischen 'Zu spät' mit Schikaneders Auftritten als 'Kauz' in Brünn, Wien, Budapest und Steyr (heute in Oberösterreich*). Baur gelingt es Schikaneder dieses epochale Theatergenie mit  '..manchmal wirkte das erheiternd, manchmal verstörend ..' in Nebensätzen lapidar und trefflich zu charakterisieren, und zum Schluss berichtet sie situativ früh-biedermeierisch zu seiner Figuration als Papageno : ' Sein Körper ist dick, sein Gang watschelnd, sein Auge stumpf, es ist sein/e Abschied/svorstellung' . Vieles hat Schikaneder geschaffen, er kennt sein Publikum, oft dessen 'Hass und Verfolgung' in allen seinen Facetten, erlebt kurz vor zwischen Oberösterreich, Wien und Karlsbad 'wirklich nichts als Schikane'der *' Trotz allem bleibt seine Partnerschaft mit Mozart ein Vermächtnis für das Wiener Volkstheater-Wesen und die deutschsprachige Bühne bis heute virulent. m+w.p14-11

*)   http://de.wikipedia.org/wiki/Steyr
**) Schikane'der : 'der' , v.d. Rez. hinzugefügt, um die Reflexions- und Wirk-Kraft dieses Genies auch von      dieser Ambivalenz zu betrachten...