Stammzellen-Therapie I-III - Kultur-Punkt.ch

Stammzellen-Therapie I

Therapie mit Stammzellen: In Köln nimmt das erste private Klinik-Zentrum für regenerative Medizin seine
Arbeit auf
20.01.2007, XCell-Center; www.xcell-center.declaudia.mauelshagen@kilian.de

Köln (ots) - Stammzellen zählen schon seit geraumer Zeit zu den
großen Hoffnungsträgern in der medizinischen Forschung, haben sie
doch die phänomenale Fähigkeit, aus sich selbst heraus alle möglichen
anderen Zell- und Gewebetypen des menschlichen Körpers zu erzeugen.
Dieses enorme Regenerations- und Reparaturvermögen macht sie zu einem
idealen Instrument für die Therapie bisher nur unzureichend
behandelbarer Krankheiten. Doch nur selten, so hat es bis jetzt den
Anschein, erreichen die durchaus erfolgversprechenden Ergebnisse aus
der Wissenschaft auch tatsächlich diejenigen Menschen, die Hilfe
brauchen und suchen: Patienten, die unter schweren degenerativen
Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson, Multipler Sklerose,
Schlaganfall oder Diabetes leiden und bei denen alle herkömmlichen
Therapien bereits ausgeschöpft wurden.

Im Kölner XCell-Center, das Teil des neu errichteten Instituts für
regenerative Medizin ist und sich als autonome Praxisklinik unter dem
Dach des Eduardus-Krankenhauses befindet, setzt man die
Forschungsresultate hingegen direkt zum Nutzen der Patienten ein. Zum
Einsatz kommen dabei nicht die umstrittenen und ethisch bedenklichen
embryonalen Stammzellen, deren praktische Anwendung aufgrund der
politischen Debatte auch noch in weiter Ferne liegen dürfte.

Im XCell-Center verwendet man für die Therapie stattdessen
sogenannte adulte Stammzellen, die auch noch bei jedem erwachsenen
Menschen in verschiedenen Körpergeweben vorhanden sind. Diese adulten
Stammzellen haben zwar nicht mehr ganz das hohe Erneuerungspotential
ihrer embryonalen Pendants, doch hat sich vor allem in den
vergangenen fünf Jahren gezeigt, dass auch sie sehr wohl in der Lage
sind, die verschiedensten geschädigten Gewebe und Organe wirkungsvoll
zu reparieren. Bei den adulten Stammzellen gibt es weder rechtliche
noch ethische Probleme, zudem haben sie den Vorteil, dass sie dem
Patienten selbst entnommen werden und Abstoßungsreaktionen daher sehr
unwahrscheinlich sind. Namhafte Experten bezeichnen adulte
Stammzellen daher inzwischen auch als den Königsweg in der
Stammzelltherapie.

Weltweit haben sich schon zahlreiche Patienten, bei denen die
herkömmlichen medizinischen Behandlungsverfahren ausgeschöpft waren,
einer solchen Stammzelltherapie mit Erfolg unterzogen. Das
Therapie-Angebot des XCell-Center umfasst daher jene
Krankheitsbilder, für die international bereits eindeutige, positive
Erfahrungen mit der Stammzelltherapie vorliegen. Dies sind derzeit
Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, Rückenmarksverletzungen,
Lebererkrankungen, Arthrose sowie Diabetes (Typ II) mit seinen
Folgeerscheinungen Herzinfarkt, Diabetischer Fuß oder Erektile
Dysfunktion.

Das XCell-Center-Team setzt sich aus Wissenschaftlern und
Medizinern zusammen, die über jahrelange Erfahrung bei der Isolierung
und Aufbereitung adulter körpereigener Stammzellen verfügen. Das
XCell-Center wendet dabei die weltweit höchsten Standards gemäß der
Good Manufacturing Practices (GMP) an.

In einem ausführlichen Vorgespräch, dem Studium aller vorhandenen
medizinischen Unterlagen sowie einer eingehenden Anamnese wird
zunächst geprüft, ob der Patient für eine Stammzelltherapie in Frage
kommt. Unter Umständen sind hierzu auch weitere diagnostische
Verfahren notwendig. Bei einer positiven Beurteilung werden aus dem
Knochenmark des Patienten seine Stammzellen gewonnen. Diese werden in
einem speziellen und patentierten Verfahren aufbereitet und danach
dem Patienten wieder zurück injiziert. Die Stammzellen sollen dann im
Zielgewebe mit der Regeneration beispielsweise von zerstörten
Herzmuskelzellen oder Insulin-produzierenden Zellen beginnen.

Pressekontakt:
Dr. Claudia Mauelshagen
Medialog GmbH
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 06421-293 180
Fax: 06421-293 780

Stammzellen-Therapie Ii

Seminar Molekulare Onkologie in München: Individualisierte Krebstherapie statt Chemie /
Biopsie vergrößert das Risiko einer Tumorzellen-Aussaat
www.kueblergmbh.cominfo@kueblergmbh.com;  www.GesundheitPro.de
27.04.2007, Dr. Kübler GmbH

München (ots) - "Eine berührungsfreie Krebs-Diagnostik ist ebenso
möglich wie eine berührungsfreie Krebs-Therapie." Dies erklärte Dr.
Ulrich Kübler, der kürzlich in seiner Münchener Praxisklinik das
zweite Seminar zum Thema 'Molekulare Onkologie' veranstaltete.
Renommierte Wissenschaftler und Mediziner aus ganz Deutschland
diskutierten, wie die Prävention, Diagnostik und Therapie von
Krebserkrankungen zukünftig aussehen sollte. "Wenn Krebs heute
erkannt wird, ist es meistens zu spät", meinte der Onkologe Kübler.
Es sei möglich, Krebs-Stammzellen im Blut nachzuweisen, lange bevor
Tumore im Röntgenbild zu sehen seien. "Wir sind der Ansicht, dass
hier ein Paradigmenwechsel stattfinden muss; wir brauchen eine
Prävention, die ihren Namen verdient", forderte Prof. Ekkehard
Stähler von der Praxisklinik Siegen. So sollte bereits bei jungen
Menschen ein Screening durchgeführt und ein Risikoprofil erstellt
werden, denn Rauchen, bestimmte Diäten, Übergewicht, Stress und
Alkoholkonsum sind nur einige Faktoren, die bereits einen Fötus im
Mutterleib nachhaltig schädigen können. "Jede dritte Frau raucht auch
in der Schwangerschaft", so Stähler. Tumor-Stammzellen verraten sich
durch die Expression bestimmter Gene, die durch die erhöhte Präsenz
von entsprechenden Rezeptoren auf der Zelloberfläche sichtbar wird.
"Dafür haben wir so genannte Onkochips, spezielle Genchips, die
gezielt Tumorgene aufspüren können", sagte Prof. Hans Bojar vom
Institut für Onkologische Chemie der Universität Düsseldorf. Jeder
Tumor ist so individuell wie die Menschen. Deshalb seine Forderung:
"Wir brauchen eine individualisierte Therapie." Voraussetzung hierfür
ist das Wissen, auf welche Medikamente ein Tumor überhaupt anspricht.
Die heutige Chemotherapie sei dagegen eine "Dampfwalzen"-Therapie.
Spätestens nach der zweiten Chemo-Keule hätten sich die verbliebenen
Tumorzellen angepasst und seien vollständig chemoresistent. Deshalb
setzen Dr. Ulrich Kübler und sein Mitarbeiter Dr. Jörn Schnepel auf
eine kombinierte Immuntherapie. Dazu müssen die tumorigenen
Stammzellen zuvor aus dem Blut isoliert und molekular charakterisiert
werden. Dies geschieht durch eine Apherese, bei der die weißen
Blutkörperchen mit Hilfe einer Dichtegradientenzentrifugation
aufgetrennt und die nicht benötigten Blutbestandteile dem Patienten
wieder zurückgegeben werden. Die tumorigenen Stammzellen befinden
sich in der Monozyten- und Leukozytenfraktion. Durch FISH
(Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung) und ELISA- (Enzyme Linked
Immunosorbent Assay)-Techniken werden die Tumorzellen charakterisiert
und quantifiziert. Anschließend werden die immunkompetenten Zellen in
Zellkulturen vermehrt, um dann mit Hilfe der vorhandenen
Tumorzell-spezifischen Eiweiße gezielt das Immunsystem des
Krebs-Patienten 'scharf zu machen'.

Bei der kombinierten Immuntherapie, für die Dr. Kübler mehrere
Patente besitzt, werden im Sinne eines 'Teamworks' dendritische
Zellen und natürliche Killerzellen aktiviert. Zusätzlich werden
Heatshock-Proteine aus Tumorzellen als 'Vakzine' eingesetzt. Sie
dienen den Killerzellen als Erkennungszeichen für Tumorzellen, die
dann gezielt bekämpft bzw. vernichtet werden können.

Ein elegantes Verfahren, bei der die berührungsfreie Diagnose mit
einer berührungsfreien Therapie kombiniert wird, stellte Dr.
Joachim-Ernst Deuster von der Heidelberger Klinik für
Prostata-Therapie vor. Deuster behandelt das Prostata-Karzinom mit
hoch fokussiertem Ultraschall (HIFU, High Intensity Focused
Ultrasound). Hierbei wird das Tumorgewebe über eine in den Enddarm
eingeschobene Sonde einerseits per Ultraschall detektiert und
gleichzeitig durch Fokussierung des Ultraschalls thermisch bei 95 -
100 °C koaguliert. Das zerstörte Gewebe wird anschließend vom Körper
abgebaut. Noch effizienter funktioniert dies, wenn in geeigneten
Fällen begleitend die kombinierte Immuntherapie eingesetzt wird.
Diese bekämpft insbesondere die gefürchteten Mikro-Metastasen.

"Die HIFU-Methode ist ein sicheres Verfahren", erklärte Deuster,
denn damit würde eine Biopsie überflüssig. Biopsien hätten viele
Risiken, vor allem würden durch die Verletzungen von Blutkapillaren
Tumorzellen ausgesät und dadurch die Bildung von Krebs-Metastasen
erheblich gefördert. Der Veranstalter des Seminars, Dr. Ulrich
Kübler, ist sicher, dass die modernen molekularen onkologischen
Verfahren zum zukünftigen Standard werden. Vor allem müssen
gefährliche Eingriffe wie Biopsien, die noch immer zur üblichen
Krebs-Diagnose gehören, durch berührungsfreie Methoden ersetzt
werden, die das Risiko einer Tumorzellen-Aussaat über den ganzen
Blutkreislauf verhindern.

Kontakt:
Praxisklinik Dr. med. Ulrich Kübler
Siebertstraße 6
D-81675 München
Tel. +49/89/474015

Stammzellen-Therapie III

Neue Behandlungsmöglichkeiten für Blutkrebs
Bessere Therapiemöglichkeiten durch Einteilung in Risikogruppen
http://www.meduniwien.ac.at/innere-med-1/onkologiehttp://www.mmoe.at

Bei MM vermehren sich bösartig veränderte Plasmazellen im Knochenmark

Wien (pte/2006) - Wissenschaftlern der Klinischen Abteilung für Onkologie der Univ.-Klinik für Innere Medizin in Wien ist es gelungen, verschiedene Risikokategorien für die Behandlung des multiplen Myeloms (MM) zu unterscheiden. MM ist die zweithäufigste Form von Blutkrebs und geht von Zellen des Knochenmarks aus. In Europa sind mehr als 31.000 Menschen von der Krankheit betroffen. Die meisten Patienten sind über 60 Jahre alt, weniger als drei Prozent der Erkrankten sind jünger als 40 Jahre. Für die Krankheit gibt es keine Heilung, die mittlere Lebenserwartung liegt zwischen drei und vier Jahren. In letzter Zeit wurden die Behandlungsmöglichkeiten jedoch durch eine Reihe wichtiger Innovationen erweitert. Überlebensdauer und Lebensqualität können durch die neue Therapiemöglichkeiten gesteigert werden.

Mit Hilfe zytogenetischer Methoden, bei denen Veränderungen an den Chromosomen nachgewiesen werden, konnten die Wiener Wissenschaftler Patienten mit multiplem Myelom in verschiedene Risikogruppen einteilen. Aufgrund der Einteilung kann der weitere Krankheitsverlauf prognostiziert werden. In klinischen Studien wird nun untersucht, wie das Behandlungsergebnis, vor allem für die Hochrisikogruppe, verbessert werden kann.

Die Behandlungsstrategie beim MM hängt wesentlich vom Alter ab. Bei Patienten, die jünger als 65 Jahre alt sind, wird bisher eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Transplantation von Stammzellen angewandt, ältere Patienten werden mit Chemotherapie und Cortisonpräparaten behandelt. Diese herkömmlichen Therapieformen bergen ein Risiko an Komplikationen und sind für die Erkrankten sehr belastend, da unter anderem ein Katheder in eine Vene des Halsbereichs gelegt werden muss. "Die Erstbehandlung von Patienten mit multiplem Myelom wird sich nun dahingehend ändern, dass die Chemotherapie durch das neue Mittel Thalidomid ersetzt oder mit diesem kombiniert wird", erklärt Johannes Drach von der Klinischen Abteilung für Onkologie in Wien auf Nachfrage von pressetext. "Thalidomid wirkt gezielt auf das umgebende Milieu der bösartigen Zellen." In Kombination mit Cortison ist das neue Mittel gleich effektiv wie der Mix aus Chemotherapie und Cortison. Die Dreifachkombi Thalidomid, Cortison und Chemotherapie ist noch effizienter als alle bisherigen Therapieformen.

"Die Wirksamkeit von Thalidomid beim multiplen Myelom wurde eher zufällig entdeckt. Damit wurde jedoch ein Forschungsboom ausgelöst, der zur gezielten Entwicklung neuer Arzneimittel gegen das MM geführt hat", berichtet Drach. Wichtigste Neuerung neben Thalidomid ist Bortezomib. Diese Substanz wird vor allem bei Patienten, die auf die Standardtherapie nicht angesprochen oder einen Rückfall erlitten haben, angewendet. Erste Behandlungserfolge mit Bortezomib wurden in Studien bereits bestätigt. "Beide Substanzen unterscheiden sich im Wirkungsmechanismus von der Chemotherapie und sind daher besser verträglich", erläutert Drach. Ganz frei von Nebenwirkungen seien sie allerdings nicht. Viel versprechend für die Therapie des MMs scheint auch die Substanz Lenalidomid zu sein. Sie wird derzeit aber noch getestet.

Das Fernziel der Behandlung des multiplen Myeloms ist die Entwicklung von Therapien, die auf den Patienten individuell zugeschnitten und auf das biologische und genetische Profil des Tumors angepasst sind. Einen ersten Schritt in diese Richtung haben die Wiener Wissenschaftler mit der Einteilung der Patienten in die verschiedenen Risikogruppen geschafft. Eine Plattform für die Patienten bietet die Multiples Myelom Selbsthilfe Österreich . Seit heute, Freitag, werden die Interessen der MM-Patienten auch auf europäischer Ebene vertreten. Die European Myeloma Platform (EMP) ermöglicht den europaweiten Austausch der Patienten untereinander