S. Zizek: Metastasen - Geniessen - Kultur-Punkt.ch

Slavoj Žižek :Die Metastasen des Genießens . Sechs erotisch-politische Versuche . Herausgegeben von Peter Engelmann >>

Diskurs PA4  Topoi  > M
S. Zizek: Metastasen - Geniessen
.dp-passagen16-11zizek-metastasen


Online-Publikation: November 2016 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Slavoj Žižek :Die Metastasen des Genießens . Sechs erotisch-politische Versuche . Herausgegeben von Peter Engelmann >>
Übersetzt von Karl Bruckschwaiger, Michael Buchner, Jens Hagstet, Michael Scholl
Reihe Philosophie: 
Übersetzt von Karl Bruckschwaiger, Michael Buchner, Jens Hagstet, Michael
236 Seiten, Broschur; 235 x 155 mm; ISBN 9783709202388;  26,70 EUR
Passagen Verlag > 25 Jahre, Wien; http://www.passagen.at

Charakteristika
- Topoi : Engagement | Intellektuelle | Orientierung | Philosophie
- Diskurs mit:  Lynch, David | Gewalt | Lacan

Inhalt
In Auseinandersetzungen unter anderem mit den Filmen David Lynchs und unter ständigem Rückgriff auf die Psychoanalyse Lacans spürt Slavoj Žižek den Mechanismen nach, die das Politische und das Erotische unter der Oberfläche ihrer vermeintlichen Gegensätzlichkeit untrennbar miteinander verknüpfen.
Žižek verbindet in seiner Analyse die erotische Kategorie des Genießens mit der politischen Kategorie der Gewalt und folgt den Spuren der traumatischen Konflikterfahrung des Genießens vor dem Hintergrund der von Freud attestierten "allgemeinen Erniedrigung des Liebeslebens". Dabei wird unter anderem deutlich, dass die körperliche Realität politischer Gewalt eines phantasmatischen Hintergrunds bedarf, um wirksam sein zu können, und dass das öffentliche Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft auf dem obszönen Genießen des Über-Ich und seinen unerfüllbaren Forderungen ruht. In den Metastasen des Genießens stößt der Leser auf Thesen Žižeks, die sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk ziehen, gleichsam an ihrem Ursprungsort.

Autor
Slavoj Žižek,
geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker.
Er ist ein aus Slowenien stammender Philosoph, Kulturkritiker und Theoretiker der lacanianischen
Geboren: 21. März 1949, Ljubljana, Slowenien
Bücher: Das fragile Absolute: Warum es sich lohnt, das christliche Erbe zu verteidigen, mehr
Filme: The Pervert's Guide to Ideology, The Pervert's Guide to Cinema
http://www.nzz.ch/feuilleton/liberalgott-bewahre-1.18685968
https://de.wikipedia.org/wiki/Slavoj_%C5%BDi%C5%BEek

Fazit auf der Basis der Inhaltsfolge
In zwei Topoi Erotik & Politik sowie sechs essayistisch angelegte erotisch-politische Versuche unternimmt Slavoj Žižek "Die Metastasen des Genießens" zu klären.
Erotisch geht es zu - in den Topoi : Minne und Masochismus; Weibliche Depression; Erniedrigung des Liebeslebens; wie politisch mit einem geniesserischen Gesetz, einer Ideologie zwischen Fiktion und Phantasie und abschliessend mit der 'Schuld des Blickes'?
Sein sozio-psychoanalytischer, auch poststrukturalistischer Blick (2) nimmt Freud's Thesen auf und erweitert sie nach Lacan (1) poststrukturalistisch (2) wie linguistisch kontingent (3) nimmt die vorgenannten Begriffsfelder als Oberflächen-Fakten, deren Bestehen auch unter- wie hintergründig gegeben erscheint, jedoch weder notwendig noch unmöglich ist..Somit tritt auch das Informel (4) auf die Türschwelle von Zizeks Betrachtungen, die seine Sichtweisen zu untermauern scheinen, allerdings auf ungleichgewichtigem Terrain und gekonnt - assoziativ. m+w.p16-11


1) Jacques-Marie Émile Lacan,
bekannt unter dem Namen Jacques Lacan (* 13. April 1901 in Paris; † 9. September 1981 ebenda), war ein französischer Psychiater und Psychoanalytiker, der durch eine Neuinterpretation der Schriften Sigmund Freuds internationale Bekanntheit erlangte. Er stellte seine Deutung unter den Titel einer „Rückkehr zu Freud“, wobei er das Ziel verfolgte, den Begründer der Psychoanalyse dort weiterzuentwickeln, wo dieser seiner Meinung nach hinter den eigenen Erkenntnissen zurückblieb. Hierbei griff er unter anderem auf Ansätze und Methoden des Strukturalismus und der Linguistik zurück, später auch auf graphische Modelle der Topologie und der Mengenlehre. Der innerhalb der Psychoanalyse nicht unumstrittene Theoretiker hat unter anderem auf den Poststrukturalismus prägenden Einfluss ausgeübt.

2) Der Begriff Poststrukturalismus kennzeichnet unterschiedliche geistes- und sozialwissenschaftliche Ansätze und Methoden, die Ende der 1960er Jahre zuerst in Frankreich entstanden und die sich auf unterschiedliche Weise kritisch mit dem Verhältnis von sprachlicher Praxis und sozialer Wirklichkeit auseinandersetzen. Maßgeblich ist dabei die Einsicht, dass die Sprache die Realität nicht bloß abbildet, sondern mittels ihrer Kategorien und Unterscheidungen auch herstellt. Typischerweise ist mit dieser Perspektive auch eine Abkehr von einer objektivistischen Sicht auf die Gesellschaft verbunden, die soziale Tatsachen als notwendig ansieht; stattdessen werden die unterschiedlichen Möglichkeiten (Kontingenz) gesellschaftlicher Entwicklungen betont.
Dem Poststrukturalismus werden Theoretiker wie Michel Foucault, Jacques Derrida, Gilles Deleuze, Félix Guattari, Jean-François Lyotard, Roland Barthes, Jacques Lacan, Louis Althusser, Jean Baudrillard, Slavoj Žižek, Ernesto Laclau, Julia Kristeva, Chantal Mouffe, Judith Butler, Luce Irigaray, Gabriel Kuhn, Paul de Man, Christian Metz, Saul Newman und Hélène Cixous zugerechnet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Poststrukturalismus
2a) Wirkfelder I: Hösle - PA4
http://www.kultur-punkt.ch/diskurs-platon-akademie-4-pa4/pa4-diskurse-2013-zum-guten-leben/pa4-diskurse-2013-zum-guten-leben-iii/wirkfelder-i-hoesle-pa4.html
2b) Wirkfelder II: Französische Philosophie
http://www.kultur-punkt.ch/diskurs-platon-akademie-4-pa4/pa4-diskurse-2013-zum-guten-leben/pa4-diskurse-2013-zum-guten-leben-iii/wirkfelder-ii-franzoesiche.html

3) Das Wort Kontingenz mit dem Adjektiv kontingent (griechisch τὰ ἐνδεχόμενα endechómena „etwas, was möglich ist“; mittellateinisch contingentia, „Möglichkeit, Zufall“) ist ein philosophischer Terminus, der u. a. in der Modallogik und Ontologie gebraucht wird. „Kontingent“ bezeichnet den Status von Tatsachen, deren Bestehen gegeben und weder notwendig noch unmöglich ist.https://de.wikipedia.org/wiki/Kontingenz_(Philosophie)