Chinesisches Denken . Schlüsseltexte zu Politik und Gesellschaft . Daniel Leese, Shi Ming

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Diskurs Platon Akademie 4.0 PA4 Diskurse 2023 EU-Demokratien . Natur : Kultur III 1-3
Gesellschaft - Chinesisches Denken . D, Leese, S. Ming
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Online-Publikation: Mai 2023 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Chinesisches Denken . Schlüsseltexte zu Politik und Gesellschaft . Daniel Leese, Shi Ming >>
640 Seiten, 21,4/13,7/3,6 cm, 690 g ISBN 978-3-406-80043-6, 29,90 €
Verlag C. H. Beck; 80703 München; http://www.chbeck.de/

Charakteristika
> Edition der Carl Friedrich von Siemens Stiftung
> Der erste Zugang zu Texten führender chinesischer Intellektueller der Gegenwart
> Von Regimekritikern bis zu parteinahen Staatsdenkern – die ganze Bandbreite des chinesischen Denkens der Gegenwart

DAS CHINESISCHE DENKEN DER GEGENWART - DIE WICHTIGSTEN TEXTE
Inhalt
Mit dem hier vorgelegten Band wird Neuland betreten. Die China-Experten Daniel Leese und Ming Shi haben prägnante Analysen aus der Feder führender chinesischer Intellektueller der Gegenwart herausgesucht, erstmals ins Deutsche übersetzt und für eine hiesige Leserschaft ausführlich kommentiert. Das Spektrum reicht von regimekritischen bis zu staats- und parteinahen Beiträgen, der Zeitraum ihrer Publikation erstreckt sich von der Weltfinanzkrise bis zur unmittelbaren Gegenwart. Maßgebliches Auswahlkriterium war, dass der jeweilige Text einen substanziellen Beitrag zum Verständnis zentraler Probleme der chinesischen Politik und Gesellschaft in allgemein zugänglicher Form liefert. Neben wissenschaftlichen Artikeln finden sich daher auch Reden, Blogbeiträge und verschriftlichte Diskussionsrunden. Die Auswahl versammelt Beiträge von Historikern und Politikwissenschaftlern, Soziologinnen und Journalistinnen sowie von bekannten Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlern. Um in Zukunft sinnvoll über und auf Augenhöhe mit der Volksrepublik China debattieren zu können, muss auch eine allgemeine deutsche Öffentlichkeit sich darüber im Klaren sein, worüber in China selbst diskutiert wird, was die Kernargumente zentraler Diskurse sind und wie diese vor einem breiteren Panorama der chinesischen Geschichte und Politik eingeordnet werden können.
Der erste Zugang zu Texten führender chinesischer Intellektueller der Gegenwart
Von Regimekritikern bis zu parteinahen Staatsdenkern – die ganze Bandbreite des chinesischen Denkens der Gegenwart.

Übersetzer & Kommentatoren
Von zwei ausgewiesenen Experten:
Daniel Leese
war für den Deutschen Sachbuchpreis 2021 nominiert
Shi Ming
ist freier Journalist. Er erstellt Beiträge für ARD, ZDF, Deutschlandfunk sowie für Printmedien (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Le Monde diplomatique, Cicero).

Fazit
Der Diskursband "Chinesisches Denken" bietet hervorragende 'Schlüsseltexte zu Politik und Gesellschaft', überetzt und kommentiert von Daniel Leese und Shi Ming.
In vier Teilen und einem Schlussessay mit Anhang werden Originaltexte von Intellektuellen un Kurzbiographien angeboten.
Inhaltlich wird das 'Chinesische Selbstverständnis (2011-2020)' und der 'wahre Patriotismöus (2009)' analisiert. Es folgen Staatsdenken und Herrschaftslegitimation (2007-2015), die Bauernfrage und die ländliche Modernisierung (2005-2018), sowie die Zuknftsperspektiven (von 2010-2020).
Darin zeigt sich die Politik und Gesellschaft Chinas im Spiegel aktueller Kontroversen..
Im Schlussvergleich wird sichtbar, während die Berater im kaiserlichen China ihren Elitestatus wahrten, auch in der Verbannung, war dei Position der Intellektuellen im maoistischen China'liminal (*)'.
Wenn ihre Vertreter als 'nicht zum Volk gehörig (fei renmin) eingestuft wurden , waren sie vogelfrei (z.B.: Bian Zhongyun, Schuldirektorin, in der Kulturrevolution vom 'Volk' erschlagen); die Intellektuellen sollen sich auf die Haut der Arbeiterklasse stützen, so Mao (ab 1957) sonst werden sie zu Dieben..
Das Team Daniel Leese und Shi Ming haben es in diesem Band meisterhaft verstanden, die Rolle der versammelten Individuen / Intellktuellen präzise darzustellen - in einem von Repression und steter Angst geprägten Un-/Kulturraum-Klima, die Stimme zu erheben, um für eine Selbst-gewählte-Zukunft einzustehen.
m+w.p23-5 < k. >
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*) Liminalität
> ist ein vom Ethnologen Victor Turner geprägter Begriff. Er beschreibt einen Schwellenzustand, in dem sich Individuen oder Gruppen befinden, nachdem sie sich rituell von der herrschenden Sozialordnung gelöst haben.
> Während der liminalen Phase befinden sich die Individuen in einem mehrdeutigen Zustand. Das Klassifikationssystem der (alltäglichen) Sozialstruktur wird aufgehoben. Die Individuen besitzen weder Eigenschaften ihres vorherigen Zustandes noch welche des zukünftigen – sie sind „betwixt and between“.
> Liminale Räume sind Räume der Veränderung und Innovation, Räume in denen alles möglich scheint und die sich ständig im Wandel befinden.[2] Der liminale Zustand ist kein fester, sondern ein fluktuierender Schwebezustand.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liminalit%C3%A4t

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