Gesa Lindemann : Die Ordnung der Berührung . Staat, Gewalt und Kritik in Zeiten der Coronakrise

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PA4 Diskurse (1995-2021) 2021 EU-Demokratien . Natur : Kultur
Corona > Berührung Ordnung . G. Lindemann
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Online-Publikation: Januar 2021 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Gesa Lindemann : Die Ordnung der Berührung . Staat, Gewalt und Kritik in Zeiten der Coronakrise >>
132 Seiten, 22.2 x 14 cm, broschiert ISBN 9783958322264, 16,90 €
Dieser Titel ist auch im Verlag Humanities Online als E-Book erhältlich:
Velbrück Wissenschaft, D-53919 Weilerswist-Metternich; http://www.velbrueck-wissenschaft.de/

Charakteristika
Gesa Lindemann : Die Ordnung der Berührung . Staat, Gewalt und Kritik in Zeiten der Coronakrise

Inhalt
Was können wir aus der Coronakrise über moderne Gesellschaften lernen?
Gesa Lindemann zeigt auf, dass die Strukturen der modernen Gesellschaften stabil bleiben, sich unsere alltägliche Berührungsordnung dagegen verändert bzw. verändern kann.
Die Leserinnen und Leser erfahren etwas darüber, in welchem Verhältnis Staat, Politik, Recht, Wirtschaft und Wissenschaft zueinanderstehen und wie diese Bereiche mit ihren eigenen Voraussetzungen und Zielen unser unmittelbares Zusammenleben bestimmen. Die mediale Fokussierung auf sinnliche Aspekte der alltäglichen Berührungsordnung macht den Zusammenhang mit diesen allgemeinen gesellschaftlichen Strukturen sichtbar.
In Zeiten von Corona zeigt sich auch, wie die moderne Gesellschaft immer wieder emanzipatorische Hoffnungen nährt, dass z.B. auch tiefverwurzelte rassistische Strukturen verändert werden können. Die Krise scheint das Ethos der Menschenrechte nicht zu beschädigen. Die Ordnung der Gewalt wird thematisiert über Fragen nach sozialer Ungleichheit und Formen struktureller Gewalt, und gerät in der Diskussion über das Machtmonopol des Staates auch ins Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit. Davon zeugt nicht zuletzt die Black-Lives-Matter-Bewegung.

Diese Fragen werden im Buch u.a. diskutiert:
• Wie ist das Machtmonopol des Staates definiert?
• Ändert sich die Ordnung der Gewalt?
• Wie verändert sich das Ethos der Menschenrechte bzw. welche Bedeutung haben Grundrechte?
• Wie verändert sich unsere Ordnung der Berührung – die Art wie wir uns ansehen, miteinander agieren, uns körperlich berühren?
• Welche Rolle spielt die Digitalisierung?
• Wie wird soziale Ungleichheit in der Krise sichtbar? (Stichwort Herdenimmunität)
• Welche unterschiedlichen Sorgelogiken machen die Arbeit von Staat, Politik, Recht,
Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Medizin aus?
• Welche Rolle kommt der öffentlichen Berichterstattung zu? Und welche Chancen ergeben sich aus der Fokussierung ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche?
• Wann kann man von struktureller Gewalt sprechen? Und wie wird diese in der Krise sichtbar? (Stichwort Black-Lives-Matter)

Autorin
Prof. Dr. Gesa Lindemann
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät I, Institut für Sozialwissenschaften
Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Zeitschrift "Ethik in der Medizin"
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesa_Lindemann
https://uol.de/ast/personen/prof-dr-gesa-lindemann/curriculum-vitae

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Die hochaktuelle und geradezu bravouröse Untersuchung "Die Ordnung der Berührung" .der Sozialwissenschaftlerin Gesa Lindemann zu den Topoi: 'Staat, Gewalt' und der Kritik in Zeiten der Coronakrise' hat ergeben, dass vor allem die Medien auf aussergewöhnlich stete wie breite Weise die 'Aspekte der alltäglichen Berührungsordnung in den Vordergrund treten'.
Thematisch wirkt sowohl die Staatsgewalt vertikal strukturierend auf den Individuen-Status, bis weilen sogar terrorisierend ähnlich dem subversiven Terror (Black Lives Matter..), als auch der anarchisch bis neofaschistische Terror von ‚bürgerlichen‘ Staatsgegnern (Querdenker wie Querfühler), horizontal differenziert.
Und so treten die überaus vielfältigen, gesellschaftlichen Wirkkräfte , dank der überaus kundigen Autorin, verknüpfend und markant in Erscheinung.
m+w.p21-1 < k. >


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Video-Interview mit Gesa Lindemann (25.01.2021)
Eine neue Berührungsordnung nach Corona?
Zu Gast bei L.I.S.A. mit Gesa Lindemann
Es fing im vergangenen Jahr gleich nach der Karnevalszeit an, dass das Coronavirus auch in Deutschland und Europa ernst genommen wurde, was wiederum sehr bald zu ungewöhnlichen Maßnahmen des Staates führte. Zunächst untersagte der Staat vor allem Großveranstaltungen, beispielsweise Fußballspiele, Musikkonzerte, Theater- und Kinoaufführungen usw. Der leitende Gedanke dabei: Veranstaltungen, bei denen viele Menschen sich so nahe kommen, dass sie sich unweigerlich immer wieder berühren, zu unterbinden, um Infektionsketten zu unterbrechen. Bei den Massenveranstaltungen blieb es nicht, sondern kurz darauf sollten zudem private Kontakte möglichst reduziert werden, um auch hier Berührungen weitestgehend zu vermeiden. "Social distancing" hieß das Gebot der Stunde - eine Bezeichnung, die sich im vergangenen Frühjahr viral verbreitete, inzwischen aber aus dem Sprachlichen wieder so gut wie verschwunden ist. Diese Ausgangslage - die Regelung von menschlichen Berührungen - hat die Soziologin Prof. Dr. Gesa Lindemann von der Universität Oldenburg zum Anlass genommen, über unsere gegenwärtige und vielleicht auch künftige Berührungsordnung nachzudenken und darüber ein Buch zu schreiben: Die Ordnung der Berührung. Staat, Gewalt und Kritik in Zeiten der Coronakrise. Uns wiederum hat das Buch dazu veranlasst, Professor Lindemann zu einem virtuellen Videogespräch bei Zu Gast bei L.I.S.A. einzuladen.
https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/zugastbeilisa_lindemann_beruehrungsordnung
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