Spiritualität (H. Walach) - Kultur-Punkt.ch

Harald Walach: Spiritualität . Die Versöhnung von Wissenschaft und Spiritualität

Diskurs PA4
H. Walach: Spiritualität
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Online-Publikation:  Oktober 2015 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
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272 Seiten, broschiert; 14.4 x 22.2 cm; ISBN: 978-3-927369-93-1; 19,80 EUR
AT Verlag, CH-5401 Baden; http://www.at-verlag.ch; http://www.ahrend-medienbuero.de

Charakteristik
Wohlfundiertes Plädoyer für eine undogmatische Spiritualität.

Inhalt
Dieses Buch stellt einen Tabubruch dar, indem ein Wissenschaftler, der für seine klare und unbestechliche Methodik bei der Forschung im Bereich komplementärer Heilverfahren berühmt ist, ein Thema aufgreift, über das in der akademischen Zunft - und generell im modernistischen Mainstream - nicht gesprochen wird. Der Autor hält die spirituelle Erfahrung für eine Erfahrung von Wirklichkeit, sie ist nicht nur Einbildung oder Halluzination. Dies wissenschaftlich zu fassen, ist ausserordentlich schwierig. Harald Walach gelingt ein grosser Wurf, der seine These, dass die Aufklärung ohne eine reflektierte, undogmatische Spiritualität unvollständig ist, nachvollziehbar untermauert. Undogmatische Spiritualität ist für den Autor eine Gegenbewegung zur doktrinären Verkündigung und ein möglicher Weg, um zu den Quellen von Religion zurückzufinden. Dies kann zur Überwindung des Kampfs zwischen Glaubenssystemen und Fundamentalpositionen beitragen.

Autor
Harald Walach
Jahrgang 1957, ist Professor für Forschungsmethodik komplementärer Medizin und Leiter des Instituts für Transkulturelle Gesundheits­, forschung an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Er promovierte an der Universität Basel in Psychologie sowie in Philosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Wien. 1998 habilitierte er sich an der Universität Freiburg zum Professor für Psychologie. http://www.harald-walach.de

Fazit
Der Forschungsmethodiker im Bereich komplementärer Medizin Harald Walach versöhnt mit grandioser Klarstellung iin seinem Diskursbuch das Begriffsfeld "Spiritualität" mit der aufklärenden Wissenschaft.
Inhaltlich geht es ihm um die Erhellung spiritueller, religiöser, gläubiger Erfahrung, die doktrinär, dogmatisch und undogmatisch sich zeigen kann, wobei nur letzere eine Chance für die Wissenschaft und nicht nur für sie sein an. Sogar nahe der undogmatischen Spiritualität erscheinen Zerrformen, Gefahren und Ab- und Ausgrenzungen durch - besonders aktuell - rechtsradikalen Populismus oder Esoterik / Angst vor dem Unwägbaren, Unberechenbaren, Unverfügbaren' - pegida* - schlicht, dem Irrationalen, stets untergründig  latent.- je nach Krisenstimmung manifest.
Seine Quintessenz: Der Sinnkrise, der Gefahr des Fundamentalismus, dem Denken in isolierten Einheiten (..Fachidiotie..), der Zerstrittenheit der Religionen, der ungerechten Verteilung von Gütern/Werten, für lebensdienliches Wissen mit dogmatischer Abstinenz - die Aufklärung,  zusammen mit der undogmatischen Spiritualität stetig weiterführen. Um so - die Aufklärung sich selbst überflüssig zu machen! Ein auszeichnungswürdiges Plädoyer für eine relativ friedfertig Weltgemeinschaft, wie sie Europa - bis anhin - in etwa zwei Generationen eingeübt hat. m+w.p15-10

*) https://de.wikipedia.org/wiki/Patriotische_Europ%C3%A4er_gegen_die_Islamisierung_des_Abendlandes