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Hans Thill Hrg.: Werde zum Gespenst . Gedichte aus Lettland

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Gedichte aus Lettland
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Online-Publikation: April 2016  im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
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192 Seiten, gebunden, mit Leseband; ISBN: 978-3-88423-525-6; 24,80 EUR
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg; http://www.wunderhorn.de

Charakteristika
- Naturnah und poetisch
- Unverblümte Sprache


Über dieses Buch
Naturverbunden und den Traditionen verhaftet – so heißt es, seien die Letten. Und ihre Poesie? Wandelt sie also zwischen Ostsee und Dainas? Aus einer Vergangenheit zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit ist eine Lyrik erwachsen, in der nicht nur lettische, sondern auch russische Stimmen beheimatet sind.

In der vorliegenden Anthologie sind Dichter verschiedener Generationen vertreten. Sie verarbeiten die Geschichte des Landes und ihre eigene Vergangenheit und beschreiten zugleich neue Pfade. Neben Gedichten der in Deutschland bekannten Grande Dame der lettischen Poesie Amanda Aizpuriete und des wortgewaltigen Uldis Berziņš präsentiert der Band die kritische wie tiefsinnige Liāna Langa und den programmatisch witzigen Semon Hanin, der seine Gedichte auf Russisch schreibt, sowie die beiden jungen Talente Inga Gaile, mit ihren schonungslos unverblümten Gedichten, und den vielversprechenden Kārlis Vērdiņš, der einen lauten und rockigen Ton anschlägt. Mit Gedichten von Amanda Aizpuriete, Uldis Berziņš, Inga Gaile, Semjon Hanin, Liāna Langa und Kārlis Vērdiņš, übersetzt von Carolin Callies, Claudia Gabler, Matthias Göritz, Norbert Hummelt, Jan Kuhlbrodt und Anja Utler nach Interlinearversionen von Julija Boguna und Beata Paškevica.

Herausgeber
Hans Thill, geboren 1954 in Baden-Baden, lebt seit 1974 in Heidelberg als Lyriker und Übersetzer. Peter-Huchel-Preis 2004. Mitbegründer des Verlags Das Wunderhorn. Leiter der jährlichen Übersetzer-Werkstatt »Poesie der Nachbarn. Dichter übersetzen Dichter« und Herausgeber der gleichnamigen Reihe. Mitherausgeber der »Reihe P«. Im September 2010 wird Hans Thill künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Edenkoben.

Fazit
Hans Thill stellt als Herausgeber von Gedichten aus Lettland, betitelt mit " Werde zum Gespenst" ein Eigenes voran: 'Marsietis* sagt'. Es erfasst sehr eindringlich die Atmosphäre der Folgenden. Sie sind zweisprachig vis-a-vis gestellt, insgesamt elf. Mit zwei einfühlsamen Übersetzerinnen : Julija Boguna und Beata Paskevica.
Grossteils skurril bis surreal und wenn realistisch, dann durchaus durchtrieben und subkulturell in den Figurationen. Manche Gedichte sind in Prosa verpackt und laden narrativ ein, dank Leseband und griffig bibliophilen Bütteneinband, zum Verweil. Durchaus ist ein NO-europäisch-baltischer erfrischender Duktus zu erkennen. Gut so. m+w.p16-4


*) Marsietis
Der Marsianer – Rettet Mark Watney ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Ridley Scott aus dem Jahr 2015, basierend auf dem Roman Der Marsianer von Andy Weir. Wikipedia
Erscheinungsdatum: 8. Oktober 2015 (Deutschland)
Regisseur: Ridley Scott
Musik von: Harry Gregson-Williams
Drehbuch: Drew Goddard
Produzenten: Ridley Scott, Simon Kinberg, Michael Schaefer, Mark Huffam, Aditya Sood
Film ·KNYGOS.lt /Lettland