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<<Kuratorium perfekter Zahnersatz - Konferenz
2007- Dr. med. dent. Andrea Weber, Dissertationspreisträgerin 2007:
Überlebenszeitanalysen von teleskopverankerten Teilprothesen unter
besonderer Berücksichtigung der Folgekosten>>
annywe@yahoo.de;
Betreuer: Prof. Bernd Wöstmann, Uni-Giessen,
bernd.woestmann@dentist.med.uni-giessen.de;
www.uni-giessen.de; pressestelle@kuratorium-perfekter-zahnersatz.de;
www.kuratorium-perfekter-zahnersatz.de;
Im Rahmen der retrospektiven Longitudinalstudie wurden neben der
klinischen Bewährung der Teleskop-Prothesen deren
Instandhaltungskosten evaluiert. Die Kostenkalkulation wurde unter
Berücksichtigung technischer sowie biologischer Mängel der Prothese
beziehungsweise des Prothesenlagers und deren notwendigen
Korrekturen erstellt. Die Zeitpunkte der Wiederherstellungsmaßnahmen
wurden festgehalten und die Kosten den Funktionsperioden der
Teleskop-Prothesen zugeordnet. Zudem wurde der Einfluss einiger
Faktoren auf die Überlebensdauer der Teleskop-Prothesen, deren
Pfeilerzähne sowie auf Art und Anzahl der
Prothesenwiederherstellungen ermittelt. Der Einfluss eines
Nachsorgeprogramms wurde besonders berücksichtigt.
Die Grundlage der Studie bilden die Daten von 554 Patienten, die mit
einer teleskopverankerten Teilpro-these versorgt wurden. Alle
Prothesen wurden in der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des
Medizinischen Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der
Justus-Liebig-Universität Giessen hergestellt.
Von den 554 untersuchten teleskopverankerten Teilprothesen kam es im
Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 5,29 Jahren in lediglich
26 Fällen zu einem Funktionsverlust (4,7 Prozent), so dass neuer
Zahnersatz angefertigt werden musste. In 15 Fällen konnte eine neue
teleskopverankerte Teilprothese inkorporiert werden. In 11 Fällen
musste eine Totalprothese angefertigt werden. Nach durchschnittlich
6,4 Jahren waren noch 90 Prozent der ursprünglich eingegliederten
Prothesen vorhanden, nach durchschnittlich 9,34 Jahren waren dies
noch 50 Prozent.
Von den 1.758 Pfeilerzähnen wurden im Beobachtungszeitraum 66 Zähne
extrahiert (3,8 Prozent). In den meisten Fällen (47 Prozent) war die
Extraktion aufgrund einer Zahnfraktur indiziert. Die 90-prozentige
Überlebenswahrscheinlichkeit der Pfeilerzähne lag bei 6,9 Jahren.
Die 50-prozentige Überlebenswahrscheinlichkeit wurde im
Untersuchungszeitraum nicht unterschritten. Die Teilnahme der
Patienten an einem Nachsorgeprogramm hatte einen signifikant
positiven Einfluss auf die Überlebensdauer der Teleskop-Prothese
sowie auf deren Pfeilerzähne.
Maßnahmen zur Wiederherstellung
Die Wiederherstellungsmaßnahmen wurden in folgender, numerisch
absteigender Reihenfolge durchgeführt: Entfernung von Druckstellen
(26 Prozent), Instandsetzung von Verblendungen (22 Prozent),
Unterfütterungen (16 Prozent), Rezementierungen gelöster
Primärkronen (10 Prozent), Wiederbefestigung gelöster Prothesenzähne
(7 Prozent) und Behandlung von Pfeilerzähnen (6 Prozent).
Neuaufstellung der Prothesenzähne, Erweiterung von Prothesen,
Reparatur der Kunststoffbasis der Prothesen, Verbesserung der
Friktion zwischen Primär- und Sekundärteleskop, Neuanfertigung oder
Instandsetzung von Primärkronen und Gerüsten sowie Reparaturen an
der Metallbasis nahmen jeweils nicht mehr als 3 Prozent aller
Maßnahmen ein.
Im ersten Funktionsjahr der teleskopverankerten Teilprothesen wurden
im Vergleich zu den übrigen Jahren die meisten Korrekturen
durchgeführt. Diese waren überwiegend auf Fehler bei der Herstellung
der Prothesen und auf Adaptationsprobleme der Patienten
zurückzuführen. Demzufolge war im ersten Jahr nach der
Protheseninkorporation auch mit den höchsten Instandhaltungskosten
von zirka 100 Euro pro Prothese zu rechnen. In den weiteren Jahren
sank dieser Wert auf zirka 55 Euro pro Jahr.
Insgesamt verursachten Reparaturen an den Verblendungen der
Sekundärteleskope die höchsten Kosten in der Funktionsperiode der
Prothesen. Über ein Drittel (216 Euro) der Gesamtfolgekosten von
durchschnittlich 522 Euro pro Zahnersatz wurde durch die
Instandsetzung der Verblendungen hervorgerufen. Sofortprothesen
erhöhten den Wiederherstellungsbedarf und demzufolge die
Instandhaltungskosten des Zahnersatzes. Die Prothesenlokalisation
(Ober- oder Unterkiefer) sowie die Anzahl und die Topographie der
Pfeilerzähne im Kiefer hatten insgesamt keinen Einfluss auf die Höhe
der Instandhaltungskosten.
Korrespondenzadresse:
Dr. Andrea Weber
Schwarzacker 31 a |