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Kuratorium perfekter Zahnersatz 2006:
Wissenswertes rund um die Implantologie - Aktueller Stand
der Wissenschaft
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Die ersten Implantate wurden vor etwa 40 Jahren gesetzt. Wie haben sie sich
bewährt? Was wird heute anders gemacht? Wo geht die Reise hin?
Kein Patient wünscht sich ein Implantat – Patienten wünschen sich natürlich
aussehende Zahnreihen, die ein sicheres Gefühl verleihen. Implantate machen
ebendies möglich. Die Wissenschaft hat das bei der implantologischen
Forschung in den vergangenen Jahrzehnten beherzigt: Längst verbessern
beispielsweise gewebeschonende Verfahren den Einheilungsprozess, auch der
Aufbau des Kieferknochens ist gängige Praxis. Nicht zuletzt der Sinuslift
erweiterte den Kreis der Patienten. Durch dieses operative Verfahren sind
selbst bei nicht ausreichender Knochendicke im Oberkiefer Implantationen
durchführbar.
Moderne Implantate machen vieles möglich: Einzelne Zahnlücken lassen sich
genauso füllen wie komplett zahnlose Kiefer. Die großen Erfahrungen in der
Chirurgie und die technischen Innovationen ermöglichen mittlerweile
zahlreiche Behandlungsalternativen. Dank visueller Systeme weiß der
Implantologe schon vor dem ersten Schnitt, ob sich seine Planung auch
umsetzen lässt: 3-D-Bilder zeigen den Kieferknochen samt Nervenverlauf in
den verschiedensten Perspektiven.
Die Vorteile von Implantaten auf einen Blick:
• Implantate sind funktionssicher, millionenfach bewährt und verfügen über
eine lange Lebensdauer.
• Die gesunde Zahnsubstanz muss für das Befestigen einer Brücke nicht
beschliffen werden.
• Implantate verbessern den Tragekomfort.
• Implantate ermöglichen lagestabilen Zahnersatz auch bei zahnlosen Kiefern.
Implantate – (k)eine Altersfrage?
Bei manchen Menschen sind einzelne oder mehrere bleibende Zähne nicht
angelegt. Können auch Kinder schon ein Implantat erhalten? Andere Frage:
Gibt es ein „zu alt“ für das Einbringen der künstlichen Zahnwurzeln?
Implantate sind selbst im hohen Alter einsetzbar. Bestes Beispiel dafür ist
ein Hamburger, der sich mit mehr als 80 Jahren für die künstlichen
Zahnwurzeln entschied. Im vorigen Jahr feierte der Weinliebhaber seinen 100.
Geburtstag und bekannte freimütig, er habe seinen Entschluss für eine
implantatgestützte Prothese nie bereut.
Bei Jugendlichen sollte eine Implantation erst nach abgeschlossenem Wachstum
des Kieferknochens erfolgen. Das ist meist kein Problem, denn Implantate
lassen sich auch noch Jahre später einsetzen.
Zu den Kontraindikationen für das Setzen von Implantaten zählen
beispielsweise der ungeregelte Diabetes, eine Störung der Blutgerinnung,
Knochenerkrankungen, allergische Erkrankungen und die Einnahme von
Immunsupressiva.
Komplett metallfrei – sinnvoll oder Ansichtssache?
Hochleistungskeramik eröffnet heute hervorragende Möglichkeiten, Zahnersatz
„wie von der Natur gemacht“ herzustellen. Welche Vorteile bietet
Zirkonkeramik? Auch die künstlichen Zahnwurzeln selbst können aus Keramik
bestehen. Ist sie besser als Titan?
Nachdem sich in den vergangenen 30 Jahren Reintitan bei den Implantaten
durchgesetzt hatte, wird mittlerweile zunehmend Keramik nachgefragt. Viele
Patienten schätzen die als metallfrei geltenden zahnfarbenen
Keramikimplantate als besonders ästhetische Versorgung.
Auch Zahnmediziner sehen einige Vorteile: Keramikimplantate sind bioinert
(bakterienresistent), haben eine sehr hohe Biege- und Bruchfestigkeit und
werden vom Zahnfleisch sehr gut angenommen. Titan wird jedoch auf absehbare
Zeit ebenfalls ein wichtiges Dentalmaterial bleiben, denn es verhält sich
biologisch neutral und löst keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen
aus. Zudem verfügt es über eine höhere Elastizität, ist weniger spröde und
günstiger im Herstellungsprozess.
Einsetzen und los geht’s?
Implantate sofort belasten oder erst einige Zeit einheilen lassen – was
sagen die Experten?
Sofortbelastung oder doch besser warten und einheilen lassen – das ist die
spannende Zukunftsfrage in der Implantologie. Die Sofortversorgung mit
möglichst minimalinvasiver Insertion hat zuletzt rasant an Bedeutung
gewonnen. Der Wunsch der Patienten nach einer vergleichsweise kurzen
Einheilzeit und geringerer Schmerzbelastung spielt dabei eine wichtige
Rolle.
Psyche leidet bei Zahnverlust
Gerade aus tiefenpsychologischer Sicht kommt der Oralregion besonderer
Stellenwert zu. Wir wissen um die Bedeutung des Zahnes als Sinnbild von
Aggressivität, Vitalität, Kraft und Potenz. Wie reagiert die Psyche auf
Zahnverlust? Welche Empfehlungen ergeben sich daraus aus Behandlungssicht?
Bei schweren Zeiten im Leben sprechen Menschen oft davon, „sich
durchzubeißen“. Diese Redewendung unterstreicht die Bedeutung der Zähne.
Zahnlosigkeit lässt nicht nur die Wangen nach innen fallen, sondern wirkt
auch auf die Psyche – Menschen sehen älter aus und fühlen sich kraftloser
und weniger vital. Deshalb ist es wichtig, sensibel auf die Fragen und
Probleme eines Patienten bei Zahnverlust zu reagieren.
Implantate ermöglichen festsitzenden Zahnersatz und vermitteln damit ein
Gefühl wie mit eigenen Zähnen. Das verleiht den Patienten größtmöglichste
Sicherheit, denn im Unterschied zu herausnehmbarem Zahnersatz wird der
Träger nicht durch das Herausnehmen regelmäßig an die verlorenen Zähne
erinnert. Genau dieser Vorgang löst bei vielen Menschen unangenehme Gefühle
aus, die sich bis hin zur unbewussten Ablehnung des Zahnersatzes steigern
können.
Außen hui, innen pfui?
Implantat rein, Zahnersatz drauf – und alles ist in Ordnung. Doch
aufgepasst: Erst durch die richtige Pflege hält der implantatgestützte
Zahnersatz wirklich lange. Was ist bei den unterschiedlichen
Versorgungsarten zu beachten?
Die Haltbarkeit der Implantate ist oft durch Zahnfleischentzündungen
gefährdet. Nur gesundes Zahnfleisch kann die Implantate wirkungsvoll vor
Infektionen schützen. Jeder Implantatträger sollte deshalb besonders auf
seine Mundhygiene achten und damit optimal für den Langzeiterhalt seiner
Implantate vorsorgen. Neben Zahnbürste und Zahnseide sind regelmäßige
professionelle Zahnreinigungen beim Zahnarzt wichtig. Experten empfehlen 2
bis 3 Termine im Jahr, nach den individuellen Voraussetzungen können dies
auch mehr sein. Dabei werden Beläge und hartnäckige Ablagerungen an Zähnen
und Implantaten entfernt. |