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KpZ 2006 - Rainer Struck:
Implantate – DAS Plus für mehr Lebensqualität
Zahntechnikermeister - Berlin,
ZTM ProLab Akademie im Nitschke
Zahntechnik GmbH ProLab Wirtschaftsverbund eG,
Baldersheimer Weg 57/59 Emscher-Lippe-Straße 5,
12349 Berlin 45711 Datteln, Tel.: +49 (030) 762 90
20 www.prolab.net
Fax: +49 (030) 762 90 228,
mailto:nitschke.zahntechnik@t-online.de,
mailto:raistruck@t-online.de;
http://www.prolab.net;
schorschwinkler@t-online.de;
http://www.nitschke-zahntechnik.de
Die orale Implantologie bietet seit über 40 Jahren immer mehr Möglichkeiten
zum Ersatz fehlender Zähne und gehört heute in das alltägliche
Leistungsspektrum der Zahnmedizin und der Zahntechnik.
Ein umfangreiches Netzwerk ermöglicht es den Patienten, in Deutschland auf
höchstem Niveau versorgt zu werden. Im Laufe der Jahre haben sich im
Behandlungsablauf zwei unterschiedliche Verfahrensweisen entwickelt. Der
Zahnarzt versorgt seine Patienten implantologisch und prothetisch oder er
behandelt seine Patienten prothetisch in Zusammenarbeit mit einem auf
implantatchirurgische Behandlungen spezialisierten Kollegen (z. B.
Oralchirurgen bzw. Kieferchirurgen).
Zu Beginn der oralen Implantologie beschränkte sich der Einsatz von
Implantaten vorwiegend auf den zahnlosen Unterkiefer. Der Zahntechniker
wurde damals zur Anfertigung des Zahnersatzes erst dann in Anspruch
genommen, wenn die Implantate gesetzt und fest eingeheilt waren. Während
dieser Zeit (ca. 1965 – 1980) war der Hauptanspruch an die orale
Implantologie, dass der Halt einer Prothese bei stark abgebautem
Unterkieferkamm verbessert wurde und der Patient dadurch wieder besser kauen
konnte. Schon dies war ein großer Zugewinn an Lebensqualität für zahnlose
Menschen.
Mit zunehmender Sicherheit der Implanteure sowie der Verbesserung der
Implantate und dadurch steigender Erfolgswahrscheinlichkeiten, konnten die
Indikationen für Implantate erweitert werden. Neben dem Anspruch an eine
Verbesserung der Kaufunktion, wurden auch ästhetische Ansprüche entwickelt.
Es wurden nicht nur zahnlose Kiefer behandelt, sondern auch zunehmend
einzelne, verloren gegangene Zähne durch Implantate ersetzt.
Anfänglich war die Implantation auf den vorhandenen, ortsständigen Knochen
beschränkt. Das konnte dazu führen, dass die Versorgung nicht immer in der
gewünschten Ausführung hergestellt werden konnte. Die Forderung, das
Implantat an die Stelle zu setzen, an der der ursprüngliche Zahn gestanden
hatte, kann heute durch verändertes Implantatdesign schon bei geringerem
Knochenangebot erfüllt werden. Das Implantat muss nun nicht mehr nur nach
dem vorliegenden Knochenangebot gesetzt werden, sondern nach prothetischen
Gesichtspunkten. Der Chirurg ist in der Lage, Knochen dort hinzubringen, wo
er funktionell gebraucht wird. Einhergehend ist auch der ästhetische
Anspruch der Patienten angestiegen.
In der Öffentlichkeit erscheint der Zahntechniker als Mitglied des
Behandlungsteams selten, obwohl er die Kronen und Prothesen fertigt. Sein
Ziel ist es, Zahnersatz so zu gestalten, dass gemäß dem Leitspruch der
Zahntechniker – „Ihr schönster Schmuck – schöne Zähne“ – niemand diesen
„Schmuck“ erkennt. So besteht beispielsweise die große Kunst des
Zahntechnikers darin, aus bis zu 20 verschiedenen keramischen Massen eine
Krone bei teilweise über 1.000 oC zu brennen, die den Nachbarzähnen so
angepasst ist, dass niemand hinter dem Zahn ein zahntechnisches Kunstwerk
vermutet.
Die moderne orale Implantologie zeichnet sich durch eine ausgeprägte
präimplantologische Diagnos-tik aus, in die der Zahntechniker von Anfang an
eingebunden ist. Er erstellt die Röntgen- und die Bohrschablonen. Vor der
Implantation wird gemeinsam mit dem Zahnarzt und dem Patienten die
prothetische Versorgung erarbeitet. Besonders beim zahnlosen Kiefer ist
diese Vorplanung wichtig. Der Wunsch nach einer Versorgung, die abends nicht
im Wasserglas landet, ist verständlicherweise groß. Oft lässt sich das aber
nur mit sehr großem chirurgischen Aufwand verwirklichen. Dann ist eine z. B.
über Doppelkronen verankerte, abnehmbare Prothese die weniger belastende
Variante. Der Zahnersatz sitzt trotzdem fest und auch die Zunge hat ihren
normalen Freiraum.
Bei komplexeren Fällen wird zunehmend eine computertomographische
Untersuchung zur Diagnostik herangezogen. Auf diese Weise erhält das
implantologische Team nicht nur Informationen über die Knochenquantität,
sondern auch über die Knochendichte. Eine bessere Prognose über die
Haltbarkeit der Implantate wird möglich. Zur radiologischen Untersuchung
wird dem Patienten eine vom Zahntechniker gefertigte Schiene eingesetzt, die
meist eine einfache Kopie der geplanten Prothese dar-stellt. Somit wird eine
dreidimensionale Darstellung des Kiefers in speziellen Planungsprogrammen
möglich. Hier wandelt sich das Berufsbild des Zahntechnikers vom Handwerker
zum „IT-Spezialisten“. Vom Chirurgen werden die Implantatpositionen im
Planungsprogramm bestimmt. Die gewonnenen Daten werden vom Zahntechniker mit
Hilfe einer 5-Achs-Bohrmaschine auf das Kiefermodell des Patienten
übertragen. Der Zahntechniker fertigt dann auf dem Modell eine Bohrschablone
z. B. aus Ti-tan, die dem Chirurgen am Patienten die exakt geplante
Implantatposition wiedergibt.
Die CT-Diagnostik ist auch Grundlage einer neuen Versorgungsform, bei
welcher der Zahnersatz bereits vor der Implantation hergestellt wird. Auch
hier wird mit Hilfe einer speziellen Computersoftware der Zahnersatz geplant
und die Implantate können dann entsprechend positioniert werden. Eine
Operationsschiene ermöglicht dem Zahntechniker, Implantatkopien in ein
Modell zu setzen und darauf die prothetische Versorgung vor der Implantation
zu fertigen. Die präzise Abstimmung von CT-Planung, Operationsschiene,
Fertigung des Zahnersatzes im Labor und Übertragung in den Mund, ermöglicht
es dem Chirurgen ohne große Eröffnung der Schleimhaut, die Implantate zu
setzen und sofort die implantatgestützte provisorische Versorgung
einzugliedern. Die Belastung für den Patienten wird auf ein Minimum
reduziert und erscheint somit besonders für ältere Patienten geeignet.
Voraussetzung ist allerdings ein ausreichendes Knochenangebot, so dass diese
Behandlungsart nicht bei jeden Patien-ten angewendet werden kann.
Der moderne Zahntechniker beherrscht nicht nur die CT-Planungssoftware, auch
im Operationssaal kann er gefragt sein. Immer häufiger werden in einer
einzigen Behandlungssitzung – z. B. nach Unfällen – zerstörte Zähne
entfernt, Implantate gesetzt und vom Zahnarzt mit Hilfe des Zahntechnikers
provisorisch versorgt.
Zahntechnik braucht Nähe!
Die Komplexität der modernen zahnmedizinischen Versorgung erfordert eine
immer engere Kooperation zwischen Zahnarzt, Chirurgen, Radiologen,
Anästhesisten und Zahntechnikermeister. Das dazu notwendige hoch
spezialisierte implantologische Wissen ist weder Bestandteil des
Zahnmedizinstudiums, noch der zahntechnischen Gesellen- oder
Meisterausbildung. Von verschiedenen implantologischen Fachgesellschaften
für Zahnärzte und spezielle Fortbildungsakademien für Zahntechniker wer-den
hierzu mehrmonatige Seminare angeboten.
Die Aneignung dieser Kenntnisse und die stetige Fortbildung auf dem Gebiet
der Implantologie haben entscheidend dazu beigetragen, dass die orale
Implantologie zu einem sicheren und erfolgreichen Behandlungskonzept
geworden ist.
Kurzvita:
Rainer Struck, Jahrgang 1956, Abitur,
Gesellenprüfung 1978, Meisterprüfung 1985, seit 1994 selbstständig,
Vorstandsmitglied der Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg, Leiter der
ProLab-Akademie für Implantatplanung und Prothetik, Gründungsmitglied der
BioDentalPartner, seit 1983 spezialisiert auf implantatgetragenen Zahnersatz |