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Prof. Dr. Dr. Siegmar Reinert, Ärztlicher Direktor: Fehlbildungen im Gesicht – operative und konservative Therapie - Teil II  Ohranlegeplastik
siegmar.reinert@med.uni-tuebingen.de

13. IZZ-presseforum, 15. Juni 2007, Tübingen: Zahnmedizin in Theorie und Praxis - Insbesondere bei Kindern
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
Universitätsklinikum Tübingen.

Inhalt (Es gilt das gesprochene Wort)

Das sog. abstehende Ohr ist die häufigste Ohrmuschelfehlbildung. Sehr viele Menschen sind durch Anomalien der Form des äußeren Ohres so wenig gestört, dass sie sich deswegen nicht einer Operation unterziehen würden. Die Indikation zur operativen Korrektur erfolgt aufgrund emotionaler psychologischer Faktoren der Patienten (z.B. Hänseln in der Schule) oder funktioneller Probleme beim Tragen einer Kopfbedeckung. Im Allgemeinen wird der Zeitpunkt des Eingriffs vor der Einschulung gewählt.
Abstehende Ohren sind meistens bedingt durch eine mangelhafte Faltung des Ohrmuschelknorpels, seltener auch durch eine zu große sog. Concha oder einen zu großen Winkel zwischen Ohrmuschelknorpel und seitlichem Schädel.
In der Literatur findet man eine Vielzahl standardisierter chirurgischer Korrekturmethoden. Die Vielzahl der Verfahren zeigt, dass es die Methode zur Ohrmuschelreliefplastik anscheinend nicht gibt. Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile.
In der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Tübingen wird standardisiert eine Ohrmuschelknorpelfaltung mit nicht abbaubaren Fäden vorgenommen, wobei der Knorpel zuvor geschwächt wird, um die Rückstellkraft des Knorpels zu vermindern. Ergänzend wird bei Bedarf eine Reduktion oder Verkleinerung der sog. Concha vorgenommen. Die nicht abbaubaren Fäden sorgen für ein stabiles Ergebnis ohne Fremdkörperreaktionen.
Die vorgestellte Technik ergibt reproduzierbare und ästhetisch sehr schöne Ergebnisse, so dass ein natürlich aussehendes Ohrmuschelrelief erzielt werden kann. Die Methode kann ebenfalls bei Jugendlichen oder Erwachsenen angewendet werden und zeigt auch hier ausgezeichnete Ergebnisse. Die Operation wird bei Kindern im Allgemeinen in Vollnarkose, bei Erwachsenen zum Teil auch in örtlicher Betäubung und in der Regel ambulant vorgenommen. Durch den Zugang auf der Rückseite der Ohrmuschel entstehen keine sichtbaren Narben.


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   Stand: FEBRUAR 2012

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