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Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann, Leitender Oberarzt: Fehlbildungen im Gesicht - operative und konservativeTherapie; Teil I  Blutschwämme und Hämangiome
juergen.hoffmann@uni-tuebingen.de

13. IZZ-presseforum, 15. Juni 2007, Tübingen: Zahnmedizin in Theorie und Praxis - Insbesondere bei Kindern
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
Universitätsklinikum Tübingen.

Inhalt (Es gilt das gesprochene Wort)

Etwa jedes dritte Kind wird mit einem Gefäßmal geboren oder entwickelt eines im ersten Lebensmonat. Meist handelt es sich um einen so genannten Storchenbiss, der sich spontan zurückbildet. Bei ca. 2 bis 3 Prozent aller Säuglinge bildet sich jedoch ein Hämangiom, also ein gutartiger endothelialer Tumor. In 60 Prozent der Fälle treten diese im Kopf- und Halsbereich auf.

Das klinische Bild eines Hämangioms reicht von überwärmten Schwellungen mit beerenartiger Vorwölbung bis zu ausgedehnten infiltrierenden Geschwulsten. Nach einer Proliferationsphase, die etwa zwei Jahre dauert, bilden sich Hämangiome bis zur Pubertät bei fast 90 Prozent der Kinder zurück.

In den übrigen Fällen kann es jedoch zu einem erheblichen Größenwachstum kommen, wobei die Gefäßveränderungen nicht nur entstellend wirken, sondern auch Sprechen, Essen und das Atmen erheblich behindern können .

Abhilfe schafft eine maßgeschneiderte Diagnostik und Therapie, bei der am Tübinger Universitätsklinikum Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten.

Ziel der Behandlung ist es bei Hämangiomen zunächst, das weitere Wachstum zu stoppen. Hierbei kommen in erster Linie moderne Lasertechniken zum Einsatz. Einige Laser wirken nur oberflächlich, können aber ohne Narkose eingesetzt werden. Der Nd:YAG-Laser dagegen dringt bis zu acht Millimeter in die Haut ein.

Die Behandlung ist etwas schmerzhaft, Kinder brauchen eine Vollnarkose. Liegt ein voluminöses Hämangiom vor, so kann dieses mit einer Glasfaser punktiert und von innen behandelt werden.
Bei großen Hämangiomen sind oft mehrere Sitzungen erforderlich. In ausgewählten Fällen, insbesondere bei umschriebenen Blutschwämmchen mit raschem Wachstum, kommt auch eine chirurgische Therapie in Betracht. Damit ist dann das Problem oft mit nur einer Operation zu beheben.
Deutlich seltener treten sogenannte vaskuläre Malformationen auf, die grundsätzlich von den Blutgefäßschwämmchen unterschieden werden müssen. Im Gegensatz zu diesen bestehen hier anlagebedingte Gefäßveränderungen, welche sich nicht spontan zurückbilden.
Für deren Therapie ist eine sorgfältige Subdifferenzierung von hoher Bedeutung. Diese wird neben der klinischen Beurteilung durch moderne diagnostische Verfahren, wie z.B. der farbkodierten Duplex-Sonographie, unterstützt.

Bei der Behandlung der venösen Malformation, vergleichbar mit einer Krampfader im Gesichtsbereich, stehen Verödungsbehandlungen im Vordergrund.
Diese Behandlung wird durch konventionelle chirurgische oder lasertherapeutische Maßnahmen ergänzt.

Kapilläre Gefäßanomalien, das sogenannte Feuermal, wird heutzutage mit hochenergetischem gepulstem Licht behandelt, während stark perfundierte Gefäßveränderungen (AV-Malformationen) zunächst durch eine Gefäßdarstellung beurteilt und ggf. im Rahmen dessen verschlossen werden. In den meisten Fällen muss hier jedoch auch eine umfangreiche chirurgische Therapie erfolgen.
Die Behandlung von Gefäßveränderungen erfordert insbesondere im Kopf- und Halsbereich ein sehr differenziertes Vorgehen unter Nutzungen befundspezifischer Behandlungsmethoden.
Hierfür hat sich die Therapieplanung im Rahmen einer interdisziplinären Sprechstunde bewährt, wie sie an der Tübinger Klinik bereits seit mehreren Jahren angeboten wird.


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   Stand: FEBRUAR 2012

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