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Professor Dr. Dieter Riemann: Neurophysiologie des
Schlafs / Schlafstörungen
Sektionsleiter Klinische Psychologie und Psychophysiologie, Bereich
Psychophysiologie/Schlaflabor, Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik,
dieter_riemann@psyallg.ukl.uni-freiburg.de
Im Vortrag wird ein Überblick über die verschiedenen
neurologisch-psychiatrisch relevanten schlafmedizinischen Krankheitsbilder
gegeben:
Die naturwissenschaftliche Erforschung des Schlafs hat in den letzten 50
Jahren, ausgehend von der Entdeckung des REM-Schlafs, dramatische
Fortschritte gemacht. Wir wissen nun, dass der Schlaf des Menschen durch den
zyklischen Ablauf der Schlafstadien 1 bis 4 im Wechsel mit den
REM-Schlafstadien charakterisiert ist. In den tiefen Schlafstadien 3 und 4
ist die Weckschwelle am höchsten und dieser Anteil des Schlafs wird für die
me-tabolische Erholung verantwortlich gemacht. Im REM-Schlaf ist das Gehirn
sehr aktiv, wir träumen lebhaft und es spricht vieles dafür, dass Prozesse
des motorischen und emotionalen Lernens an diese Schlafstadien gekop-pelt
sind. Obwohl die Frage nach der Funktion des Schlafs noch nicht
ab-schließend geklärt ist, spricht vieles dafür, dass der Schlaf einerseits
für me-tabolische Erholung, Prozesse von Lernen und Gedächtnis und
anderer-seits für das Funktionieren des Immunsystems verantwortlich ist.
Im neurologisch-psychiatrischen Bereich spielen vor allem die insomni-schen
Störungen, d.h. die Krankheiten mit Klagen über Schlaflosigkeit eine Rolle.
Insomnien betreffen etwa 10% der Bevölkerung in westlichen
Indust-rienationen und können durch psychische und organische Ursachen
aus-gelöst werden. Darüber hinaus kann Insomnie eigenständig als sogenann-te
primäre/psychophysiologische Insomnie vorkommen. Die
Behand-lungsmöglichkeiten der Insomnie sind mannigfaltig und schließen
phar-makologische und kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapiestrategien
mit ein. Neben den Insomnien spielen auch hypersomnische Störungen und die
sogenannten Parasomnien eine Rolle in der neurologisch-psychiatrischen
Schlafmedizin. Die Narkolepsie z.B. ist durch imperativen Einschlafdrang,
Kataplexien, lebhaftes Träumen am Tag und hypnagoge Halluzinationen und
Schlaflähmung charakterisiert. Zu den Parasomnien gehören Phänomene wie etwa
der Pavor nocturnus, das Schlafwandeln, das Sprechen im Schlaf etc. Diese
müssen abgegrenzt werden von nächt-lichen epileptischen Anfällen.
12. IZZ-presseforum, 21. Juli 2006, Freiburg
Zahnmedizin in Theorie und Praxis
Universitätsklinik für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde Freiburg
Schlafbezogene Atmungsstörungen im Fokus der zahnärztlichen und ärztlichen
Schlafmedizin |