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PD Dr. Matthias Henschen: Schlafatmungsstörungen bei Kindern
Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg,
matthias.henschen@sbk-vs.de

Schlafuntersuchungen bei Kindern werden in den letzten Jahren zunehmend häufiger angewendet, um verschiedenste Krankheitsbilder zu erfassen und letztendlich bestmöglich zu therapieren. Symptome und therapeutische Optionen unterscheiden sich dabei grundsätzlich von denen bei Erwachsenen.
Obstruktive Apnoen sind definiert als mindestens zweimalige vergebliche Atembemühungen bei Atemwegsverschluss. Unabhängig von ihrer Dauer werden sie als pathologisch bewertet, wenn sie mehr als einmal pro Stunde auftreten. Zentrale Apnoen, definiert als das Aussetzen jeder Atemanstrengung, werden erst in einer Häufigkeit von größer dreimal pro Stunde als pathologisch angesehen. Sie sind gekennzeichnet durch eine Dauer von mehr als 20 Sekunden oder weniger, wenn sie mit einer Entsättigung von größer 4% oder einer altersspezifischen Bradykardie einhergehen. Hypopnoen schließlich werden als Reduktionen des Atemflusses um mehr als 50% zusammen mit Arousal und / oder Entsättigungen > 4% und / oder SaO2-Werten < 90% definiert.
Einflussfaktoren sind insbesondere das Lebensalter und damit zusammenhängend der Anteil des REM (Rapid Eye Movement) -Schlafes in Relation zur Gesamtschlafdauer, sowie die Entwicklung verschiedener Reflexe.
Symptome sind morgendlicher Kopfschmerz, Verhaltensstörungen, Schulversagen, sekundäre Enuresis, Müdigkeit untertags, abnorme Gewichtsentwicklung, Bluthochdruck und selten eine chronische Herzerkrankung. Schnarchen (Prävalenz 3-12%) ist nicht mit einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom (Prävalenz 0,7 – 2%) gleichzusetzen.
Spezielle Krankheitsbilder wie der plötzliche Kindstod oder die bronchopulmonale Dysplasie nach Frühgeburtlichkeit kommen nur im Kindesalter vor, andere wie die Pierre Robin Sequenz mit kleinem Mundboden benötigen die maßgebliche Therapie in diesem Alter. Schließlich sollen noch drei Krankheitsbilder genannt werden, die vor allem auch das Kindesalter betreffen und bei denen die Beurteilung des Schlafes unbedingt dazu gehört: Die Trisomie 21 oder das Down-Syndrom, die Achondrodysplasie („Liliputaner“) und schließlich die Muskeldystrophie Duchenne.


12. IZZ-presseforum, 21. Juli 2006, Freiburg
Zahnmedizin in Theorie und Praxis
Universitätsklinik für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde Freiburg
1. Schlafbezogene Atmungsstörungen im Fokus der zahnärztlichen und ärztlichen Schlafmedizin


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