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<< kulturpunkt-titel 10-3: "Erdbeben in Chile" >>
http://www.zeit.de/politik/2010-02/erdbeben-chile-wissen
http://www.oe24.at/welt/Erdbeben-in-Chile-fordert-ueber-700-Tote-0654029.ece

Inhaltsfolge:
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Folgen des Erdbebens auf die touristische Infrastruktur
2 Tsunami
3 Erdbeben-Auswirkungen durch und auf die Menschen
4 Stellungnahmen
5 Zu den Schlagworten: Erdbeben | Naturkatastrophe | Tsunami | Wissenschaft | Geowissenschaft

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"Chile auf der ITB Berlin : Folgen des Erdbebens auf die touristische Infrastruktur"
Global Communication Experts; www.gce-agency.com
Hanauer Landstr. 184, 60314 Frankfurt; mail@gce-agency.com; presse.chile@gce-agency.com.
Aktuell, 4.3.10
Das Erdbeben in Chile der Stärke 8,8 am frühen Morgen des 27. Februar 2010 erschütterte besonders die Städte Concepcion, Talcahuano und Temuco sowie eine Reihe von kleinen Städten an der Zentralküste des Landes. Die touristische Infrastruktur des Landes hat insgesamt nur wenige Schäden davon getragen.
Die fünf Tourismusregionen von Turismo Chile melden folgende Updates:
Wüste – Der Norden Chiles war vom Erdbeben nicht betroffen und hat keine Schäden erlitten.
Osterinseln – Die Osterinseln, die 3.700 Kilometer und 5,5 Flugstunden von Chile entfernt liegen, wurden vom Erdbeben nicht berührt.
Santiago und Zentralregion – Der Flughafen von Santiago de Chile hat Gebäudeschäden im Passagierterminal gemeldet. Die Rollbahnen erlitten keine Schäden.
Strom und Telefonleitungen in Santiago de Chile wurden wieder instand gesetzt. Der öffentliche Verkehrsbetrieb der Stadt ist voll in Betrieb. Valparaiso und Viña del Mar haben ebenfalls Schäden bekannt gegeben. Das jährliche „Viña del Mar International Music Festival” wurde kurzfristig abgesagt.
Seen und Vulkane – Der nördliche Teil der Region „Seen und Vulkane“ in der Nähe von Concepcion und dem Bio Bio River war vom Erdbeben am meisten betroffen. Die Behörden arbeiten noch daran, den Gesamtschaden abzuschätzen. Die Grundversorgung mit Wasser, Strom und Telekommunikation wird derzeit schrittweise wieder in Stand gesetzt. Der südliche Teil der Region wurde vom Erdbeben nicht betroffen. Der Betrieb in den beliebtesten Touristenstädte Pucon, Puerto Varas und Puerto Montt läuft normal.
Patagonien – Die Region ganz im Süden des Landes wurde vom Erdbeben nicht betroffen – keine Schäden wurden gemeldet.
„Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gilt den betroffenen Familien, die ihre Angehörigen verloren haben”, sagte Pablo Moll, Executive Director von Turismo Chile. „Chilenen sind belastbare Menschen und wir arbeiten hart daran, den betroffenen Regionen schnell wieder auf die Beine zu helfen. Wir freuen uns, weiterhin Besucher willkommen zu heißen und werden unser Bestes tun, damit sie sich bei uns sicher fühlen.”

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Wie Kontinentalplatten einen Tsunami auslösen
Nach den starken Erschütterungen der Erdkruste herrschte fast im gesamten Pazifikraum Tsunami-Alarm. Doch wie gefährlich war die Situation wirklich?
Trümmer nach dem Erdbeben: Die Nazca-Erdplatte drängt sich vor Chile schräg unter die südamerikanische Platte. Ruckt es dort, können Tsunamis ausgelöst werden. An der chilenischen Küste werden immer wieder heftige Erschütterungen registriert. Auch das bislang stärkste je gemessene Erdbeben trat in dieser Region auf, gut 200 Kilometer südlich vom Zentrum des aktuellen Bebens. Damals, im Mai 1960, erreichten die Erschütterungen eine Stärke von 9,5. Zum Vergleich: Das Seebeben vor Sumatra im Dezember 2004, das den verheerenden Tsunami auslöste, hatte eine Intensität von 9,1.

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Erdbeben-Auswirkungen durch und auf die Menschen:
Plünderungen nach Erdbeben Chiles Regierung verhängte Ausgangssperre.
In Concepcion musste die Feuerwehr zeitweilig die Bergung von Überlebenden einstellen, weil Menschen massenhaft Waren aus einem halb zerstörten Supermarkt davontrugen.
Nach dem verheerenden Erdbeben in Chile häufen sich im Katastrophengebiet die Plünderungen. In Concepcion musste die Feuerwehr sogar zeitweilig die Bergung von Überlebenden einstellen, weil die Polizei Tränengassalven auf Menschen abfeuerte, die massenhaft Waren aus einem halb zerstörten Supermarkt davontrugen. Deshalb wurde ein Ausgangsverbot von 21.00 bis 6.00 Uhr verhängt. Die in Santiago lebenden rund 50 Österreicher sind wohlauf, berichtete das Außenamt, nach Concepcion habe man allerdings keine Verbindung. Auch SOS-Kinderdörfer wurden beschädigt.
Ausmaß noch nicht absehbar.
Präsidentin Michelle Bachelet ermächtigte die Streitkräfte, für Recht und Ordnung zu sorgen. Zugleich wurde das Militär mit der Verteilung von Lebensmitteln, Trinkwasser und Decken sowie mit der Räumung von Trümmern beauftragt. Die Elektrizitätswerke wurden aufgerufen, vorrangig in Krankenhäusern die Stromversorgung wiederherzustellen, um die medizinische Behandlung der Verletzten sicherzustellen.

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Erste Stellungnahmen
http://www.oe24.at/welt/Erdbeben-in-Chile-fordert-ueber-700-Tote-0654029.ece
Nach jüngsten Regierungsangaben kamen bei dem Beben der Stärke 8,8 mindestens 708 Menschen ums Leben. Das genaue Ausmaß der Katastrophe war noch immer nicht absehbar, zumal immer neue Nachbeben das Katastrophengebiet rund 320 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago erschütterten. Diese brachten viele beschädigte Gebäude endgültig zum Einsturz und lösten bei der Bevölkerung Panik aus.

Vorwurf an Marine
Der chilenische Verteidigungsminister Francisco Vidal warf unterdessen der Marine vor, keine Tsunami-Warnung ausgegeben zu haben. Hafenkapitäne hätten jedoch in Eigenregie Vorkehrungen für eine riesige Flutwelle getroffen und damit hunderte, wenn nicht tausende Menschen gerettet, sagte Vidal im Rahmen einer Pressekonferenz.
Mehrere Küstengebiete wurden am Samstag von hohen Wellen getroffen, eine noch unbekannte Anzahl Menschen fiel ihnen zum Opfer. Die Behörden mussten später einräumen, dass es sich in der Tat um Tsunami-Wellen gehandelt habe. Die Marine hat für solche Fälle einen Notfallplan, der es den lokalen Behörden erlaubt, die Bevölkerung auch ohne amtliche Anweisung zu warnen, wie Vidal erklärte: "Dank dieses Systems konnten die Menschen trotz des Diagnosefehlers der Marine alarmiert werden und sich auf Hügel retten." Zwischen dem Beben und den Flutwellen verstrichen nur etwa 30 Minuten.

Nach dem schweren Erdbeben gab die Tsunami-Warnzentrale auf Hawaii einen Alarm für 53 Pazifik-Anrainerstaaten heraus. Allerdings blieben die Auswirkungen dort begrenzt, es wurden keine weiteren Opfer aus Australien, Tonga, Japan, Russland oder Hawaii gemeldet.
Die zerstörte Küstenstadt Concepcion war auch am Montag weder via Landweg noch via Telefon erreichbar. Deshalb konnte man im Außenministerium auch noch nicht sagen, ob bzw. wie viele Österreicher sich dort möglicherweise aufhalten, berichtete Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Zu den rund 50 Auslandsösterreichern, die in der Hauptstadt Santiago leben, wurde Kontakt hergestellt. Alle seien "den Umständen entsprechend wohlauf".

Auch SOS-Kinderdörfer wurden von den Erdstößen beschädigt. Besonders heftig waren die Auswirkungen in Bulnes, wo sechs Familienhäuser in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Dort und in den anderen drei SOS-Kinderdörfern der Region gab es weder Strom noch Wasser. Verletzte waren aber nicht zu beklagen - Kinder, Familien und Mitarbeiter seien wohlauf, hieß es am Montag in einer Aussendung der Organisation.
Die EU-Kommission hat indes für die Versorgung der Erdbebenopfer drei Millionen Euro Soforthilfe bereitgestellt, teilte die zuständige Kommissarin Kristalina Georgiewa am Montag in Brüssel mit. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach der chilenischen Bevölkerung sein Beileid aus.

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Zu den Schlagworten: Erdbeben | Naturkatastrophe | Tsunami | Wissenschaft | Geowissenschaft

Die chilenische Küste ist Teil einer "Verschluckungszone", in der eine Erdplatte unter eine andere abtaucht. In diesem Fall ist es die Nazca-Platte, die sich mit einer Geschwindigkeit von rund acht Zentimetern im Jahr unter die südamerikanische Platte schiebt. Dabei wird der komplette Untergrund des Ostpazifiks von den gewaltigen Kräften im Erdinneren in die Tiefe gezogen. Obwohl die nassen Sedimente des Meeresbodens ein gutes Schmiermittel sind, gerät die Bewegung immer wieder ins Stocken. Von unten wird gezogen, von hinten gedrückt – bis die angreifenden Kräfte so groß sind, dass die verhakten Gesteinsschichten aufreißen und die Platte ein Stück weiterrückt. Noch gibt es keine genauen Zahlen. Bei einem Beben dieser Stärke dürften es aber einige Meter sein, um die der Meeresboden unter Südamerika geschoben wurde.

Wesen des Erdbebens:
Wesentlich für die Stärke eines Erdbebens ist, welche Ausmaße die Fläche hat, die aufreißt. Gerade in den Verschluckungszonen kann diese sehr groß sein. Denn die Grenzen der aneinanderstoßenden Erdplatten stehen nicht senkrecht zur Erdoberfläche, sondern schräg, entsprechend der "Tauchbewegung". Schräge Linien sind länger als senkrechte, also kann auch die Bruchfläche viel größer werden. Zudem ist die Erdkruste unter Südamerika sehr dick, was noch mehr Platz für einen Bruch schafft. Es verwundert daher kaum, dass es seit 1973 an der chilenischen Küste 13 Beben mit einer Stärke von mindestens 7,0 gab.

Infografik© Anne Gerdes/ZEIT Grafik

Die Weltkarte der Erdbebengefahr
Die Erdbebenstärke ist – wie auch die Lautstärke – ein logarithmisches Maß, sie lässt sich nicht auf einem Lineal darstellen. Ein Schritt von 7,0 zu 8,0 bedeutet, dass 30-mal so viel Energie freigesetzt wird. Von 7,0 zu 9,0 ist es schon fast tausendmal so viel. Auch die Häufigkeit der Erdbebenstärken ist logarithmisch verteilt. Je heftiger, desto seltener. Vereinfacht kann man sagen, dass weltweit gesehen etwa hundertmal im Jahr 6er-Beben auftreten, zehnmal Erschütterungen der Stärke 7, einmal ein 8er-Beben – und etwa einmal im Jahrzehnt ein 9er-Beben. Die Erdstöße von Chile waren also selten stark, aber kein "Jahrhundertbeben".

Lösen solche Erdbeben Tsunamis aus?
Gerade die Erschütterungen vor Chile sind geeignet, um die gefürchteten Wellen loszutreten. Eine Voraussetzung dafür ist, dass sich die Wasserhöhe schlagartig ändert. Schieben sich zwei Erdplatten nur aneinander vorbei wie bei dem Januar-Beben von Haiti, fehlt der vertikale Impuls. Anders vor Chile: Die Nazca-Platte drängt sich schräg unter die südamerikanische. Ruckt es dort, können Tsunamis ausgelöst werden. Deshalb wurde rings um den Pazifik eine Warnung ausgegeben. Die Ausbreitung der Tsunami-Wellen nach dem Beben vor Chile haben japanische Wissenschaftler in einem Modell simuliert und ins Netz gestellt. Hier können Sie sich die Animation anschauen.

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   Stand: FEBRUAR 2012

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