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Quilt von Barbara Fisher, Amish, 1990
Titel kultur-punkt 09-11: "Les Amish" und "Die
Gelassenheit" - Ausstellung "Une monde à part. des QUILTS à part" .
Bis 15.1. '10 in F-68160 Ste. Marie aux mines (via Colmar in
Richtung St.Die)
ie.info@orange.fr; jlegeret@worldcom.ch;
www.quiltsamish.com;
ÜBERBLICK
DIE AMISHEN UND IHRE QUILTS oder die Kunst der Gelassenheit
Was haben pennsilvanische Amishe und schweizer Konstruktivisten
gemeinsam?
Die "Ordnung", die im Konstruktivismus* wie im Quilt seriell und
modular gestaltet ist, zusammen mit eine abstrahierenden Weltsicht,
die der herrschenden Prothesen-Zivilisation* ästhetisch durch
Abstandnahme, "Gelassenheit" geprägt ist. Auch wenn diese
Gestaltungs- und Lebensweise durch Ab- und Ausgrenzung schmerzlich
lebensbegleitend erarbeitet werden muss, wie es am Beispiel des
Quilt von Barbara Fisher, Amish, 1990 sichtbar wird, damals
74-jährig, hat jahrzehntelang zeremoniell eingesetzten Wollstoff
gesammelt um diesen Quilt in Gelassenheit mit lebenshandwerklicher
Reife, ja Weisheit zu schaffen.
*) Lhose im Diskurs mit Prankl, Venedig 1978) Es geht es um
serielle, modulare "Ordnungen" und oft Ausgrenzung in der Rezeption,
die schmerzlich, schliesslich nur mit Gelassenheit zu ertragen ist:
"Die konkrete Kunst besitzt einen universellen Charakter. Oft für
denjenigen, der im Kampfe um sein Brot steht, nicht leicht
erkennbar, manifestiert sich doch in diesen Arbeiten eine soziale
Grundhaltung, welche aus der Vereinzelung zu einer überindividuellen
Ordnung gelangen will."
Vertiefender Hinweis:
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/lhose10-02.htm
INHALT
Dr. Andrea M. Schneider;
http://www.quiltlady.at/AmishQ.htm
Oberstes Prinzip ist es, sich von allem „Weltlichen“
fernzuhalten- "Gelassenheit* zu üben".
Dies ist natürlich nicht in der ursprünglich gedachten Form
gelungen, wir finden amishe Gruppen der „Old Order“ aber auch
gemäßigtere Formen, und man machte teilweise Konzessionen an die
industrielle Entwicklung (ursprünglich durften die Amishen nicht
einmal elektrischen Strom verwenden).
Der Ursprung der Amishen, einer kleinen und höchst konservativen
Religionsgemeinschaft, liegt in der Bewegung der Wiedertäufer. Aus
der Protestantischen Reformation im Europa des 16. Jahrhunderts
formierten sich die von der römisch-katholischen Kirche nicht
geduldeten und verfolgten Religionsgemeinschaften um Menno Simons (Mennoniten)
und Jacob Hutter (Hutterer) vor allem in den Niederlanden und der
Schweiz. Erst 1690 spalteten sich die Amishen unter Jacob Amman von
den Mennoniten ab. Sie wanderten vor ca. 250 Jahren nach
Pennsylvania, Indiana, Ohio, Iowa, Kansas, Oklahoma, Illinois und
Kanada aus und haben sich dort von einer handvoll isolierter
Immigranten zu einer Kultur entwickelt, wo Beständigkeit, Strenge
und Symbolismus eine dynamische soziale Botschaft darstellen.
Ihr oberstes Prinzip ist es,
sich von allem „Weltlichen“ fernzuhalten. Dies ist natürlich nicht
in der ursprünglich gedachten Form gelungen, wir finden amishe
Gruppen der „Old Order“ aber auch gemäßigtere Formen, und man machte
teilweise Konzessionen an die industrielle Entwicklung (ursprünglich
durften die Amishen nicht einmal elektrischen Strom verwenden).
„Ordnung“ hat einen hohen
Stellenwert im Leben der Amishen und strenge Regeln bestimmen das
tägliche Leben. Diese Regeln machen sich auch in ihren Quilts
bemerkbar.
Der größte Teil erhaltener
amisher Quilts stammt aus der Zeit von 1880 bis 1960, wobei die
meisten davon im 20. Jahrhundert hergestellt wurden. Vor 1880 wurden
kaum Quilts in Patchworktechnik hergestellt. Dies ist darauf
zurückzuführen, dass erst mit der Erfindung und Verbreitung der
Nähmaschine in Amerika (ab ca. 1840) die Amishen begannen, auch
gepatchte Quilts zu fertigen. Streng nach ihrem Prinzip, keine
unnötige Arbeitszeit zu verschwenden, begannen sie erst mit dem
Aufkommen der Nähmaschine in größerem Ausmaß mit der Herstellung von
Quilts. Die Technik dazu hatten sie ihren „englischen“ Nachbarn
abgeschaut. Wohl aber gab es zu dieser Zeit bereits „Wholecloth“
Quilts (Top bestehend aus einer/mehreren zusammengenähten
einfarbigen Stoffbahnen), die mit den für die Amishen so berühmten
kunstvollen Mustern gequiltet wurden.
Die Amishen verwendeten für ihre Quilts meist Wollstoffe oder
Baumwoll-Wollemischungen, deren Farben einen ganz besonderen
Anziehungspunkt darstellen. Die Quiltarbeit war lange eine der
wenigen Möglichkeiten für eine amishe Frau, Kunstfertigkeit und Sinn
für Ästhetik zu zeigen. Von den Farben her waren die Quilts je nach
ihrer Entstehungsgemeinde strengen Regeln unterzogen. So durften
z.B. Gelb oder Weiß in vielen Gemeinden nicht verwendet werden.
Andere leuchtende Stoffe stammen aus den Resten von Kinderkleidung
und sind sehr typisch für amishe Quilts. Eine gemeinsame Farbe
taucht allerdings in beinahe allen amishen Quilts auf: Schwarz.
Diese Farbe dominiert das Leben der Amish People und findet sich
auch in ihrer Quiltkunst. Gequiltet wird und wurde ebenfalls meist
mit schwarzem
Quiltfaden. Das dichte Quilten war nicht nur höchst dekorativ,
sondern auch notwendig, um die drei Lagen, mit loser Baumwolle als
Einlage, sicher zu verbinden.
Von den Patchwork-Mustern her finden wir in den amishen Quilts
größtenteils streng geometrische Formen wie Center Square, Center
Diamond, Nine-Patch, Bars, Split Bars oder Sterne. Wir finden kaum
Kurven oder Applikation, sie würden dem amishen Prinzip der
Einfachheit und Schlichtheit widersprechen. Ebenfalls selten findet
man mit Stickereien verzierte Quilts.
Natürlich gab es auch Modernisierungen in den Amishen Quilts.
Nachdem Amish People äußerst geschäftstüchtige (meist auch
wohlhabende) Leute sind, führen sie heute nicht nur Auftragsarbeiten
für die „Engländer“ aus, sondern verkaufen Quilts auch an die
zahlreichen vorbeikommenden Touristen.
Zur Gelassenheit (
Das Wort bleibt im Französischen unübersetzt )
Das Regelwerk der Amish -
Gelassenheit beinhaltet : Ordnung - Gewaltlosigkeit - Liebe
* Caterine et Jaques Légeret; Lisa Laurenz;
Marga und Walter Prankl ; 09-11
Die Amischen (engl. Amish
)
http://de.wikipedia.org/wiki/Amische
sind eine christliche
Religionsgemeinschaft. Sie haben ihre Wurzeln in der Täuferbewegung
des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1693 spalteten sich die Amischen von
der Gruppe der Mennoniten ab. 2008 lebten sie in 27 Staaten der
Vereinigten Staaten in 1710 Gemeinde-Distrikten. Sie führen ein
stark im Agrarbereich verwurzeltes Leben und sind bekannt dafür,
dass sie den technischen Fortschritt in vielen Fällen ablehnen und
Neuerungen nur nach sorgfältiger Überlegung akzeptieren. Die
Amischen legen großen Wert auf Familie, Gemeinschaft und
Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Sie stammen überwiegend von
Südwestdeutschen bzw. Deutschschweizern ab und sprechen
untereinander meist Pennsylvaniadeutsch.
Lisa Laurenz, Marga und
Walter Prankl ; 09-11
Gleichmut ist ein anderes Wort für Gelassenheit. Es bedeutet:
gleichen Mut, was immer auch geschieht. In der buddhistischen
Tradition wird gesagt: wenn du wissen willst, ob du Gleichmut im
Herzen trägst, dann überprüf doch mal, wie du reagierst, wenn du
gewinnst oder verlierst, gelobt oder getadelt wirst, glücklich oder
unglücklich bist. Wie gehst du damit um?
1
Reflexion üben: ...Was habe ich heute gemacht? Habe ich
verwirklicht, was ich mir vorgenommen habe? Habe ich meine Arbeit
wertgeschätzt? Waren die ganzen Aufregungen, die ich erlebt habe, es
auch wirklich wert? Oder waren es nur Seifenblasen...
2
Loslassen erarbeiten: ..Die meisten müssen sich diese
Gelassenheit erarbeiten. Was ein bisschen paradox klingt, denn
Gelassenheit hat viel mit lassen zu tun, mit loslassen...
3
Eigenverhalten wahrnehmen: Technik, die von Weisheitslehrern
verschiedener Traditionen gelehrt wird: Diese besteht darin, die
eigenen Emotionen wahrzunehmen, sie einfach nur zu beobachten, statt
sofort darauf zu reagieren. Wenn wir uns ärgern, könnten wir einfach
nur registrieren: aha, da ist Ärger, da ist Traurigkeit. Diese
Technik soll helfen, Distanz zu gewinnen...
4
Yoga / Atem üben..: Einfach nur atmen und die Gedanken
fließen lassen...
5
Gelassen ist: wer er die Probleme, die es immer im Leben
gibt, irgendwie bewältigen kann, sagt der Hirnforscher Gerald Hüther....Wenn
der Mensch lernt, mit Angst und Krisen umzugehen, dann wachsen auch
die innere Kraft und das Selbstvertrauen.... Gleichgewicht als
Arbeit / Tätigkeit: Dass man sich selbst auch ohne Arbeit
wertvoll findet und dennoch ein sinnvolles Leben haben kann oder es
dazu machen kann. Aus dieser Gelöstheit heraus entwickeln sich oft
innere Kräfte, die der Hilfesuchende braucht, um seine
Lebenssituation zu verändern. Gelassenheit hilft seelische Kräfte
und Fähigkeiten zu entdecken...
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