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W+B Agentur-Presseaussendung Juni 2004
<<Parodie zum Überleben in der Trinkkultur-Szene>>
Buchbesprechung
<<Klaus Egle: Handbuch für Weinsnobs>>
Mit Illustrationen
240 S.; illustriert, kartoniert, laminiert; EUR 19.90
Deuticke Verlag; Wien, Frankfurt a. M., 2003;
www.deuticke.at
Klaus Egle, 40,
Vorarlberger, Wien- und Weinkenner, verkostete tausende Flaschen aus allen
Weingebieten der Kontinente, besuchte insbesondere die Weinbaugebiete von
Frankreich, Italien und Spanien. Er schreibt Bücher wie Lust auf Wein…sowie
für Zeitungen und Magazine.
Egle, der sich selbst zum Weinsnobismus bekennt, definiert die für seine
Definition wichtigen Grenztypen, um sich von ihnen zu unterscheiden:
Für den Beiläufigen
ist Wein Nebensache und freut sich über ein gutes Glas und trifft ihn
beim Heurigen; für den Freak ist der Wein der Hauptgesprächsstoff,
lässt keine Verkostung aus und führt einen sauberen Weinkeller mit
entsprechender Bibliothek; für den Yuppi gilt nur was in der Szene
profiliert. Der Weinfreund ist ein Feinspitz und Bonvivant, wie Egle es
treffend formuliert. Er trinkt am liebsten die besten Weine der Welt und
achtet zugleich auf das Mass, den realen Genuss.
Egle’s Weinsnob
schliesslich definiert sich durch Persönlichkeiten wie Baron Eric de
Rothschild und dessen Aussage, auf die Frage, anfangs der 80er Jahre,
welchen Wein er am meisten bevorzuge: 1959, wenn Sie ebenfalls junge
Weine bevorzugen.
Aber auch ohne das nötige Kleingeld, kann jeder, nach Egle, sich zum
Weinsnob küren: es sind zu jeder Mahlzeit mindestens 7 Weine zu
degustieren, das Riedelglas wird zum Proberöhrchen, der Gaumen zum
Refraktometer (Traubenzuckergehalt-Messgerät), das Knoff-hoff ist
überfüllt mit entsprechenden Jahrgängen, Lagen und Geschmackseindrücken.
Bei Anwesenheit eines Sommeliers wird dieser vom Snob zum Stümper
gestempelt.
Das Buch konzentriert sich
daher auf das parodische Überleben in der Trinkkultur-Szene. Wir erfahren
alles Wissenswerte für das Bestehen bei der Begegnung mit einem Weinsnob,
seinen Riten, die ihn von allen anderen Typen unterscheiden. So werden wir
auf Empfängen, Coctailparties und bei Diners bewundert, düpieren sogar
Sommeliers im Rang von Bocuse.
Darüber hinaus gibt das Buch Hinweise für Geschenkszenen und
Verhaltensregeln dazu, z.B.: Überreichen Sie (.Name austauschbar.)die
Flasche mit den Worten Ich habe Dir da eine Kleinigkeit mitgebracht.
Es gibt Hinweise zu einigen Rezepten, in einer Jahrgangsliste von 2002 bis
1910 zurück und zu den Qualitätsmerkmalen. Parodisch wird dieses Buch noch
durch Illustrationen zu Wein-Designernasen, Riedelgläsern- Neuverwicklungen
für Weinsnobs dargeboten. Fazit: Egles Handbuch für Weinsnobs ist ein
lesenwerter und zugleich amüsanter Beitrag zum Snobismus. |