Betrifft: Abgehobenes und kundenfernes Verhalten
15.4.04
An
www.commerzbank.com
Sehr geehrte Geschäftsleitung,
aufgrund unseres Beratungsbedarfes sind wir in Lörrach u.a. an Ihre
Filiale herangetreten und haben einen Termin vereinbart.
Dabei wurden wir sowohl im Infobereich dirigistisch empfangen und auf
unseren Termin mit
MARTIN.HUMMELSIEP@Commerzbank.com hinweisend, 15 Minuten lang
hingehalten. Und obwohl Herr Hummelsiep in Sicht- und Hörweite sehr
deutlich bemerkbar war - übrigens mit einem anderen Kunden zu gleicher
Zeit verhandelte - war es dem Infopersonal nicht möglich zu ihm hinzugehen
und ihn aufmerksam zu machen. Stattdessen zappte die Infoverantwortliche
in ihrem PC um evt. und vergeblich, die Vereinbarung zu finden.
Dieses
völlig abgehobene und kundenferne Verhalten verdient somit eine
öffentliche Schelte.
Auf diese Weise werden wir unsere gegenwärtigen Dienstleistungsziele in
unserer Gesellschaft - im Umgang mit Menschen und insbesondere mit
NEUKUNDEN - damit auch wirtschaftlich nicht erreicht, ja sogar scheitern.
----- Original Message ----- From: <Bernhard.Lammert@commerzbank.com>To:
<info@kultur-punkt.ch>Cc:
<MARTIN.HUMMELSIEP@Commerzbank.com>Sent:
Tuesday, April 20, 2004 4:14 PMSubject: AW: Öffentliche Schelte
Sehr
geehrte Frau Müller-Prankl, sehr geehrter Herr Prankl,
> da das Qualitätsmanagement für Probleme zwischen unseren Kunden und
> unseren Filialen zuständig ist, bin ich von unserer Geschäftsleitung
> gebeten worden, mich um Ihr Anliegen zu kümmern. Ich habe daher umgehend
> mit der Leitung unserer Filiale in Lörrach gesprochen und um ergänzende
> Stellungnahme gebeten.
> Es tut mir Leid, dass Ihr erster Eindruck von unserer Filiale derart
> unzufriedenstellend verlaufen ist. Wie Ihnen Herr Hummelsiep in seiner
> E-Mail am 16. April 2004 schrieb, bedauert er den Vorfall sehr und
bittet
> Sie in aller Form um Entschuldigung.
> Leider bleibt mir lediglich, mich dieser Entschuldigung - auch im Namen
> unserer Geschäftsleitung - anzuschließen. Wenn Sie uns verzeihen können
> und noch Interesse an der Commerzbank haben, vereinbaren Sie doch bitte
> einen neuen Termin mit Herrn Hummelsiep.
> Wir haben das Missgeschick zum Anlass genommen, unsere
> Vertriebsmitarbeiter zu sensibilisieren und sind sicher, solch ein
> Vorkommnis in der Zukunft auszuschliessen.
> Sehr geehrte Frau Müller-Prankl, sehr geehrter Herr Prankl, ich würde
mich
> freuen, wenn Sie uns trotz Allem nochmals eine Chance geben und wir Sie
> durch unsere Leistungen in Vertrieb und Service sowie durch unsere
> Produkte überzeugen dürften.>
> Mit freundlichen Grüßen
> Bernhard Lammert
> C O M M E R Z B A N K A G
> Zentrales Geschäftsfeld Private Kunden
> Marketing / Qualitätsmanagement>
21.4.04
Sehr geehrter Herr Lammert,
es geht hier weder um Entschuldungs- noch um Verzeihens-Anliegen sondern
vielmehr und qualitativ um Vorgänge, wie solche kundenferne und
–abweisende Verhaltensweisen gar nicht erst im Raum stehen bleiben oder
diesen unverrichtet zu verlassen zwingen:
1.Freundlicher Empfang: Zum vereinbarten Berater hinführen und
bekanntmachen. Und wenn dieser doch noch eine Besprechung hat, persönlich
darauf hinzuweisen, dass ein/e andere/r BeraterIn das Gespräch übernimmt…
2. Abgeschirmter Besprechungsbereich: (obwohl der Besprechungvorgang
12 m entfernt war, konnte man Gesprächsteile des zum gleichen Zeitpunkt
anwesenden Kunden und des Beraters 15 min lang gut vernehmen).
Vergleichbare Banken, und sogar kleinere Filialen haben bereits einen
hörgeschützten, die Besprechungen wechselnden Raum oder die Kunden werden
in das eigene Arbeitszimmer der Berater geführt.
3. Kundennahe und effiziente Verhaltensweise ist nur durch ständige
Weiterbildung mit Rollenszenarien qualitativ und real zu erreichen. Diese
arbeitsleben-begleitende Fortbildung fehlt sichtlich - derzeit.
Fazit: Wir sehen das ja nicht nur in Ihrem Bereich, wie
tiefgreifend die neoliberale Haltung - derzeit im Einsparen sowohl in der
Sache, der Personalbildung und dem Outsourcing - sich geradezu
spiralenförmig auswirkt.
Aus allen diesen Gründen können wir Ihrem gewünschten Anliegen leider
nicht zustimmen, solange diese rückgewandte Haltung (als neoliberale
Marketing-Vision maskiert) im Geschäftsgebaren vor sich geht, nicht
entgegenkommen.Mit besten Wünschen für eine andere, menschenwürdige
Vision.
M+W Prankl, MA. DJV
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