Eine Kultur- und Gesundheitsreise in die Mundhöhle –
zum Stuttgarter Modell, am 25. Juni 2004
Auf diesem Weg erfahren wir auf
trans-disziplinäre Weise, wie wir für unsere Gesundheit, trotz der
drohenden fremd- und eigen bestimmten Gefahren, denen wir bereits im
frühen Alter ausgesetzt sind, tagtäglich durch richtiges Verhalten
vorsorgen können…
Dabei werden wir vom hervorragend wirkenden Forschungs- und
Entwicklungsteam der Mundhöhlen-Experten mit höchster Kompetenz begleitet.
Auf diese Weise können wir den eigen bestimmten Gefahren Schritt um
Schritt entkommen lernen – lebensbegleitet vom
>Stuttgarter
Modell
PresseIZZ@t-online.de /
Zahn-Forum /
www.zfz-stuttgart.de
Statt Schmerz, Traurigkeit und Hilflosigkeit - Unbeschwert sein
Das Stuttgarter Modell hat bereits bei 20 000 Kinderzähnen eine
integrierte Zahnsanierung mit Erfolg vorgenommen.
Im Rahmen des 10. IZZ-presseforums am Freitag, den 25.Juni 2004
stellten Zahn-/Ärzte und sowohl medizinische als auch psychologische
Therapieaspekte heraus. Zudem kommt die hohe Komplexität der richtigen
Nachsorge der behandelten Kinder zur Sprache.
Dank der Zusammenarbeit zwischen dem Zahnmedizinischem Fortbildungszentrum
IZZ und dem Olgahospital in Stuttgart können sich 1500 Kinder einer
gesunden Fortentwicklung erfreuen.
Wie diese Nach- und Vorsorge der gesunden Weiterentwicklung im einzelnen
vor sich geht, erfahren Interessierte und Betroffene an diesem Tag.
einwag@zfz-stuttgart.de: „Karies- und gingivitisfreie Zähne* – Ein
realistisches Ziel“
* Gingivitis = Zahnfleischbluten –schwächt
das Immunsystem
Sozialpsychologisches + Prophylaktisches
im Überblick
Ziel und Weg
-Belastung jeder Behandlung auf ein Minimum der Belastung senken
-Das Stuttgarter Modell hat einen bundesweit
einmaligen Modellcharakter
-Vertrauensvorschuss in die Kompetenz ist realistisch
-Der Job als Trampelpfad bleibt bestehen
Hauptproblem - Angst
tritt reflexartig auf…unabhängig von Alter Geschlecht und Bildungsgrad
(Sergel)
Es gibt das magische, Zweirichtungs - Dreieck: ->Angst<–>Schmerz<–>Vertrauen<-
Angst startet unspezifisch, banal, phobisch, unsicher, unkenntlich
Furcht ist spezifisch ( Bohrer, Sonde..)
Phobie ist grundlos, wird aber real empfunden
Ursachen:
- häuslich: reduzierter Angstzustand
- umfeldlich: negative / eigene Erfahrung
Einflüsse der Erziehung
-Ernährung: Säure, Zucker, vorerst vom Speichel neutralisiert…
-Übertriebene Behütung durch dominante Eltern:
Kinder, die nichts dürfen
Kinder von der bösen Welt
fernhalten > Omamütter ( ab Mitte dreissig...)
diese sind launisch, agressiv …
-Lieblose und abweisende Eltern:
diese Kinder sind misstrauisch
und machen sich durch Wimmern bemerkbar…
-Autoritäre Eltern:
diese Kinder werden zu
Verzögerungstaktikern
Zahnbehandlungbereich
Unsicherheiten teilen sich dem Arzt nonverbal mit…
Angstabbau - Dreieck: Ablenkung – Entspannung – Information;
Kindersprechstunde; Mehr Valenzen Ergänzungen, Geduld; Ablenkung: durch
Verstecken und Desensibilisierung
Im Wartezimmer grobmotorischer Spielzeugbereich…zum
Abreagieren der Angst…
Vorsorge / Prävention
Bis 80% aller Alters und Einkommensschichten – Kinder benötigen Prävention
Bis 90% werden durch nächtliches Dauernuggeln kariös, besonders abends
durch Zucker, Fruchtsäfte ins Fläschchen, untertags Sprudel (CO2) / Obst,
Milch.. auch in verdünnter Form.. Die Bakterien stürzen sich darauf und
scheiden Säure aus, zerstören die Zähne…
Bei Zahnersatz ( Keramik + Plastik) entstehen Zusatzkosten von
200-300 EUR.
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e.maass@olgahospital.de: „Stetige Pflege und richtige Ernährung ist
das A und O bei der onkologischen Therapie“
Onkologisches im Überblick
Allgemeines
Von krebserkrankten Kindern und Jugendlichen dabei konnten bisher zwei
Drittel geheilt werden. Erschütternd bleibt: Von 1800 an Krebs erkrankten
Kindern sterben jährlich um 600. Diese Patienten sind besonders für
bakterielle und virale Infektionen anfällig.
Zahnssanierung - vor Beginn der Krebstherapie
wird Karies entfernt, Zahnfleisch saniert, Paradontose abgetragen und
Zahnfrakturen geglättet…
Befunde bei der Behandlung
sind virenbedingte Aphten, Zahn- und Zungenbelage (Xerotomie)…
Durch die Behandlung entsteht ständig trockener Mund, der Speichelfluss
muss stimuliert werden.
Onkologische Therapie
erfolgt durch chemische Bestrahlung und Radiotherapie. Dabei ist die
Pflege der Mundhöhle anti- bakteriell und –viral besonders wichtig.
Sonst entsteht Paradontitis, Karies, Schmelzverlust,
schliesslich Verlust der Zähne…
Ziel
ist es daher Infektionen, Bluten, Störungen der Wundheilung,
Minderspeichel, falsche Ernährung zu vermeiden, die Schleimhaut zu
fördern, das Kauen und den Appetit anzuregen.
Zur Zahnpflege keine Seide oder Bürste verwenden
sondern Mundspülung.
Die erhöhten Thrombozyten- / Blutplättchen- Werte sind von oft 150 000
sind auf 20- 30 000 p/mm2 zu reduzieren, mittels Transfusion.
Durch Zellen-Stand ( statt Bewegung) entsteht Haarausfall und die bereits
erwähnte Minderschleimhaut;
Es muss Jod, Chlor und Fluor in Tablettenform
zugegeben werden und statt Amalgam wird bei Kindern
Kunststoff, Zement und Keramik eingesetzt.
Oberstes Prinzip
Stetige Pflege und richtige Ernährung ist das A und O bei der Therapie.
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r.keimer@olgahospital.de: „Wo soll ich – mit meinem behinderten
Kind – hin? – eine offene Frage“
Neurologisches, insbesondere Neuropädiatrie im Überblick
Zur Lage
Bei mehrfach behinderten Kindern
-sind – vordergründig verständlicherweise - die sogenannten jungen
OMA-Mütter (Überbehütung…)
sehr häufig;
- 53% sind zahnärztlich auffällig, 10% sind akut bedürftig.
Als Grundsatz gilt: Was man Wie machen muss!
Vorrangig bei Epilepsie
-Patienten treten Blutungsneigungen, Zahnfleischverdickungen,
schlechte Immunabwehr, ausgelöst durch zuckerhaltige Säfte,
besonders abends und nachts, auf
Auslöser
der Anfälle: Sturzanfall, Reflexanfall beim Duschen, Zähneputzen,
Stolpern, Schlag, und bei Narkosebeginn…
Geburtsschäden:
Hirn – Fehlbildung, -entzündung und -erkrankung
Diese Patienten können oft nicht sprechen, schlucken, eine Dauersonde (PEG
/ durch die Bauchwand) muss gelegt werden, damit sie sich bewegen und
laufen können, Hinzu kommt, dass durch die Medikamente Osteoporose
ausgelöst wird.
Ständige Pflege
kann nur mit einer Hilfsperson geleistet werden:
Angepasste Zahnpflege, Hygiene. Dafür gibt es zur zeit nicht genügend
ausgebildete Zahnärzte, die als Behinderten-Zahnärzte eingesetzt werden
können.
Argumentation
Behinderte Patienten können sich nicht genügend artikulieren, oft
durch Gebissanomalien noch verstärkt, es gibt und kommt zur
Sprachretardierung und so entsteht die ernsthafte Frage:
Wo soll ich – mit meinem behinderten Kind – hin?
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f.uhlemannn@olgahospital.de: „Was in Deutschland fehlt ist ein
einheitlicher Risikopass“
Herzfehler – im Überblick
Ca. 1% von Kindern haben einen Herzfehler. Ca 15 % von diesen sterben vor
dem Erwachsenenalter.
Endokarditis / Herzfehler wird durch eine bakterielle oder eine
mikrobielle Erkrankung ausgelöst.
Erreger sind 50% vergrünende Streptokokken. Die führen überall zu
Infarkten.
Nachweis erfolgt durch Blutuntersuchung.
Der Verlauf der Endokarditis
ist vorerst schwer einzuordnen. Allgemeine Symptone zeigen
Abgeschlagendheit, Appetitlosigkeit, Fieber, neuartiges Herzgeräusch und
Bauchschmerzen in der grossen Milz.
Folge und Prophylaxe
Verminderte Abwehr, Turbulenzen, Stase im Blutfluss, Bakteriämie entsteht
= Die Mundhöhle ist mit einer permanenten Bakterienflora infiltriert.
Prophylaxe und Prävention wirkt durch Pflege,
Hygiene und antibiotische Massnahmen.
Bei notwendiger Fluoridierung ist Vorsicht vor
Fluorose geboten.
Chlorhexidin wirkt als chemische Zahnbürste positiv, Saugerflasche negativ
und…
Fazit:
Jeder Zucker ist Nährboden für bakterielles Wachstum.
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kretz@olgahospital.de: <<Das Narkosegas entweicht über dem
Schornstein, wo nahe der Teufel über Württemberg regiert>>
Dies sei als kleiner Trost, mit notwendigem Humor
gwürzt, vorangestellt
Anästhesie und die medizinischen Aspekte der Zahnsanierung – im Überblick
Vorgangsweise
- Narkose ist ein angstbesetztes Ereignis
- Es gibt Methoden der Angstreduktion
- Dazu kommt Medikation ( Midazlam, Dormicum, oral..)
- Narkosen werden nur bei erheblichen Sanierungsbedarf eingesetzt:
bei Herzerkrankung, Onkologie, Behinderungen und
Blutgerinnungsstörungen…
Praktisch:
Ambulant in der Tagesklinik, kindgerechte Erläuterung, körperliche
Untersuchung, prämedikative Mittel, intravenöse Narkosegase,
Infusionstherapie, monitorisiert begleitet.
Dauer:
15 min Einschläferung - eineinhalb Stunden Narkose-Behandlung – 5-15 min
Aufwachen.
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Fazit und Kernsätze der Mundhöhlen-Forscher und praxisorientierten
-Experten:
- Stetige Pflege und richtige Ernährung ist
das A und O bei der onkologischen Therapie“
- Jeder Zucker ist Nährboden für bakterielles Wachstum
- Unsicherheiten teilen sich dem Arzt nonverbal mit…daher gilt Angstabbau
- Dreieck:
Ablenkung – Entspannung – Information
- Behinderte Patienten können sich nicht genügend artikulieren…
eine offene Frage - wohin sollen sie sich wenden?
- Was in Deutschland fehlt ist ein einheitlicher Risikopass!
Karies- und gingivitisfreie Zähne* ist in realistisches Ziel!
* Gingivitis =
Zahnfleischbluten –schwächt das Immunsystem.
Insgesamt also: Eine Reise in die Mundhöhle und manchmal sogar
Mundhölle, die zum Überleben dient. |