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Marienbad 8.
Zur Kulturgeschichte und in der Region wirkenden Persönlichkeiten:


Das feudal-kulturelle Erbe von Marienbad

8.1 Schloß Metternich Kynzvart / LAZNE KYNZVART (Bad Königswart)

Das ursprüngliche Barockschloß vom Ende des 17. Jahrhunderts wurde in den Jahren 1820-1833 im Auftrag des österreichischen Staatskanzlers Clemens Wenzel Lothar, Fürst von Metternich-Winneburg, nach Plänen des Wiener Architekten Pietro Nobile umgebaut. Das Schloß selbst stellt ein einzigartiges Beispiel der repräsentativen Sommerresidenz im Still des Wiener Klassizismus und Empire dar, gefühlvoll eingebettet in eine ausgedehnte englische Parkanlage. Fürst Metternich (1773-1859) war österreichischer Staatskanzler und eine der führenden Persönlichkeiten der europäischen politischen Szene der 1. Hälfte der 19. Jahrhunderts. Während seiner Lebzeiten wurden nach Kynzvart zahlreiche Kunstgegenstände, Münzensammlungen, Medaillen- Porzellan- und Waffensammlungen, sowie auch seine berühmte Bibliothek mit einzigartiger Handschrift- und Erstdrucksammlung zusammengetragen.

8.2 Burg & Schloss Becov / Petschau


Zur Geschichte der Burg und des Schloßes: Die Bedeutung der Burg Becov (Petschau) wurde durch zwei Aspekte vorbestimmt - erstens war das ihre günstige Lage - auf der Verbindungslinie der wichtigsten Kommunikationswege, und zweitens ihr Mineralreichtum (Zinn, Silber und andere Metalle), der sich in der Umgebung befand. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert durch das Herrscherhaus von Riesenburg gegründet, und diesem Haus gehörte sie - zusammen mit dem Herrschaftsgut - bis zum J. 1407. Nach diesem Jahr wechselten sich hier verschiedene Besitzer - Odrich von Hasenburg, Herren von Plauen, Erkinger von Seinsheim, Matthias Schlick, Peter von Sternberg und wieder Herren von Plauen. Doch am meisten machte sich das Herrscherhaus Pflug von Rabenstein um die Entfaltung der Burg Becov (Petschau) verdient. Der Herrenhof gehörte diesem Haus in den J. 1495-1547. Im J. 1547 verlor Kaspar Pflug - dank seiner Teilnahme an dem habsburgerfeindlichen Aufstand - alle seine Güter. Es folgte wieder die Zeit, wann sich die Besitzer des Herrenhofs wechselten: Heinrich IV. von Plauen, Heinrich Schlick, 1573-1577 Gemeinde Pecov (Petschau), Sebestian Schlick, 1597-1621 Stadt Slavkov (Schlaggenwald). In J. 1621 wurde die Burg Becov (Petschau) der Stadt Slavkov (Schlaggenwald) konfisziert, und zwar wegen der Teilnahme der Stadt Slavkov (Schlaggenwald) an dem Standesaufstand in Jahren 1618-1620. In den 1624-1752 war Becov (Petschau) im Besitz der Herren von Questenberg, 1752-1813 gehörte dann die Burg dem Graf von Kaunitz. Im J. 1813 wurde Becov (Petschau) vom belgischen Herzog Friedrich von Beaufort - Spontini gekauft. Diesem Herrscherhaus gehörte dann die Burg und das Schloß Becov (Petschau) bis zum Ende des 2. Weltkrieges, im J. 1945 verwiesen die Besitzer ihren Herrenhof. Seit dieser Zeit gehört die Burg und das Schloß Becov (Petschau) dem Staat. Seit dreissig Jahren wurde dieses Areal nicht instand gehalten, es wurde von verschiedenen Institutionen ausgenutzt - z. B. Erzbergwerk Jachymov (Joachinisthal). Erst in der Gegenwart ist der Burg und dem Schloß die nötige Pflege gewidmet - zur Zeit ist Becov (Petschau) von Denkmalamt in Pilsen verwaltet. Auf dem höchsten Punkt des ausgedehnten Gebäudenkomplexes ist die gotische Burg (oben auf dem Felsen) mit zwei Turmbauten (durch die Herren von Riesenburg gebaut), die durch den spätgotischen Saaltrakt (am Anfang des 16. Jahrhunderts durch den Herren Pflug von Rabenstein gebaut) verbunden sind. Bei dem Umbau am Anfang des 16. Jhdts. wurde dieser Wohnturm durch Steinportale und Gemälde bereichert. Im zweiten Turm befindet sich die Kapelle der Maria Heimsuchung, die gegen das J. 1400 gegründet wurde und wertvolle Freskogemälde aus dem 14. Jh. enthält. (In dieser Kapelle wurde im J. 1985 ein versteckter romanischer Reliquiar des hl. Maurus vom 12. Jahrhundert, der im 19. Jh. aus Belgien vom Haus Beaufort mitgebracht wurde. Zur Zeit wird der Reliquiar in Prag restauriert). Der Burghof ist von Häusern aus einer Seite und von Pferdeställen aus der anderen eingesäumt. Beides wurde durch das Haus Pflug von Rabenstein aufgebaut. Der älteste Teil der Burg ist der Walzturm am Ende des Felsenvorsprungs. Unterhalb der Burg beendet sich das Schloß aus dem 18. Jahrhundert, sein Kern stammt aber schon aus dem 16. Jh. Im 19. Jh. arbeitete Architekt Josef Zitek die Rekonstruktionspläne der Burg zu einem prunkvollem neugotischen Sitz aus. Zum Glück realisierte sich der Umbau nur teilweise - er werde nämlich das wertvollste von der Burg zerstören - ihre mittelalterliche Art. Zur Zeit wird eine umfangreiche Rekonstruktion der Burg und des Schloßes realisiert, die das Ziel hat, dieses Objekt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen

8.3 Burg Volfstein


Die Burg entstand gleichzeitig mit Volfstejn. Sie stand auf einer Erhöhung, befestigt im Westen und Norden durch einen Graben. Über dem Graben der Vorburg war im Süden eine Fallbrücke. Die Burg hatte einen runden Turm. Später wurden über den Kellern Getreidespeicher und andere Wirtschaftsgebäude im Barockbaustil errichtet. Zum Verfallen der Burg hat im August 1647 die Schlacht zwischen den kaiserlichen und den schwedischen Heeren beigetragen. Die kaiserlichen Truppen zogen von Cheb nach Cernosin zurück, die Schweden lagerten am Bach Kosi und besetzten die Burg Trebel. Die kaiserliche Armee griff die Burg vom “Vlci“ Berg aus mit Kanonenschüssen an und zwang die Schweden zum Rücktritt auf die andere Seite des Baches. Die Soldaten des Kaisers schlichen durch die Schluchten ins Tal, überraschten die schwedischen Truppen auf ihrem Wege zum Besorgen von Lebensmitteln, und verursachten ihnen schwere Verluste. Nach der Schlacht blieben von Menschen verlassene Dörfer und eine zerstörte Burg zurück, deren Untergang der Kaiser 1648 vollendete. Er gab den Befehl, die Burg mit dem Erdboden gleichzumachen

8.4 Ruine  Primda


Der Wald von Primda hat ein gegliedertes bergländisches Relief. Zwischen Smolov und Primda zieht sich der Bergrücken Malkov mit den Gipfeln Hvozd (738 m) und Malkovhöhe (761m). Im Westen erhebt sich Kameniste (654 m). Der alleinstehende Berg Primda (848 m) streckt sich um mehr als 200 m über das untere Hügelland des Böhmischen Waldes. Das gegliederte Relief zwischen Primda und Tachov hat einen bergigen Charakter, liegt überwiegend zwischen 670 und 770 m Seehöhe und hat einige auffallende Gipfel: Plesivec (766 m), Rozsocha (758 m), Borovina (744 m). Im westlichsten Teil, an der Staatsgrenze erhebt sich der Berg Havran (894 m).


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   Stand: FEBRUAR 2012

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