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Marienbad
5. Von
Menschen ge- und verunstaltete Umwelt

Das älteste bekannte Bergwerk in der Region ist der teilweise
in der Nähe der Felsengruppe Svatosske skaly (Hans Heilig Felsen)
erhaltene kurze Stollen vom Ende des 12. Jahrhunderts im
Jaspisgang, der sog. Venezianer-Stollen.
Im 14. Jahrhundert begann man in der Region mit der
Silbergewinnung, und zwar zuerst in der Gegend von Horni Slavkov (Schlaggenwald),
(Hügel Borová) und bei Prameny ( Sangerberg), später dann bei Vkov (Wa-schagrün),
Michalovy Hory, (Michelsberg) und bei Kynzvart (Königswart). Zugleich mit
dem Silberabbau kommt es zur raschen Entwicklung von Zinn und
Bleigewinnung (gewöhnlich waren es Galenite mit Argetitanteil) in mehreren
Lokalitäten (Bystrina/Reichenbach, Milikov/Müllestau, Kostelni Briza/KirchenbirlS,
Lobzy/Lobs usw.).
Seit dem 15. Jahrhundert wurde sogar mit zeitweiligen
Unterbrechungen Eisenerz in kleinen Mengen abgebaut: einerseits waren es
sedimentierte Lagerstätten am Rand der an den Kaiserwald grenzenden Becken
(Stare Sedlo/Altsattl, Salajna/Konradsgrün) und anderswo, andererseits
hydrothermale Gänge (quarzhaltiger Hämatit) mit kurzen Stollen (Nova Ves/
Neudorf, Kynzvart/Königswart, Dolni Zandov/Unter Sandau, Horni Lazy/ Ober
Perlsberg, Podlesi/ Amonsgrün, Leznice/Lessnitz, Smrkovec/Schünficht) und
sehr kleine Bergwerke in der Gegend von Pistov (Pistau), und Dolni
Kramolin (Unter-Gramling), sowie auch flächenmäßig ausgedehnter Tagebau im
vergangenen Jahrhundert am Abhang des Hügels Lysina (Glatze) bei Kladska
(Glatzen). Einige dieser Stollen sind wenigstens teilweise erhalten
geblieben.
Den größten Aufschwung erlebte der Bergbau im 16. Jahrhundert,
in dem in vielen Lokalitäten diverse Erze abgebaut wurden, wie Zinn,
Silber, Blei, Zink, Kobalt, Nickel und Eisenerz. Die meisten Bergwerke
gerieten später in Vergessenheit und nur die Zinnbergwerke bei Horni
Slavkov (Schlaggenwald) und Silbergruben bei Michalovy Hory (Michelsberg),
Kynzvart (Königswart) und Schlaggenwald sind bis heute in Betrieb, sowie
auch kleine Eisen- und neue Kupfergruben bei Krasny Jez (Schönwehr).
Zeitweilig wurden die Eisen- und Manganvorkommen bei Kladska (Glatzen),
Milikov (Miltigau) und Leznice (Lessnitz) abgebaut.
Der Abbau wurde in den meisten Fällen am Ende des 19. und Anfang des
20. Jahrhunderts beendet. Während der Okkupation und in den 50er
Jahren wurden die meisten alten Lagerstätten intensiv untersucht und
bekannte alte Gruben neu erschlossen, neue Untersuchungsarbeiten
anberaumt. Zugleich kam es zum Aufschwung des Uranabbaus (Kladska/Glatze,
Smrkovec/Schönficht, Horni Slavkov/Schalggenwald, Michalovy Hory/Michelsberg,
Lazne Kynzvart/Bad Königswart usw.). Gegenwärtig kommt es zum Ausklang
der Bergbautätigkeit, und zwar in Schlaggenwald (Sn, W, Mo), und in
unmittelbarer Nähe des Kaiserwaldes in den Urangruben in Zadni Chodov (Hinterkotten)
und an den Hängen des Berges Dylen (Tillenberg).
Einige Gewerke werden erhalten, andere anders genutzt, z.B. als
Wasserbehälter. Torf wird bei Krasno (Schönfeld) über Tage gewonnen,
Feldspat wieder am Vysoky kamen (Spitzberg) bei Krasno (Schönfeld), und
auch einige Steinbrüche werden weiterhin betrieben (Granite, Basalte).
Marienbad 5.1
Übersicht gewonnener Rohstoffe in der Region um Marienbad
Zinn-Wolfram-Molybdenetze
Das Gebiet um Horni Slavkov (Schlaggenwald) und Krasno (Schönfeld), Cista
(Lauterbach) - Lagerstätte Hl. Hieronymus, Prameny (Sangerberg), Kladska
(Glatzen), Loket (Elbogen), Karlovy Vary (Karlsbad), und einige sekundäre
Lagerstätten in der Gegend von Marianske Lazne (Marienbad). Die genannten
Erze sind an pneumolythisch-hydrothermale Gänge und Ganggruppen gebunden,
Zinnstein bildet gewöhnlich eine Komponente der Gneise. Von den
Erzmineralen überwiegen Kassiterit, Wolframit, Molybdenit, sekundär auch
Scheelit.
Silbererze
Homi Slavkov (Schlaggenwald), Borova-Berg, Prameny (Sangerberg), Horni
Lazy (Ob. Perlsberg), Kynzvart (Königswart), Michalovy Hory (Michelsberg),
Vkov (Waschagrün), Cista (Lauterbach), sekundär in Bystrina (Reichenbach),
L.obzy (Lobs), Kostelni Briza (Kirchenbirk), Smrkovec (Schönficht). Die
wichtigsten Lagerstätten befinden sich an hydrothermalen Gängen der
Ag-Bi-Co-Ni-U Formation, Silber kommt in echter Form oder in sulfidischen
Mineralen vor, sonst als Argenit-Zusatz in Pb-Zn Gängen.
Blei- und Zinnhaltige Gänge
Bystrina(Reichenbach), Kostelni Briza (Kirchenbirk), Lobzy (Lobs),
Kamenice (Steinbach). Kynzvart (Königswart). Es sind einfache
hydrothermale Galenit-Sfalerit-Gänge.
Kupferhaltige Gänge
Krasny Jez (Schönwehr), die Umgebung von Tri Sekery (Dreihacken) und
Krasne (Schöntal), sekundär auch bei Horni Slavkov (Schlaggenwald). Es
sind mineralogisch einfache Chalkopyrith- und Bornithaltige Gänge.
Kobalthaltige Erie
Historische Quellen nennen die Smaltingrube im Tal des Komari-Bachs
(Mückenbach??)
Kobalt-und Nickelene
Cista (Lauterbach), Horni Slavkov (Schlaggenwald), Sv. Anna (Hl. Anna) bei
Chodova Plana (Kuttenplan), sekundär Smrkovec (Schönficht), Michalovy Hory
(Michelsberg), Vkov {Waschagrün). Es sind sulfidische Minerale in
polymetalischen hydrothermalen Gängen.
Eisenerze
Leznice (Lessnitz), Dolni Zandov ( Unt Sandau), Podlesi (Markusgrün),
Smrkovec (Schönficht), Kladska (Glatzen), Nova Ves (Neudorf), Pistov (Pistau),
Dolni Kramolin (Unt. Gramling), sedimantares Eisenerz (gewöhnlich Tagbau)
bei Salajna (Konradsgrün), Nove Sedlo (Neusattl) und Dolni Zandov (Unt.
Sandau). Es handelt sich um Quarz-Hematit Gänge.
Manganerze
kommen sekundär an den Fe-Lagerstätten bei Kladska (Glatzen) vor.
Uranerze
Horni Slavkov (Schlaggenwald), Kladska (Glatzen), Smrkovec (Schönficht),
Cista(Lauterbach), und außerhalb der Region war es die St.Veit-Zeche, die
Gegend von Zadni Chodov (Hinterkotten), und Dylen (Tillen-berg). Seltener
waren es polymeta-lische Gänge mit Uranin, häufiger sekundäre Uranminerale
( Uranglim-mer), oder im Gestein zerstreutes amorfes Uranin.
Weitere Erze
kamen sekundär in anderen Lagerstätten vor, und zwar in polymetalischen
silberhaltigen Gängen und in einigen Zirmhaltigen Lagerstätten, wie z.B.
Bismuth (Bi), Arsen (As). Bei Bonnov (Punnau) befand sich ein Antiminzeche
(Sb)-Antimonit in Quarzgängen.
Baryt
Berg Parez bei Novina (Grün zu Lobs) Dolni Kramolin (Unt. Gramling), wo
sich unvererzte Barit oder Barit-Fluoritgänge befinden.
Gold
Versuche um Goldwäsche in der Gegend von Becov (Petschau) Kamenice
(Steinbach) und Marienbad, weiter auch außerhalb der Region in der Gegend
von Dylen (Tillenberg), wo es auch einige kleine Zechen gab.
Kristallkalkstein (Marmor)
Mehrere kurze Stollen befanden sich am Berg Lazurovy (Lasurenberg),
Bonenov-Berg (Punnau-Berg?), bei Dolni Kramolin (Unt. Gramling) und
Vlkovice (Wischkowitz).
Pegmatite
Lazne Kynzvart (Bad Königswart), Krizenec-(Kiesenreuth), in der Gegend von
Bonenov (Punnau), und Tepla (Tepl). In Bad Königswart handelt es sich um
sehr differenziertes Beryl-haltiges Pegmatit, lithiumhaltige Minerale,
Phosphate, und sonst sind es einfache, aus Feldspat-Quarz-Muskovit
bestehende Pegmatite.
Muskovit
Krizenec (Kiesenreuth): Pegmatite mit bis 50 cm großen Muskovit-Blättern.
Albit
Zeche Vysoky kamen-(Hoher Stein?) bei Krasno (Schönfeld)
Torf
Tagebau in der ehemaligen Lagerstätte bei Ma-rienbad, z.Z. Torf- grund “V
borchách” westlich von Krásno (Schönfeld).
Kohle
Geringer Abbau am Berg Chloumecky und Uhelny nordwestlich von Becov (Petschau).
Kleine Vorkommen des Joseph-Flözes, von Vulkaniten überdeckt.
Kies
Es gibt eine ganze Menge von kleinen Kiesgruben in der Region, am
häufigsten in Neovulkaniten ( Podhorn Berg bei Marienbad), Kiesgruben bei
Hlinky (Leimgruben); in der Gegend von Karlsbad usw. und in Granitoiden,
kleinere Gruben in Amfiboliten und Serpentinen, (Sitiny/Rauschenbach,
Marienbad ) in Gabbro (Tepla/Tepl, Vlkovice/Wischkowitz), viele kleine
Gruben in Kristallschiefern. Der Rohstoff wurde meistens in unmittelbarer
Umgebung verwendet. Gegenwärtig befindet sich eine Granitgrube mit hohem
Anteil von Uranglimmem bei‚ Nadlesi (Nallesgrün) und die Grube im Nephelin
bei Hlinky (Leimgruben). |