|
Marienbad 3. Drei
Erlebniswege und ein Geopark
”Angeblich gibt es keine Wunder. Aber in der Natur gibt es Tausende von
unbegreiflichen Wundern":
Univ. Prof. Dr. J. Obenberger

Die Besucher des Kaiserwaldes suchen hier sicherlich keine Belehrung,
sondern Erlebnis, bzw. Genesung.
Seitens der Initiatoren bleibt nur eins zu sagen: ”Besuchen Sie uns…! Wir
möchten Ihnen nur zeigen, wo und warum gerade hier Sie sich wohlfühlen
können! ”Das Informationssystem und das System ” Erkundungsreisen im
Kaiserwald” geht davon aus, daß nur ein gut informierter Besucher unsere
Bemühung um die Erhaltung dieser einzigartigen Landschaft verstehen kann.
Und vom Wohlbefinden und Verständnis führt nur ein kleiner Schritt zur
Zusammenarbeit, und wir fügen hinzu: zu einer pluralen und
transdisziplinären Kulturgemeinschaft in Europa.
3.1 Erlebnispfad Kladska /Glatzen

Der Pfad ist seit September 1977 in Betrieb, und liegt etwa 9,5 km von
Marienbad entfernt ( Straße Marienbad-Glatzen). Die Entfernung nach Bad
Königswart ist 5 km. Die Zufahrt ist entweder individuell mit PKW, oder
mit Bus aus Marienbad möglich, bzw. kann man markierte Wanderwege für eine
Fußwanderung benutzen. Der Zugang ist von der Landstraße Kladska-Prameny
(Glatzen- Sangerberg), und zwar etwa 250 m vom Jagdschlößchen in Richtung
Prameny
(Sangerberg) möglich, und der Elebnispfad selbst führt um den Teich
Kladska (Glatzen) herum und Ende des NNR Kladske raseliny (Glatzer
Torfgründe) vorbei, nämlich an der sog. “Tajga”. Der Pfad selbst besteht
aus Holzstegen in Länge von 1,6 km, versehen mit zahlreichen Ruhe- und
Aussichtsbänken. Am anderen Ende des Pfades beginnt der Zugang vor allem
für Rollstuhlfahrer. Der Rundgang auf dem Pfad selbst ist körperlich
anspruchslos und bedarf keiner speziellen Wanderbekleidung. Die ganze
Strecke ist mit 8 Informationsschildern versehen:
1)
Informationsschild am Eingang: Warum wird der Kaiserwald geschützt? Das
Symbol des Naturschutzgebietes-Arnika, geologische Entwicklung des Reliefs
vom Kaiserwald
2) Geschichte der
Ortschaft Kladska (Glatzen), Tierwelt des Wasser reservoirs
3) Geschichte und
gegenwärtiger Zustand der Waldbestände, Pflanzenwelt des Kaiserwaldes
4) Mineralquellen
des Kaiserwaldes, ihre Entstehung, Entwicklung und Wechselwirkungen, kurze
Charakteristik einiger Quellen.
5) Seltene Tiere
und Pflanzen des NNR Kladske raseliny (Glatzer Torf-gründe) - Torfmoor “Tajga”.
6) Entstehung und
Klassifizierung der Humolite Flachmoore, Übergangs-Torfgründe, Hochmoore).
7) Geschichte der
Zinngewinnung im Kaiserwald und des technischen Baudenkmals Flößgraben.
8) Der Mensch
inmitten schöner Natur: Natur- und Landschaftsschutz in der Tschechischen
Republik, wichtigste Aufgaben und Vorhaben des Naturschutzgebiets. Kurzer
Überblick von Wappen der ältesten Naturschutzgebiete und Naturparks in der
Tschechischen Republik.
Alle Schilder sind
mit tschechischen, englischen und deutschen Texten versehen. Der Lehrpfad
das ganze Jahr lang zugänglich, und nach Wunsch kann auch Fachbegleitung
bereitgestellt werden.
3.2 Erlebnispfad Stinker / Smardoch

Hier handelt es sich um einen Teil des gleichnamigen Naturreservats (Wald-hochmoor),
der den Besuchern zugänglich gemacht wurde. Der Lehrpfad ist seit Juli
1976 in Betrieb, 5,4 km von Marienbad entfernt. Der Zugang ist vom
Parkplatz, etwa 160 m hinter dem Waldcafé Nimrod möglich. Zufahrt entweder
auf der Straße von Marienbad (Richtung Prameny/Sangerberg), oder auf
markierten Wanderwegen (blau, rol). Vom Parkplatz führt ein 67 m langer
Waldweg, dann beginnt der eigentliche Lehrpfad, geführt über Holzstege.
Gesamtlänge des Lehrpfads ist 76 m mit 2 Aussichtsbänken (Aussicht auf den
Mofetenschild des “Sumpfvulkans” und auf die Gassauströmung im Grünen See.
Das Informationsschild am Eingang besteht aus zwei Teilen:
1. Besucherordnung des Naturschutzgebietes und Wanderkarte mit
Zeitangaben über die Wanderzeit zu anderen zugänglichen
Sehenswürdigkeiten.
2. Auf der Aussichtsbank am Pfadende befindet sich ein Schild mit
Informationen über die Entstehung der Mineralquellen und Mofeten, sowie
auch über das Naturreservat Smradoch/Stinker
Sowohl der Rundgang selbst, als auch die Wanderstrecke zum Lehrpfad
sind körperlich anspruchslos und erfordern keine spezielle Ausrüstung, nur
bei Fußwanderungen aus Marienbad bedarf man üblicher Wanderbeklcidung: die
Trasse selbst ist als mäßig anspruchsvoll. Tschechisch-, deutsch - und
englischsprachige Beschriftungen sind vorhanden.
3.3 Erlebnispfad Drei Kreuze / Krizky

Der Erlebnispfad wurde der Öffentlichkeit im August 1979 zugänglich
gemacht und liegt 14 km von Marienbad (Strecke Marienbad-Sangerberg-Drei
Kreuze-Neudorf)entfernt. Die Entfernung aus Prameny (Sangerberg) ist 2,5
km. Zufahrt mit Bus nach Prameny (Sangerberg), und dann zu Fuß, bzw. mit
PKW, oder auf markiertem Wanderweg. Länge des Lehrpfads selbst ist 300 m.
Mittelmäßig anspruchsvoll, übliche Wanderausrüstung erforderlich. Es
handelt sich um einen der Öffentlichkeit zugänglichen Teil des
gleichnamigen Naturdenkmals mit Serpentinaufschluß und seltenen
spezifischen Pflanzengenossenschaften.
Vom Felsgipfel bietet sich eine schöne Aussicht auf die umliegende
Landschaft. Auf dem Gipfel eine Kom-paßrose aus poliertem Serpentin, am
Eingang ein Informationsschild (NND Krizy/Drei Kreuze, Liste typischer
örtlicher Tier- und Pflanzenarten ).
Der Erlebnispfad (mittelmäßig anspruchsvolle Bergsteigerung im
unangepaßten Gelände) ist mit Holzschildern mit Beschriftung und
Abbildungen der typischen Flora der Serpentingenossenschaften versehen:
Schneeheide (Erica carnea), aufgeblasenes Leimkraut (Silene cucubalus),
seltene Serpentin-Streifenfarne (Asplenium serpentini),
Zwergbuchs-Kreuzblümchen, bzw. Buchsblättrige Kreuzblume (Chamaebuxus
alpestris), gemeines Katzenpfötchen, bzw. Himmelfahrtsblümchen, auch
Engelblümchen, oder Sanduhrkraut (Antennaria diodica), das Endemit
Cerastium alsinifolium. aus der Homkrautfamilie, Mondraute, ergo
Traubenfarn, ergo Mondfieder, auch Walpurgisnacht (Botrychium lunaria),
Bergarnika, ergo Wohlverleih (Arnica).
3.4 Geologischer Park Marianske Lazne

Die geologische Entwicklung des Gebiets von Anfang bis in die
Gegenwart ist im Stadtmuseum von Marienbad dargestellt, mit vielen
Besonderheiten der umliegenden Landschaft, sowie auch der Darstellung des
komplizierten geologischen Baus gewidmet. Beim Spaziergang durch den Wald
Richtung Mlýnské údolí (Mühltal) in unmittelbarer Nähe des Museums
betreten Sie den geologischen Park.
Hier, in freier Natur, inmitten eines von engen Pfaden mit Bänken
durchwebten Buchenwaldes, können Sie eine einzigartige Naturexposition
bewundern. Auf der Fläche von fast 10 ha liegen über 300 Steine zur Schau
ausgestellt, von denen der größte über 16 t wiegt. Es sind sowohl
bekannte, als auch unbekannte, gewöhnliche und seltene Steinarten, aus
denen geologische Fundamente der umliegenden Landschaft bestehen. Neben
Proben im “natürlichen” Zustand findet man auch andere mit hochpolierter
Oberfläche.
Die Ausstellung “unter freiem Himmel” ist in mancherlei Hinsicht
einzigartig: nicht nur deshalb, weil sie die erste Exposition dieser Art
in der Tschechischen Republik und dank ihrer Auffassung in Mitteleuropa
einzigartig ist, sondern weil sie dem Besucher einen neuen Blick auf die
scheinbar so “gewöhnlichen” Dinge wie Steine vermittelt.
Der Geopark knüpft unmittelbar auf die geologische, bzw.
naturwissenschaftliche Museumsexposition an, die dem, Kaiserwald gewidmet
ist. Sowohl das Museum, als auch der Geopark sind das ganze Jahr über
geöffnet. Besuchergruppen sollten im voraus bestellt werden. Der Rundgang
durch den Geopark ist körperlich anspruchslos und erfordert keine
spezielle Bekleidung. Außer den genannten Pfaden sind im ganzen Kaiserwald
Dutzende von Informationstafeln installiert, die den Besuchern allerlei
historisch, naturwissenschaftlich und gesellschaftlich Wissenswertes
vermitteln.
Nur stichprobenweise seien hier genannt: Podhora / Podhorn Berg - der
jüngste Vulkan in der Gegend, wunderschöne Aussicht auf die umliegende
Landschaft), Fichtenkönig (geschützter Baum), Holina (Naturreservat mit
ursprünglichen Buchenbeständen) Schömitz-Felsen (Aussicht in die
Landschaft, Naturdenkmal, Eruptivform vom Klingstein), Svatoske skaly /
Heiligfelsen (Nationales Naturdenkmal, Canon des Eger-Tales, ideales
Bergsteigerterrain), und auch der Besuch des kleinen Geheges Hvozd unweit
vom Hotel Krakonos (Rübezahl) mit Dammhirschzucht ist empfehlenswert. Alle
Texte an den Informationstafeln sind sowohl mit deutscher, als auch mit
englischer Übersetzung versehen. Zum näheren Kennenlernen aller
bedeutenden Stellen Kaiserwalds ist die Touristenkarte zu empfehlen, in
der man Genaueres über die Lage einzelner Tafeln finden kann. |