documenta weiterdenken
Alpha_UniversumNun geht das
Kunstprojekt im ehemaligen Polizeipräsidium am Altmarkt zu Ende, und wir
schauen gespannt in die Zukunft und planen endlich die Realisation unserer
ältesten Vision: die Erschaffung eines komprimierten ALPHA_UNIVERSUMS im
öffentlichen Raum.
Es ist eine Art Zeit_maschine geschaffen, um die Energie des
Zeit-Kontinuums schöpferisch zu nutzen und gleichzeitig Kunst vor den
zerstörerischen Strömungen zu schützen. Eine Manifestation der Zeit durch
die Sichtbarmachung des Wachstums und der Konservierung. Dabei geht es
einerseits um die Archivierung und Einlagerung von vielen kleinen
Kunstwerken von bekannten Künstlern aus der ganzen Welt, andererseits um
die Entstehung einer neuen organischen Lebensform (Grünfläche) durch die
Aktivierung eines weiteren TERRA_FORM-Programms.
Wir planen eine Langzeit-Installation, die sich im Laufe der Jahre in eine
grüne, wild blühende Oase verwandelt, die zum Verweilen einlädt und einen
Schatz verbirgt. Die ca. 8 Meter hohe pyramidenartige Form soll ab Mai
2004 mindestens 10 Jahre auf einer brachliegenden Freifläche in der
Innenstadt zuwuchern können. Sitzgelegenheiten geben Gelegenheit, die
graue Umwelt zu vergessen, in das Universum einzutauchen, zu chillen und
die Zeit zu spüren oder zu nutzen. Natürlich wissen wir um die vielen
Schwierigkeiten einer solchen Mission, trotzdem sind wir überaus motiviert
und zuversichtlich. Schließlich benötigen wir keine städtischen Mittel, um
die Skulptur aufzubauen, sie zu pflegen oder zu warten. Wir sind uns
natürlich auch der großen Verantwortung bewusst. Deshalb werden auch
andere Fachleute miteinbezogen (z. B. Architekten), um die allerhöchste
Sicherheit zu gewährleisten. Wir sind auch offen für Änderungen, und
natürlich würden wir uns sehr über Vorschläge freuen. Vielleicht haben
auch Sie etwas, das Sie für die Zukunft in unserem Bunker bewahren
möchten?
So bitten wir Sie nun um eine gemeinsame Bewältigung der ersten Hürde: die
Standortsuche. Die im beiliegenden Konzept angegebenen Koordinaten sind
nur allererste Gedankenspiele. Denkbar ist eigentlich alles ab 300 m. Sehr
hilfreich wäre auch eine weitere Unterstützung bei den bürokratischen
Vorgängen. Wir möchten besonders darauf hinweisen, dass die Skulptur
gerade in den nächsten Jahren ein höchst interessantes Erscheinungsbild
abgibt. Geplant ist für 2010, eine besondere Pflanzenpracht anzusäen.
Nicht zuletzt ist dieses Projekt aus unserer Begeisterung für die „Kassel
gewinnt“-Aktion herausgewachsen. Es ist unser Beitrag zur Bereicherung und
Verschönerung einer möglichen Kulturhauptstadt 2010.
Initiatoren: taeglichdigital, die ALPHA CREW
Ein Ausstellungsraum für Studenten und Professoren im Zentrum der
documenta-Stadt Seit den sechziger Jahren hat die Kunsthochschule
Kassel ihren Standort in zwei Gebäudekomplexen an der Menzelstraße, am
Rande der Karlsaue und der Südstadt. Im städtischen Umfeld ist sie damit
zwar unmittelbar an ein Mittelzentrum, den städtischen ÖPNV und die
Autobahnen angebunden, aber räumlich nicht in jene Strukturen einbezogen,
welche die Ausstellungsszene der Stadt Kassel ausmachen.
Dennoch besteht ein intensiver Austausch mit den unterschiedlichen
Ausstellungseinrichtungen in der Stadt über die jeweils beteiligten
Künstler. Diese setzen sich zu einem großen Teil aus aktiven oder
ehemaligen Studenten der Kunsthochschule zusammen. Leider wird diese meist
enge Verbindung selten wahrgenommen, so dass in der Öffentlichkeit ein
ausge-prägtes Wissen um diese Verknüpfung und den damit verbundenen
bedeutenden „Input“ in die städtische Kunstszene fehlt. Dies ist auch
darin begründet, dass kein geeigneter, zentral gelegener Ausstellungsort
besteht, der mit der Kunsthochschule verbunden wird.
Doch das Interesse an dem, was in der Kunsthochschule Kassel entsteht und
was aus ihr herausstrahlt, ist enorm. Ein Beleg hierfür mag der
alljährlich stattfindende „Rundgang“ der Kunsthochschule sein: Kurz vor
Ende des jeweiligen Sommersemesters stellen sich die Studierenden der
interessierten Öffentlichkeit vor und öffnen ihre Ateliers und Werkstätten
an der Menzelstraße. Der „Rundgang“ ermöglicht Einblicke in künstlerischen
Prozesse und innovative Präsentationsformen, wie sie während des laufenden
Lehrbetriebs nicht möglich sind – oder einfach den Blick hinter die
Kulissen der Ausbildung an einer künstlerischen Hochschule. In diesem
Rahmen beteiligen sich die Studierenden der Studiengänge Bildende Kunst,
Visuelle Kommunikation, Produkt Design, Kunstpädagogik und
Kunstwissenschaft. Das öffentliche Interesse an dieser Veranstaltung
wächst von Jahr zu Jahr. In den Jahren 2002 und 2003 gab es jeweils
zwischen 5000 und 6000 Besucher
innerhalb von nur fünf Tagen. Daher ist davon auszugehen, dass sowohl bei
den Kasseler Bürgern als auch in der Region und bundesweit eine große
Aufmerksamkeit für die Aktivitäten einer der wenigen explizit
interdisziplinär arbeitenden Kunsthochschulen Deutschlands besteht.
Ein „Spielort Kunst“ in der City
Obschon die Kunsthochschule Kassel mit dem „Säulengang“ über ein
bescheidenes Forum verfügt, das als „improvisiertes Schaufenster“ der
Kunsthochschule dient, kann dieser schon aus technischen Gründen nicht als
eine dauerhafte Ausstellungseinrichtung angesehen werden. Dieser Raum
bietet nicht jene Möglichkeiten, die ein fester, etablierter
Ausstellungsort in der urbanen Mitte Kassels mit sich bringen würde.
Hierbei spielt die Lage der Hochschule in der urbanen Peripherie eine
entscheidende Rolle, da sie abseits der innerstädtischen Verkehrsachsen
liegt. Der Wahrnehmung der Besucher und Bürger Kassels ist sie damit
weitgehend entzogen. Denn wer den „Säulengang“ in der Menzelstraße
besucht, muss gezielt dorthin gehen oder fahren. Ein Besuch „en passant“
ist nicht möglich. Zum anderen funktioniert der Säulengang auch nur
deswegen als Ausstellungsraum, weil er seiner eigentlichen Nutzung – als
Verkehrsfläche und Kommunikationsraum – weitgehend entzogen wird. Dies
bildet für eine dauerhafte und vor allem professionelle Nutzung keine
Grundlage.
Wünschens- und erstrebenswert ist daher eine feste Einrichtung, die als
die Basis der künstlerischen Repräsentation der Kunsthochschule in die
Stadt hinein und von dort aus über sie hinaus dienen kann. Dieses
„Schaufenster“ bietet die Möglichkeit, im Herzen Kassels einen Ort zu
schaffen, der bereits durch seine räumliche Präsenz auf die Hochschule
verweist.
Im Idealfall würde es sich um eine offene, transparente und
multifunktionale Struktur handeln, die – unabhängig von Büro- oder
Öffnungszeiten – rund um die Uhr einsehbar ist. Im Zentrum der City
besteht die Gelegenheit zum direkten, mitunter unvorbereiteten – Kontakt
zwischen Kunsthochschule und Bürgern. Dieser „Spielort“ der Hochschule
wäre zudem ein wichtiges Instrument, auch jene zu erreichen, die sich
zunächst nicht für Kunst und Hochschule interessieren. Denn mit dieser
Einrichtung würde man die Bürger buchstäblich „dort abholen, wo sie sind“.
Zugleich bietet dieser Ausstellungsraum auch die Chance, einen attraktiven
städtebaulichen Akzent zu setzen. Keinesfalls sollte man auf
Scheinlösungen setzen wie die gegenwärtig praktizierte temporäre
Möblierung leer stehender Innenstadt-Laden-lokale mit Kunst. Das hieße,
mit der vermeintlichen Förderung der Kunsthochschule von strukturellen
Problemen – im konkreten Fall vom Leerstand – abzulenken.
Ein innerstädtischer Ausstellungsraum ist das Forum der Hochschule, in dem
unter Einbindung und Beteiligung der Öffentlichkeit Aktionen,
Performances, Ausstellungen, Filmvorführungen, Meisterschüler- und
Prüfungspräsentationen, Vorträge, Ringvorlesungen etc. stattfinden können.
Und wo sich zugleich die Professoren der Kunsthochschule auf Augenhöhe mit
ihren Studierenden zeigen würden. Die große Aufmerksamkeit, die bereits
Veranstaltungen der Hochschule am Standort
Menzelstraße auf sich ziehen, ist ein Beleg für das enorme öffentliche
Interesse. Doch dieses müsste auf einen zentral gelegenen Ort gelenkt
werden.
Initiator:
Dr. Dirk Steimann, Kunsthochschule Kassel
Das Sammeln, Konservieren und Vermitteln
von Materialien der modernen und zeitgenössischen Kunst mit Schwerpunkt
auf der Weltkunstausstellung documenta bildet die genuine Aufgabe des
documenta Archivs – ein bibliothekarischer, archivarischer und medialer
Bestand, der in Europa zu den führenden Sammlungen auf diesem Gebiet
gehört. Hiermit engagiert sich das documenta Archiv intensiv in der
Erforschung und Vermittlung der modernen und zeitgenössischen Kunst bzw.
der documenta-Geschichte: Zielgruppen sind sowohl Experten als auch ein
breites Publikum von interessierten Laien. Auf diesem Weg hat das
documenta Archiv in den letzten Jahren eine Serie von Initiativen bzw.
Projekten auf internationalem bzw. europäischem Niveau erfolgreich
durchgeführt. Bis zum Jahre 2010 soll das Archiv erheblich erweitert und
Bestandteil des Konzepts „documenta-Haus“ werden.
Die erfolgreichen Projekte der vergangenen Jahre:
„Wiedervorlage d5 – eine Befragung des Archivs zur documenta 1972“ wurde
zwischen 2000 und 2002 realisiert: Der Schwerpunkt des Projektes war eine
multimedial inszenierte Ausstellung zur historischen Aufarbeitung, der
Wirkungsgeschichte und der internationalen Bedeutung zu einer der
berühmtesten documenta-Ausstellungen. Ein multimedialer Erfahrungs- und
Wissensraum lieferte Einsichten zu einem hoch umstrittenen Mythos im
Kunstbetrieb des 20. Jahrhunderts.
„Wiedervorlage d5“ wurde 2001 in der Kunsthalle Fridericianum, im Sommer
2002 in der Kunsthalle Wien gezeigt. Zusätzlich lieferte eine
Filmretrospektive in Kooperation mit dem Filmladen Kassel Einsichten in
die historischen Anfänge eines neuen Filmkunstzeitalters der documenta 5.
Eine Fachtagung im Verbund mit der Evangelischen Akademie Hofgeismar im
November 2001 vervollständigte das Projekt. Referenten wie der
Generalsekretär der documenta 5 und zugleich der
Leiter der Biennalen 1999 und 2001 in Venedig, Harald Szeemann, sowie der
Leiter der Documenta11, Okwui Enwezor, prägten das Diskussionsforum.
Initiatorin: Karin Stengel, Leiterin des documenta Archivs
Eine Vision, die in der Stadt viele
Diskussionen anregen wird
Anknüpfend an die Vorschläge des documenta
Archivs und an die Ideen der „Sektion Arnold Bode“ im Anschluss an die
Open-Space-Konferenz liegt hier ein Vorschlag von großer städtebaulicher
Bedeutung vor. Ein Haus für die documenta soll am ursprünglich für die
documenta-Halle vorgesehenen Standort gebaut werden, „am Rande des
Friedrichsplatzes, am Übergang und in Sichtkontakt zur Karlsaue und zu
allen wichtigen bisherigen Ausstellungsorten der documenta: zu
Fridericianum, Orangerie und Neuer Galerie“, wie es in den
Wettbewerbsbedingungen des Landes Hessen im Jahre 1989 hieß.
In dem Arnold-Bode-Haus, das auch „documenta-Zentrum“ heißen könnte, wenn
man die documenta-Halle in Arnold-Bode-Halle umbenennt, werden
unterschiedliche Organisationen und Aufgaben im Bereich documenta
untergebracht:
• documenta Archiv mit Bibliothek, Videothek, Artothek, Archiv,
Arbeitsplätzen und Veranstaltungsraum
• documenta-Dokumentationsausstellung (im Jahre 2005 soll eine historische
Ausstellung über die Geschichte der documenta
als Grundlage für eine permanente Ausstellung im documenta-Zentrum
entstehen)
• Geschäftsstelle der documenta GmbH
• Geschäftsstelle der Stiftung 7000 Eichen
• Geschäftsstelle der Arnold-Bode-Stiftung
• Geschäftsstelle des documenta forums
• documenta-Akademie mit Wohnungen und Ateliers für die Stipendiaten
Initiator: Bernd Leifeld, Geschäftsführer documenta GmbH
Kassel setzt neue Akzente in der
250-jährigen Graffiti-Forschung
Das „Kasseler Graffiti-Archiv“ ist die
geografische Zentrale der freien Internationalen Assoziation
„International Work-Group on Graffiti-Research“, die sich aus ca. 30 bis
50 Personen und Institutionen zusammensetzt. Das Archiv will den Kenntnis-
und Informationsstand bezüglich der schon seit 250 Jahren bestehenden
Graffitiforschung der Allgemeinheit zugänglich machen und das dazu nötige
Material, entsprechend systematisiert, im Internet präsentieren. Geleitet
wird das Archiv
von Axel Tiehl, Dipl.-Supervisor/Dipl.-Sozialpädagoge, der sich seit 1976
mit dem Thema beschäftigt. Er hat inzwischen eine mehr als 20-bändige
Einführung in die Graffiti-Forschung verfasst, gemeinsam mit den
Mitarbeitern der „International Work-Group on Graffiti-Research“
unterstützt er Studien- und Forschungsprojekte weltweit. Im Zuge der
Kulturhauptstadtbewerbung wird ein dreiteiliges Projekt vorgeschlagen: Ein
Dokumentarfilm soll sich mit den Folgen der Kriminalisierung von Sprayern
auseinander setzen.
Ein Symposium soll klären, welche anderen Strategien es geben müsste, um
zu einer Deeskalation des Graffiti-Problems zu kommen. Eine Bibliografie
wird eine Fortsetzung der schon publizierten Veröffentlichungen des
„Kasseler Graffiti-Archivs“ sowie des „Guide to graffiti-Research“, der
1995 in Gent in einer länderübergreifenden Kooperation auch durch
Förderung durch die EU zustande kam und in der Neufassung ca. 1000 Seiten
umfassen wird.
Das Kasseler Graffiti-Archiv ist am 22.4.2004 in dier Archivbank der
Unesco aufgenommen worden und kann unter dem Stickwort "Graffiti" über die
Eingangsseite gefunden werden.
Initiator: Axel Thiel, Kasseler Graffiti-Archiv
Unter der Bezeichnung HESSIALE initiiert
der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Hessen im
drei bzw. vierjährigen Rhythmus seine Landeskunstausstellung. Auf dieser
thematisch ungebundenen Ausstellung präsentieren von einer
BBK-unabhängigen Jury ausgewählte hessische Künstlerinnen und Künstler
aktuelle Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen.
Die HESSIALE 2005 findet im August/September 2005 in Kassel statt.
Ausrichter ist der regionale BBK Kassel-Nordhessen. Erstmals wird diese
Veranstaltung als internationales Ereignis organisiert. Parallel zu den
Beteiligten aus Hessen werden aus allen Partnerstädten Kassels
Künstlerinnen und Künstler nach Kassel kommen, um im Rahmen dieser
HESSIALE ihre Arbeit und ihre Heimat zu präsentieren und gleichzeitig die
Idee eines zusammenwachsenden Europas zu unterstreichen.
Der nordhessische BBK als Veranstalter setzt damit seine Bemühungen fort,
mit Künstlergruppierungen aus Kassels Partnerstädten Verbindungen
aufzubauen, die langfristig zu einem regelmäßigen Künstleraustausch
beitragen sollen. Als erster Ansatz versteht sich das Projekt EDITION, bei
dessen zehnjährigem Jubiläum Anfang 2004 erstmals Künstler aller
Partnerstädte Kassels mit grafischen Arbeiten vertreten waren.
Hauptstandort der HESSIALE 2005 ist die Niederlassung der BMW Group in
Kassel; an weiteren externen Standorten werden die Künstlerinnen und
Künstler aus den Partnerstädten präsent sein.
Die verschiedenen Ereignisstätten der HESSIALE 2005 werden miteinander
vernetzt. So wird u. a. ein Shuttleservice den Besuchern ermöglichen, die
einzelnen Ausstellungsorte einfach zu erreichen.
Der BBK Kassel-Nordhessen betrachtet die Ausrichtung der HESSIALE 2005 in
Kassel als einen seiner wesentlichen Beiträge im Zusammenhang mit der
Bewerbung Kassels zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Die Künstlerinnen und
Künstler aus den europäischen Ländern sind während ihres Aufenthalts in
Kassel Kulturbotschafter ihrer Stadt und ihres Landes, werden aber
gleichzeitig auch als „Kulturforscher“ in Kassel und in der Region
unterwegs sein, um als Kulturbotschafter Kassels wieder in ihre Heimat
zurückzukehren.
Ein Begleitprogramm – Diskussionen, Referate, persönliche Erfahrungen –
wird sich schwerpunktmäßig mit der Situation der Künstler in einem immer
mehr auf Zusammenwachsen orientierten Europa beschäftigen.
Initiator: Wladimir Olenburg, Norbert Städele, BBK Hessen
Kasseler KünstlerInnen und
KunstermittlerInnen haben sich zur „Initiative Kasseler Atelier- und
Ausstellungshaus“ (KAA) zusammengeschlossen mit der Zielsetzung, die
Arbeitsbedingungen, Infrastruktur und Vernetzung professionell in Kassel
arbeitender bildender Künstlerinnen und Künstler durch die Einrichtung
eines Atelierhauses zu verbessern.
Das Konzept des Kasseler Atelier- und Ausstellungshauses soll einen Ort
der konzentrierten künstlerischen Arbeit mit Atelierräumen und
Werkstätten, der Präsentation, der Kunstvermittlung, der Vernetzung,
Dienstleistung und Beratung entstehen lassen. Ein starkes inhaltliches
Profil eines solchen Hauses soll darüber hinaus der „Kunst made in Kassel“
stärkeres Gewicht verleihen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der
überregionalen Vernetzung, der Kontaktpflege zu Sammlern, Galerien und
Ausstellungshäusern sowie zu Sponsoren. In einer zweiten Phase soll ein
verstärkter Austausch mit den Kunstszenen in den europäischen
Partnerstädten entwickelt werden.
Das Haus ist als ein aktives Zentrum der Vernetzung der Künstler/innenschaft
und als Ort der Begegnung zwischen Künstlern/innen, Fachpublikum und
kunstinteressierten Laien gedacht und leistet einen Beitrag zur
nachhaltigen Förderung von Kunst und Kultur Kassels.
Idee:
• Das Haus dient als Zentrum für innovativen Austausch, Förderung und
Bestandssicherung sowie Vermittlung aktueller Kunst aus Kassel
• Das Haus verfügt über Ateliereinheiten und Ausstellungszonen, die sich
in regelmäßiger Bespielung an der autonomen Struktur von Produzenten oder
vergleichbaren Studiogalerien orientieren
• Das Haus ist ein Zentrum zur Vernetzung der Kasseler KünstlerInnnen
• Das Haus bietet verschiedene Consulting-Angebote für bildende Künstler
• Das Haus arbeitet vorwiegend projekt- und themenbezogen
• Das Haus kooperiert mit den kommunalen Kultur- und Kunstinstitutionen
der Stadt (u. a.: Kunsthalle, Kunstverein, Kulturamt, Hochschule)
• Das Haus pflegt nationale wie internationale Partnerschaften zu
vergleichbaren Einrichtungen sowie zu Sponsoren und Sammlern
• Das Haus organisiert ein eigenes Veranstaltungsprogramm, bestehend aus
KünstlerInnenpräsentationen, Vorträgen, Workshops und Symposien
Nutzer/Künstlerförderung:
• Das Haus wird ohne Altersbegrenzung von ansässigen KünstlerInnen und
überregionalen Gästen genutzt
• Eine generationsübergreifende Struktur soll zu einer vitalen
Arbeitsatmosphäre im Haus beitragen
• Alle Sparten der Bildenden Kunst sind vertreten
• Das Haus vergibt ein oder mehrere Werkstipendien
• Sowohl die Vergabe der Stipendien als auch die der Ateliers wird von
einer unabhängigen Fachjury entschieden
• Die Nutzungsdauer der einzelnen Ateliers ist unterschiedlich und wird
nach einem vorab festgelegten Schlüssel klientelbezogen geregelt (hier
lebende Künstler, Berufsanfänger, überregionale Gäste)
Initiatoren: Initiative Kasseler Atelier- und Ausstellungshaus
Peter Anders, Anett Frontzek, Barbara Heinrich, Doris Krininger, Valentin
Piel, Andrea Schmidt und Karin Thielecke
Initiator:
Kasseler Kunstverein / Bernhardt Balkenhol
Die „Feier“ wird in einer ganzjährigen
durchgehenden Ausstellung wechselnden Gesichts bestehen, die sich mit der
Geschichte des Vereins, seinem Selbstverständnis, seinen Aufgaben uns
Prinzipien, mit der Folge großer Ausstellungen seit 1835 und auch mit
herausragenden Einzelwerken beschäftigen wird. Dem soll – vielleicht im
wörtlichen Sinn – ausgewählte Positionen der Gegenwartskunst
gegenübergestellt werden.
Europäische Künstler gestalten Kasseler
Zebrastreifen
Die Projektidee knüpft an den
verkehrsgerechten Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt an und stellt
die Verbindung von Verkehrssicherheit und Kunst als grundlegendes
Gestaltungsprinzip für eine vom Straßenverkehr dominierte und dennoch
bewohnbare Stadt in den Mittelpunkt. Diesem Grundsatz entsprechend, ist
die Projektidee sowohl auf die Erfordernisse der Straßenverkehrsordnung
als auch auf die Bedürfnisse nach ästhetischer Gestaltung von urbanem
Lebensraum ausgerichtet.
Am 24. August 2003 hat die Idee, den Straßenverkehr durch „Zebrastreifen“
sicherer zu machen, fünzigjähriges Bestehen gefeiert.
Am 30. April 1964 wurde mit der Verordnung zur Änderung der
Straßenverkehrsordnung dem Fußgänger der Vorrang auf allen durch
„Zebrastreifen” markierten Überwegen eingeräumt. Bei den zahlreichen
Aktionen der hessischen Polizei, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die
Zahlen der Unfallstatistiken zu senken, sind auch die „Zebrastreifen“ und
die Verkehrssicherheit für Fußgänger ins Blickfeld der Aufmerksamkeit
gerückt worden.
Dies war Anlass, das Projekt „Kunst beschützt Leben“ ins Leben zu rufen.
Durch eine ästhetisch ansprechende und zugleich funktionale Formensprache
der Kunst soll die Aufmerksamkeit an den „Zebrastreifen“ gesteigert und
Störungen bei der Einhaltung der Verkehrsregeln verringert werden. „Die
„Zebrastreifen” erfahren durch die künstlerische Installation eine
besondere Aufwertung, die auf Seiten der Fußgänger zur Sicherheit
beitragen und auf Seiten der Kraftfahrer das Risiko, einen Unfall mit
Fußgängerbeteiligung zu verursachen, vermindern soll. Das Pilotprojekt
soll auch Verbindungen in Europa herstellen.
Der Franzose Jean-Pierre Pincemin wurde als erster europäischer Künstler
ausgewählt, um nach der Vorlage seines Kunstwerks „Wolf, Ziege und
Kohlkopf“ die künstlerische Installation an den „Zebrastreifen“
Wilhelmsstraße/Neue Fahrt auszuführen.
Nach Frankreich sollen weitere Länder der Europäischen Union folgen.
Zukunftsvision ist, so viele „Zebrastreifen“ in Kassel künstlerisch
gestalten zu lassen, wie die Europäische Union Mitgliedsländer hat –
hinzukommende Länder inbegriffen.
Für jedes Land der EU soll ein Künstler-Wettbewerb ausgeschrieben werden.
Eine unabhängige Jury würde einen Künstler oder eine Künstlerin aus dem
jeweiligen Land auswählen, der oder die den vorher von einem
Expertengremium auszuwählenden „Zebrastreifen“ in der Stadt gestalten
soll. Der von der Jury erwählte Künstler sollte mit einer
Einzelausstellung seiner Werke vorgestellt werden.
Besonders geeignet sind „Zebrastreifen“, die sich beispielsweise in
unmittelbarer Nähe vor kulturellen Einrichtungen, Museen, historischen
Gebäuden oder zentralen Plätzen der Stadt befinden. Aber auch
„Zebrastreifen“, auf denen Unfälle mit Fußgängern stattgefunden haben.
Initiatorinnen: Doris Gutermuth-Lissner, Ulrike Petschelt
Kultureller Reichtum und zukunftsweisende
Projekte sind die Potenziale, auf die Kassel die Perspektive gründet, im
Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas zu werden. Nicht zuletzt im Bereich der
zeitgenössischen Kunst kann Kassel zudem auf lebendige Verbindungen nach
Europa und in die Welt verweisen: Haben Kassels internationale Beziehungen
im Bereich der Kunst ihre Wurzeln schon in den kurfürstlichen Sammlungen,
bildete die von Arnold Bode 1955 etablierte documenta eine
dezidierte Basis zur Kontaktaufnahme mit der internationalen Kunstwelt.
Diesen Ansatz bildete die weltweit bekannte, prestigeträchtige und
folgenreiche Ausstellungsreihe in ihrer nunmehr 50-jährigen Geschichte
kontinuierlich aus. Gerade für die Documenta11 lag der Fokus dabei auf der
Kontaktaufnahme zur internationalen und dabei nicht nur
westlich-eurozentristischen Kunstwelt. Eine Kontaktaufnahme also zur so
genannten Peripherie. Ein Konzept, das der Kunsthalle Fridericianum nicht
unbekannt ist...
Initiator: Kunsthalle Fridericianum, René Block
Arnold Bode, der Gründer der documenta, träumte in den siebziger Jahren
von einer documenta in den Gewölben des Herkules-Denkmals. Er wollte „eine
Architekturidee der Vergangenheit mit Ideen der Gegenwart konfrontieren“.
In den beeindruckenden, an Piranesi erinnernden Bogengängen, die
normalerweise dem Publikum verschlossen sind, auf dieser gigantischen
Bühne sollte die Kunst der Gegenwart ihren spektakulären Auftritt haben.
Das Kulturhauptstadtjahr bietet den angemessenen Anlass, das
Oktogon-Projekt endlich zu realisieren. Das Oktogon-Projekt würde die
Kulturhauptstadt Kassel im doppelten Wortsinn „überhöhen“. Es bietet die
einmalige Chance, das grandiose Bauwerk aus seiner historischen Erstarrung
und Ungenutztheit herauszuführen und sein fantastisches architektonisches
Ambiente
als herausfordernden Spielort zeitgenössischer Kunst zum Leben zu
erwecken. Nicht unbedingt in der Form, wie es Arnold Bode geträumt und in
der Planung bereits weit vorangetrieben hatte. Aber in dem Geist, der ihn
beflügelte.
Schon Arnold Bode dachte nicht nur an die bildende Kunst, sondern auch an
Theater, Musik, Tanz, Film. Eigentlich kam seine Idee zu früh, der
technische und materielle Aufwand, Kunst in den überdimensionalen Räumen
des Gewölberundgangs auszustellen, wäre damals immens gewesen. Heute
stehen den Künsten technische Möglichkeiten zur Verfügung, die eine
Bespielung dieses Environments wesentlich unkomplizierter, unaufwendiger
und zugleich wirkungsvoller und angemessener machen, man muss nur mal an
Laser und Leuchtdioden, an Beamer und Plotterdruckfahnen denken. In den
Jahren nach1977 haben die Künstler und die Künste überhaupt erst ein
spezifisches Interesse und Sensorium wie auch ein Know-how für die
Auseinandersetzung mit solchen ungewöhnlichen Räumen entwickelt.
Das Oktogon-Projekt soll keine Mini-documenta sein, könnte aber in seiner
Einzigartigkeit wie vielleicht kein anderes Projekt daran erinnern und
herausstellen, dass Kassel die Stadt der documenta ist. Es sollte
allerdings vermieden werden, dass daraus ein Fun-Projekt wird, etwas
Buntes, „Aufgeblasenes“, eine Light-Show. Das wäre zu „light“, dafür wäre
der Herkules zu schade.
Kunst im Herkules
• Das Oktogon ist Ausstellungs- und Veranstaltungsort, inszeniert sich
zugleich aber auch selbst, mit Licht z. B., so dass es im wahrsten Sinn
auch nach außen strahlt und nachts als Licht-Skulptur/Licht-Architektur
wahrgenommen wird. Der Herkules: ein „Leuchtturm-Projekt“, aber
aufregender als jetzt
• Das Projekt ist keine Mini- oder Ersatz-documenta, orientiert sich aber
am Qualitätsniveau der documenta. Das Projekt greift eine Idee Arnold
Bodes auf, will aber keine Rekonstruktion sein
• Skulptur, Objektkunst, Installation, Großfoto, Raummalerei, Licht,
Projektion, Laser, Theater, Film
Thematisch offen/thematisch gebunden: z. B. Die Aktualität der
Mythen/Virtuelle Welten
• Künstler mit Erfahrungen mit großen Räumen und Distanzen, mit Licht und
Bühne: Skulptur/lnstallation: Louise Bourgeois, Jannis Kounellis, Mario
Merz, Jessica Stockholder, Jason Rhoades, Maurizio Catellan, Christo
• Licht: James Turrel, Maurizio Nannucci, Mischa Kuball, Jenny Holzer,
Thomas Emde
• Malerei, Foto: Katharina Grosse, Sol Lewitt, Peter Kogler, Wolfgang
Tillmans
• Theater: Robert Wilson
• Film: Peter Greenaway, Stan Douglas
• Die Namen dieser – meist schon bekannteren – Künstler und Künstlerinnen
sollen hier zunächst die Bandbreite der Möglichkeiten veranschaulichen
Konkrete Schritte
• Staatliche Schlösser und Gärten sollten die temporäre Nutzung erlauben
• Findung einer Kuratorin/eines Kurators oder eines Teams über
Ideenwettbewerb/
Ausschreibung/gezielte Ansprache.
• Der Kurator kann auch ein Künstler sein
• Denkbar ist, dass ein einzelner Künstler wie z. B. Robert Wilson das
Projekt allein verantwortlich realisiert
• Erstellung eines Kostenplans
• Installation eines Förderkreises
Initiator: Prof. Heiner Georgsdorf, Kunsthochschule Kassel
Präsentation von Kasseler Kunst im
europäischen Kontext
Kassel hat zurzeit acht Partnerstädte, in denen auch bildende
Künstlerinnen und Künstler leben und arbeiten. Der Kasseler Verein
KUNSTBALKON und die Deutsch-Italienische Gesellschaft wollen den Kontakt
zu bildenden Künstlerinnen und Künstlern sowie zu Kunst- und
Kulturinstitutionen in den Partnerstädten so weit anbahnen und aufbauen,
dass im Kulturhauptstadtjahr 2010 aus allen Partnerstädten Künstlerinnen
und Künstler nach Kassel eingeladen werden. Beabsichtigt ist, nicht nur
mit den derzeitigen Partnerstädten zu kooperieren, sondern auch Kontakte
zu den neuen EU-Staaten zu knüpfen.
In den Jahren zwischen 2004 und 2010 besuchen Kasseler Künstlerinnen und
Künstler die Partnerstädte, bahnen dort Kontakte an und stellen gemeinsam
mit dortigen Künstlerinnen und Künstlern aus. Um diese Idee realisieren zu
können, müssen Verfahrensformen und Wege gefunden werden, die bisher nicht
erprobt wurden. Wenn es überhaupt Kulturkontakte mit den Partnerstädten
gibt, beziehen sich diese bisher auf tradierte Kunst- und
Kulturinstitutionen, nicht aber auf die zeitgenössische Kunst. Hier sollen
Modelle der Anbahnung entwickelt werden, die später auf weitere
Teilprojekte übertragen werden können.
Als Pilotprojekt in den Jahren 2004/05 wird die Kontaktanbahnung zu
Künstlerinnen, Künstlern und Kunstinstitutionen in Florenz vorgeschlagen.
Nach einer Recherchenphase vor Ort und der Kontaktpflege soll in
Kooperation mit florentinischen Künstlern dort eine Ausstellung realisiert
werden. Der Verein KUNSTBALKON wird dieses Pilotprojekt durchführen. Es
schließt sich eine Auswertungsphase in Kassel an.
Die Erfahrungen des Pilotprojektes sollen übertragen werden auf weitere
Austauschprojekte mit weiteren Partnerstädten und Städten in zukünftigen
Partnerländern.
Realisiert werden kann das durch die Erweiterung des Kreises der
beteiligten Künstlerinnen, Künstler und Kunstinstitutionen in Kassel. Es
soll ein Runder Tisch der gemeinsam Planenden und Realisierenden
entwickelt werden. Gedacht ist
an eine Erweiterung des KUNSTBALKON durch den Kasseler Kunstverein, den
Bundesverband bildender Künstlerinnen und Künstler etc.
Die am Runden Tisch Sitzenden wählen jeweils eine Stadt zum Aufbau von
Kontakten aus und entsenden dorthin Kulturbotschafterinnen und
Kulturbotschafter zur Recherche, zum Kontaktaufbau und zum gemeinsamen
Ausstellen vor Ort. Für das Jahr 2010 ist eine gemeinsame Ausstellung von
Künstlerinnen und Künstlern aus den Partnerstädten und aus Kassel geplant.
Initiatorinnen: Hildegard Jaekel, Sabine Stange |