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Erinnerungskultur
pflegen
Die europäischen und
überseeischen Funeral-Museen präsentieren Bestattungs- und
Erinnerungskultur
Der Blick über den eigenen Tellerrand ist
unerlässlich auf dem Weg zu einer neuen Sepulkralkultur. Dabei geht es
nicht um Imitieren, sondern um Auseinandersetzung, um Sehen lernen und
Deuten können. Was machen die anderen? Warum machen sie es anders?
Österreich und die Schweiz stehen uns nahe. Schon in den Niederlanden weht
ein anderer Wind. In Großbritannien schwankt man zwischen funeraler
Eleganz und flippiger Ernsthaftigkeit (s. Crazy Coffins). Was wissen wir
vom American Way of Death?
In Europa und den USA gibt es Museen, die sich diesem Aspekt widmen. Aus
historischen und gegenwärtigen Objekten der weltweiten Funeralkultur
entsteht ein lebendiges Bild unterschiedlichster Verhaltensmuster
angesichts des einen Themas.
Und warum gibt es auf den anderen Kontinenten keine Sepulkralmuseen?
Spiegelt sich darin ein elementarer Unterschied zwischen den Kulturen? Und
wie steht es mit den Särgen von Kane Kwai aus Ghana, die ihren Platz schon
in den Kunstmuseen gefunden haben. Bestattungskunst?
Wege nach Europa – eine Reihe von Studienexkursionen
Der museal-künstlerisch-kulturelle Streifzug durch die globale
Sepulkralkultur wird ergänzt durch die „Wege nach Europa“, eine Folge von
jährlich stattfindenden Studienexkursionen zu ausgewählten
Funerallandschaften Europas. Bereits ab 2005 soll jedes Jahr ein anderes
Land besucht werden. Hier wird Verbindendes und Trennendes deutlich. Wege
nach Europa soll auch heißen, sich nach dem geographischen Zentrum zu
orientieren. Dort nämlich stoßen christliche, jüdische, islamische
Traditionen aufeinander. Und christlich heißt hier katholisch,
protestantisch, orthodox. Der geographische Mittelpunkt Europas liegt in
den Karpaten, in der südwestlichen Ukraine. In jenen Ländern, die bis vor
kurzem eher als undifferenzierte Menge im riesigen Imperium des so
genannten Ostblocks untergingen, wird eine religiöse und kulturelle
Vielfalt offenbar, die es so in Europa kaum an anderer Stelle gibt.
Die Erkundung anderer Bestattungs- und Erinnerungskulturen soll auch
helfen, in den immer multikultureller zusammengesetzten Gesellschaften in
Europa Rahmenbedingungen für die Bestattungs- und Erinnerungskultur von
Minderheiten zu schaffen, die deren religiösen und kulturellen
Hintergründen entsprechen.
Das Projekt ist vorgesehen für 2007/1.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Särge, die Geschichten
erzählen
Was möglich ist, was sein soll und darf – etwa in der
Sarggestaltung, darüber eröffnet Crazy Coffins eine Diskussion. Hier
werden Zustimmung und Ablehnung aufeinander prallen. Außer im Museum für
Sepulkralkultur soll die Ausstellung auf der Bestatter-Fachmesse BEFA 2005
in Düsseldorf gezeigt werden.
Letztlich steht die Diskussion über die Särge aber nur als pars pro toto.
Darüber hinaus soll gefragt werden: Wie weit gehen wir? Gibt es
ethisch-ästhetische Grenzen – ist erlaubt, was (dem Einzelnen) gefällt?
Eine Ausstellung mit Särgen der Vic Fearn & Company Ltd., Nottingham,
Großbritannien, geplant für 2005/1.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Volkstümliche und
archaische Vorstellungen von der wahren Erfüllung des Lebens im Tod
Nicht alles in der Beziehung zwischen Lebenden und
Toten beruht auf der reinen Vernunft. Es gibt Unschärfen, Empfindungen und
Erfahrungen, die sich rational nicht erklären lassen. Das galt früher, und
es gilt heute. Eine neue Sepulkralkultur muss auch nach den Grauzonen
fragen und sich der Irrationalität der Gefühle bewusst sein.
Deutlich machen sollte man sich dies an einem historischen Sachverhalt,
den die volkskundliche Forschung z. B. an dem Phänomen der Totenhochzeit
festmachen kann. Es handelt sich dabei um eine im Brauchtum verankerte
Bewältigung des Todes von jungen, unverheirateten Menschen. Statt der
Brautkrone wurde ihnen eine Totenkrone zugedacht. Das Ledigenbegräbnis
steht stellvertretend für einen Bereich im Totenbrauchtum an den
Schnittstellen von Religion, Aberglaube, Anthropologie, Psychologie und
Sozialverhalten. Ausdrucksstarke Objekte sind die Totenkronen, die den
Mittelpunkt einer Ausstellung bilden.
Die Ausstellung wird kuratiert von Gerhard Seib und veranstaltet mit den
Denkmalbehörden und kirchlichen Inventarisierungsstellen insbesondere in
Hessen, Thüringen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Das Projekt ist vorgesehen für 2007/2.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Dr. Gerhard Seib
Ein Modell für eine
menschliche und ökonomische Bestattungskultur der Zukunft?
Die Projekte zur Sepulkralkultur tragen zwar in ihrer
Gesamtheit prozesshaft zum Bau einer neuen Sepulkralkultur bei, dennoch
soll zum Abschluss ein modellhafter Versuch stehen, wie Bestattungs- und
Trauerkultur künftig menschlich und ökonomisch organisiert werden kann.
Als beispielhaft kann das mittelalterliche Zunft- und Bruderschaftswesen
diskutiert werden im Sinne einer sozial verantworteten Sepulkralkultur.
Zünfte, Gilden und Bruderschaften sind die Keimzellen sozialer und
kultureller Netzwerke in Europa. Ihren Mitgliedern boten sie die
Vertretung ihrer Interessen, sie sicherten die Identität ihrer Mitglieder
und schufen eine soziale Absicherung. Ihre Bedeutung verloren sie erst,
als das hoheitliche Gemeinwesen (die Kommune, der Staat) begann, auch die
soziale Fürsorge für seine Bürger zu übernehmen. Der Sozialstaat in dieser
Form stößt überall in Europa an seine Grenzen. Deshalb ist es vernünftig,
einen Teil der kulturellen und sozialen Verpflichtungen wieder in die
Verantwortung des Einzelnen zurückzugeben oder besser: in die
Verantwortung von Gruppen und Eliten, die sich dieser Herausforderung
stellen. Wie dies geschehen kann, dafür kann das Bruderschaftswesen
Anregungen liefern. Anschaulich wird dies u. a. an der geleisteten
Bestattungsvorsorge.
Dabei zeichnen sich Zünfte, Gilden und Bruderschaften dadurch aus, dass
ihnen nationale Gesichtspunkte fremd waren. Sie organisierten sich nach
Zweckmäßigkeit unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Identität. Auch
dieser Gesichtspunkt kann als beispielhaft angesehen werden, wenn es um
die Überwindung nationalstaatlicher Interessen in einem zusammenwachsenden
Europa geht.
Die Ausstellung will das Bruderschaftswesen veranschaulichen und einen
Diskussionsbeitrag zu der Frage liefern, welche Bedeutung organisierte
Eliten in einer zukunftsfähigen Gesellschaft haben können.
Die Ausstellung soll in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen Kassel,
dem Stadtmuseum und ausgewählten europäischen Museen verwirklicht werden.
Das Projekt ist vorgesehen für 2010/1.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Von der
Künstler-Nekropole zum Friedwald, ein Wanderweg der anderen Art
Der Wald besitzt eine
eigene Faszination. Sie hat die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten
veranlasst, ihre Toten dort zu bestatten. Das waldreiche hessische
Bergland lädt dazu ein, auf Spurensuche zu gehen: Hünengräber,
Adelsgrablegen, Förstergräber. Aktualität erfuhr die Bestattung im Wald
durch die von Harry Kramer 1992 initiierte Künstler-Nekropole im Kasseler
Habichtswald. Handverlesen sind die documenta-Künstler, denen dort Raum
und Mittel geboten werden, um ihrer zukünftigen Grabstätte Gestalt zu
verleihen. Exklusiv ist der Ort, weil er außerhalb eines normalen
Friedhofes liegt, eben mitten im Wald – vom Regierungspräsidenten per
Ausnahmebeschluss genehmigt.
Ist der 2001 eingerichtete „Friedwald“ im wenige Kilometer entfernten
Reinhardswald ein billiges, geschäftstüchtiges Imitat? Oder ist er nicht
vielmehr Ausdruck einer neuen, romantischen Sehnsucht nach einer letzten
Ruhestätte in freier Natur? Menschen haben Natur und Wald als den
Bestattungsort entdeckt, der ihrem Lebensgefühl Ausdruck verleiht.
Zumindest erweitert der Friedwald die Vielfalt der zu bauenden neuen
Sepulkralkultur.
Künstler-Nekropole und Friedwald stehen stellvertretend für eine
inhaltliche Achse zwischen Zentrum und Peripherie, zwischen Stadt und
Landkreis Kassel.
Der Entdeckung von Gräbern im Wald und der Aufhellung von Zusammenhängen
dient ein Wanderweg der anderen Art. Die Partner sind die Forstämter und
deren Leiter sowie Heimatforscher und Archäologen. So verbinden sich
Naturkunde und Kulturgeschichte – gleichwohl bleibt die Frage: Was ist
Naturraum und was ist Kunstraum?
Exklusiv wie die Bestattung im Wald ist die Art der Annäherung. Nur zu
ausgewählten Terminen werden einzelne Gruppen von Fachleuten in die
Geheimnisse des Waldes und seiner Gräber eingeweiht. Wandernd,
naturschonend und die Gräber respektierend.
Das Projekt ist vorgesehen für 2009.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Workshops, Tagungen,
Kongresse zur Erarbeitung einer zeitgemäßen, menschlichen Bestattungs-,
Trauer- und Erinnerungskultur
Die Schöne Neue Friedhofswelt ist ambivalent.
Schwingt der Romantitel „Brave New World“ von Aldous Huxley mit, so
wirddamit ein auf Effektivität, Kontrolle und Interessenmaximierung
reduziertes Bestattungs- und Friedhofswesen charakterisiert, das unsere
Gegenwart bestimmt. Umgekehrt – frei von dieser Assoziation – beschreibt
„Schöne Neue Friedhofswelt“ die Perspektive einer an den Bedürfnissen der
Menschen, der Hinterbliebenen und Trauernden orientierten zeitgemäßen
Sterbe- und Trauerkultur. Es geht um eine Sepulkralkultur, die ein Sterben
in Würde, eine Abschiednahme in Solidarität und eine Trauer in Hoffnung
zum Ziel hat.
Die wahren Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und zu erfüllen, bedarf
einer interdisziplinären Zusammenarbeit und eines interessenübergreifenden
Dialogs aller Beteiligten. Diesem Dialog dienen Workshops, Tagungen und
Kongresse, deren Ergebnisse in einem fortschreitenden Prozess die
Grundlage einer neuen Sepulkralkultur bilden. Angesichts von Sterben und
Tod muss eine neue Sepulkralkultur zum Ziel haben, die individuelle und
kollektive Bejahung des Lebens zu fördern.
Den Auftakt bildete die internationale Fachtagung „Creating Identities“
vom 30. 10. bis 2. 11. 2003 im Museum für Sepulkralkultur.
Weitere Veranstaltungen sind für die Jahre 2004 bis 2010 vorgesehen –
unter Einbeziehung der Politik, der Kirchen, der Kulturschaffenden, der
Wissenschaftler, der Gewerbetreibenden und der Betroffenen. Innerhalb der
Projekte zur Sepulkralkultur kommt diesem PROZESS die entscheidende
Bedeutung zu. Es geht um ein gedankliches Gebäude, in dem Mindeststandards
für den Umgang mit Sterben und Tod gelten. Sie sollen den Charakter eines
ethischen Maßstabes erhalten. Alle anderen Projekte dienen der Findung der
Kriterien der zu formulierenden Standards.
Angedacht sind weitere folgende Fachtagungen und Kongresse:
2004
Die Themen Sterben und Trauer im Stundenplan – Schule und Sepulkralkultur
in Verbindung mit dem Hessischen Kultusministerium
2005
Kostenlos zur letzten Ruhe – Von den Sterbekassen zur Vorsorgeversicherung
in Verbindung mit dem Schweizerischen Verband der Bestattungsdienste und
dem Baudepartement Basel-Stadt-Stadtgärtnerei und Friedhöfe
2006
Hospiz-Fachtagung
in Verbindung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (BAG)
2007
Kongress für Palliativmedizin
in Verbindung mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
2008
Bestattung und Religionsgemeinschaften
in Verbindung mit der Evangelischen Kirche Deutschlands, dem Verband der
Diözesen Deutschlands, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem
Zentralrat der Muslime in Deutschland und dem Bundesverband deutscher
Bestatter
2009
Die politischen Rahmenbedingungen für eine menschliche Sterbe-,
Bestattungs- und Friedhofskultur
mit Vertretern der politischen Parteien
2010
Bestattung und Friedhof als soziale Aufgabe
Abschluss-Kongress
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Die Pflicht zur Erinnerung wird abgelöst von der Lust
an der Erinnerung. Die Ausstellung beschreibt einen Paradigmenwechsel.
Ziel der Ausstellung ist es, die Erinnerung als wesentlichen Faktor der
Bestattungs- und Trauerkultur herauszustellen und positiv zu besetzen. Der
Titel nimmt kräftig Anleihe bei Isolde Ohlbaums „Alle Lust will Ewigkeit“
– aber ihre Projekte sind so erfolgreich, dass man gerne daran anknüpfen
möchte.
Diese Ausstellung soll „emotional“ sein. Es geht um die Akzentuierung
eines Lebensgefühls, das gesellschaftliche und individuelle Biographien
strukturiert. Die Ausstellung will die Ganzheitlichkeit des Phänomens
Erinnerung darstellen und wie selbstverständlich die Erinnerung an
Verstorbene einbeziehen.
Die Erinnerung benötigt einen materiellen Ausdruck. Andenken und Souvenirs
halten die Erinnerung wach, ebenso bestimmte Rituale. Ganze Industrien und
Dienstleistungsbereiche leben davon. Foto, Film und Video, nicht weniger
der gesamte Andenkenkitsch, bestimmte Feste und Feiertage samt ihren
Feierlichkeiten und Festivitäten leben davon. Auch das Bestattungsgewerbe.
Kult und Kitsch müssen als Qualität des Lebensgefühls neu definiert
werden. Emotionen, auch die Trauer, schaffen sich Ausdruck in
Verhaltensformen und materiellen Dingen, die von Außenstehenden gerne als
"Kitsch“ abqualifiziert werden. Hier versucht die Ausstellung eine
positive Besetzung zu bewirken.
Bestattungskultur hat die Aufgabe – vor allem angesichts des Niedergangs
inhaltlicher Aspekte wie Leichenabwehr und Jenseitsfürsorge – Erinnerung
zu bieten. Hier sind innovative Produkte zu erfinden und alltäglich werden
zu lassen. Die Ausstellung kann dafür eine inhaltliche Grundlegung bieten.
Wissenschaftlich sind viele Grundlagen durch die Erfolge der „Memoria-Forschung“
gelegt. Aufgabe der Ausstellung, die von Ulrike Lange kuratiert wird, ist
es, diese Ergebnisse in populärer Ausstattung zum Allgemeingut werden zu
lassen.
Die Ausstellung ist geplant für 2006.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Kuratorium Deutsche
Bestattungskultur, Ulrike Lange
„Sterben kommt.“ ist eine umfassende künstlerische
Darstellung zur letzten Frage, dem Ende des Lebens. Sie holt den Besucher
in seiner Wirklichkeit ab und nimmt ihn mit zu neuen Impulsen und Fragen
für sein Leben. Die ganze Bandbreite künstlerischer Ausdrucksmittel wird
genutzt, um die Bedeutung des Sterbens für das Leben in neuen Perspektiven
sichtbar zu machen. Viele brennende Fragen warten auf eine Antwort: Was
ist Sterben? Wie ereignet sich Sterben? Warum müssen wir sterben? Was
beeinflusst unsere Vorstellungen vom Sterben? Was ist in den letzten Tagen
vor dem Tod? Wo sind die Grenzen zwischen Selbstzerstörung und Leben? Was
ist Leben?
Kuratiert wird die Ausstellung von Wilm Weppelmann, Münster, im Sinne
einer vielschichtigen, szenischen Inszenierung.
Künstlerische Arbeiten sind vorgesehen u. a. von Harry Kramer, Hansjörg
Voth, Hermann Weber.
Die Ausstellung ist vorgesehen anlässlich der ökumenischen Woche für das
Leben, Eröffnung 24. April 2004, 17.00 Uhr Parallel dazu wird die
Ausstellung LEBENSZEICHEN – GRABZEICHEN zu sehen sein: Elf Bildhauerinnen
und Bildhauer gestalten mit konkreten Menschen deren Zeichen – zuerst
Lebenszeichen, später Grabzeichen.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Vom Engelgottesacker
in der Ramsau bis zu den Seefahrergräbern Ostfrieslands
Im Sinne eines Museums ohne Grenzen erschließt die
touristische Wegführung bedeutende Orte und Objekte der deutschen
Sepulkrallandschaft. Eine Route zu den schönsten deutschen Friedhöfen und
den Gräbern bekannter Persönlichkeiten in reizvollen Landschaften zwischen
Alpenrand und Waterkant. Ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und
Denkmal Kassel.
Über die Straße der Friedhofskultur soll das Interesse der Öffentlichkeit
am Kulturgut Friedhof neu geweckt bzw. erhalten werden, indem die
Sympathiewerte romantischer, historischer Friedhöfe das gegenwärtige
Bestattungsverhalten reflektieren helfen und einen Gegentrend zur
Ökonomisierung des Friedhofswesens begründen. Die Gräber berühmter
Persönlichkeiten erinnern an die Verpflichtung eines gesellschaftlich
notwendigen Totengedenkens. Zudem sollen historische
Friedhöfe als notwendige Aufgabe der Denkmalpflege ins Bewusstsein gerückt
werden. Gleichzeitig kann die Straße der Friedhofskultur, die durch alte
und neue Bundesländer führt, einen Aspekt gemeinsamen Kulturerbes
verdeutlichen.
Das Projekt ist vorgesehen für 2005/2.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Prof. Dr. Reiner Sörries, Stefanie
Knöll
Eine Tochterfirma der
AG für Friedhof und Denkmal und des Museums für Sepulkralkultur bietet
funktionale und ästhetische Trauer-Requisiten
Die „Architektur“ einer neuen Sepulkralkultur braucht
die historische Forschung, die Analyse gegenwärtiger Bedürfnisse und die
theoretische Grundlage. Dies muss aber einhergehen mit dem realen Angebot
entsprechender Produkte. Die ganze Palette aller im Bestattungs- und
Friedhofswesen gebräuchlicher Produkte muss auf den Prüfstand und nach
Form, Inhalt und Funktion befragt werden. Kaum ein anderer Markt ist von
antiquierten Formen so überfrachtet wie die Bestattung, weil die
etablierten Anbieter immer noch eine marktbeherrschende Position
einnehmen. Damit verhindern sie auch eine Verbreitung neuer künstlerischer
Entwürfe, die vielfältig vorhanden sind.
Neue Produkte haben kaum eine Chance. Ihre Anbieterinnen und Anbieter zu
bündeln, ihnen ein gemeinsames Forum und Vertriebszentrum zu bieten, ist
die Aufgabe von tRAUERdESIGN:
Hier sind innovative, auch ökologische und funktional überzeugende
Produkte zu präsentieren, über PRMaßnahmen in der Öffentlichkeit bekannt
zu machen und effektiv zu vertreiben. Bei bundesweiter Ausrichtung ist
selbst bei einem vorerst geringen Marktanteil eine wirtschaftlich gesunde
Basis zu erwarten.
Um das angestrebte Ziel zu erreichen, muss eine Tochterfirma der AFD/Museum
für Sepulkralkultur gegründet werden; sie hat indes den kulturellen
Background des Museums als Alleinstellungsmerkmal. Dennoch müssen Museum
und tRAUER-dESIGN über eigene, räumlich getrennte Bereiche verfügen.
tRAUER-dESIGN verfügt über folgende Produktpalette:
Grabzeichen, Särge, Bahrtücher, Urnen, Totenkleidung, Grabbeigaben,
Totenschmuck, Trauerschmuck, -accessoires, Gestaltungselemente für die
Trauerfeier, Inneneinrichtung für Verabschiedungsräume und Trauerhallen,
Kondolenzkarten, -bücher, Trauerpapiere, Zimmerdenkmale, Literatur,
Beratung, auch Grabgestaltung, Schulung, Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit
tRAUER-dESIGN wird als GmbH geführt. Gesellschafter können Betriebe,
Institutionen und Personen werden, die sich dem Ziel einer Besserung der
Trauerkultur verpflichtet fühlen.
Das Projekt ist vorgesehen für 2008.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler
Wie Menschen in Europa
mit Sterben und Tod leben und arbeiten - ein Netzwerk entsteht
Die Kenntnis anderer Mentalitäten und Kulturen,
anderer Einstellungen und Arbeitsweisen ist notwendig, um die eigene
Position reflektieren und zukunftsweisende Lösungen finden zu können.
Funeral-Network arbeitet an einem Netzwerk engagierter Vertreter der
Sterbe- und Trauerkultur in Europa, um Kooperationen zu eröffnen und
Kenntnisse auszutauschen.
Gesucht und angesprochen sind viele Professionen: vom Archäologen bis zum
Philosophen, von der Historikerin bis zur Pflegekraft, vom Professionellen
bis zum Laien. Funeral-Network wird zudem den Prozess der Kasseler
Projekte zur Sepulkralkultur begleiten, dokumentieren und für jedermann
zugänglich machen.
Initiator: Funeral Network e.V. |