Onlinejournal    Kultur . >        < Suchen  > > >   Finden  >

 

 

Erinnerungskultur  pflegen

11.1. Bestattungskultur weltweit

Die europäischen und überseeischen Funeral-Museen präsentieren Bestattungs- und Erinnerungskultur

Der Blick über den eigenen Tellerrand ist unerlässlich auf dem Weg zu einer neuen Sepulkralkultur. Dabei geht es nicht um Imitieren, sondern um Auseinandersetzung, um Sehen lernen und Deuten können. Was machen die anderen? Warum machen sie es anders?
Österreich und die Schweiz stehen uns nahe. Schon in den Niederlanden weht ein anderer Wind. In Großbritannien schwankt man zwischen funeraler Eleganz und flippiger Ernsthaftigkeit (s. Crazy Coffins). Was wissen wir vom American Way of Death?
In Europa und den USA gibt es Museen, die sich diesem Aspekt widmen. Aus historischen und gegenwärtigen Objekten der weltweiten Funeralkultur entsteht ein lebendiges Bild unterschiedlichster Verhaltensmuster angesichts des einen Themas.
Und warum gibt es auf den anderen Kontinenten keine Sepulkralmuseen? Spiegelt sich darin ein elementarer Unterschied zwischen den Kulturen? Und wie steht es mit den Särgen von Kane Kwai aus Ghana, die ihren Platz schon in den Kunstmuseen gefunden haben. Bestattungskunst?

Wege nach Europa – eine Reihe von Studienexkursionen
Der museal-künstlerisch-kulturelle Streifzug durch die globale Sepulkralkultur wird ergänzt durch die „Wege nach Europa“, eine Folge von jährlich stattfindenden Studienexkursionen zu ausgewählten Funerallandschaften Europas. Bereits ab 2005 soll jedes Jahr ein anderes Land besucht werden. Hier wird Verbindendes und Trennendes deutlich. Wege nach Europa soll auch heißen, sich nach dem geographischen Zentrum zu orientieren. Dort nämlich stoßen christliche, jüdische, islamische Traditionen aufeinander. Und christlich heißt hier katholisch, protestantisch, orthodox. Der geographische Mittelpunkt Europas liegt in den Karpaten, in der südwestlichen Ukraine. In jenen Ländern, die bis vor kurzem eher als undifferenzierte Menge im riesigen Imperium des so genannten Ostblocks untergingen, wird eine religiöse und kulturelle Vielfalt offenbar, die es so in Europa kaum an anderer Stelle gibt.
Die Erkundung anderer Bestattungs- und Erinnerungskulturen soll auch helfen, in den immer multikultureller zusammengesetzten Gesellschaften in Europa Rahmenbedingungen für die Bestattungs- und Erinnerungskultur von Minderheiten zu schaffen, die deren religiösen und kulturellen Hintergründen entsprechen.
Das Projekt ist vorgesehen für 2007/1.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.2. Crazy Coffins

Särge, die Geschichten erzählen

Was möglich ist, was sein soll und darf – etwa in der Sarggestaltung, darüber eröffnet Crazy Coffins eine Diskussion. Hier werden Zustimmung und Ablehnung aufeinander prallen. Außer im Museum für Sepulkralkultur soll die Ausstellung auf der Bestatter-Fachmesse BEFA 2005 in Düsseldorf gezeigt werden.
Letztlich steht die Diskussion über die Särge aber nur als pars pro toto. Darüber hinaus soll gefragt werden: Wie weit gehen wir? Gibt es ethisch-ästhetische Grenzen – ist erlaubt, was (dem Einzelnen) gefällt?
Eine Ausstellung mit Särgen der Vic Fearn & Company Ltd., Nottingham, Großbritannien, geplant für 2005/1.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.3. Die Totenhochzeit

Volkstümliche und archaische Vorstellungen von der wahren Erfüllung des Lebens im Tod

Nicht alles in der Beziehung zwischen Lebenden und Toten beruht auf der reinen Vernunft. Es gibt Unschärfen, Empfindungen und Erfahrungen, die sich rational nicht erklären lassen. Das galt früher, und es gilt heute. Eine neue Sepulkralkultur muss auch nach den Grauzonen fragen und sich der Irrationalität der Gefühle bewusst sein.
Deutlich machen sollte man sich dies an einem historischen Sachverhalt, den die volkskundliche Forschung z. B. an dem Phänomen der Totenhochzeit festmachen kann. Es handelt sich dabei um eine im Brauchtum verankerte Bewältigung des Todes von jungen, unverheirateten Menschen. Statt der Brautkrone wurde ihnen eine Totenkrone zugedacht. Das Ledigenbegräbnis steht stellvertretend für einen Bereich im Totenbrauchtum an den Schnittstellen von Religion, Aberglaube, Anthropologie, Psychologie und Sozialverhalten. Ausdrucksstarke Objekte sind die Totenkronen, die den Mittelpunkt einer Ausstellung bilden.
Die Ausstellung wird kuratiert von Gerhard Seib und veranstaltet mit den Denkmalbehörden und kirchlichen Inventarisierungsstellen insbesondere in Hessen, Thüringen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Das Projekt ist vorgesehen für 2007/2.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Dr. Gerhard Seib

 

11.4. Eliten in Europa - Zünfte, Gilden, Bruderschaften

Ein Modell für eine menschliche und ökonomische Bestattungskultur der Zukunft?

Die Projekte zur Sepulkralkultur tragen zwar in ihrer Gesamtheit prozesshaft zum Bau einer neuen Sepulkralkultur bei, dennoch soll zum Abschluss ein modellhafter Versuch stehen, wie Bestattungs- und Trauerkultur künftig menschlich und ökonomisch organisiert werden kann. Als beispielhaft kann das mittelalterliche Zunft- und Bruderschaftswesen diskutiert werden im Sinne einer sozial verantworteten Sepulkralkultur.
Zünfte, Gilden und Bruderschaften sind die Keimzellen sozialer und kultureller Netzwerke in Europa. Ihren Mitgliedern boten sie die Vertretung ihrer Interessen, sie sicherten die Identität ihrer Mitglieder und schufen eine soziale Absicherung. Ihre Bedeutung verloren sie erst, als das hoheitliche Gemeinwesen (die Kommune, der Staat) begann, auch die soziale Fürsorge für seine Bürger zu übernehmen. Der Sozialstaat in dieser Form stößt überall in Europa an seine Grenzen. Deshalb ist es vernünftig, einen Teil der kulturellen und sozialen Verpflichtungen wieder in die Verantwortung des Einzelnen zurückzugeben oder besser: in die Verantwortung von Gruppen und Eliten, die sich dieser Herausforderung stellen. Wie dies geschehen kann, dafür kann das Bruderschaftswesen Anregungen liefern. Anschaulich wird dies u. a. an der geleisteten Bestattungsvorsorge.
Dabei zeichnen sich Zünfte, Gilden und Bruderschaften dadurch aus, dass ihnen nationale Gesichtspunkte fremd waren. Sie organisierten sich nach Zweckmäßigkeit unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Identität. Auch dieser Gesichtspunkt kann als beispielhaft angesehen werden, wenn es um die Überwindung nationalstaatlicher Interessen in einem zusammenwachsenden Europa geht.
Die Ausstellung will das Bruderschaftswesen veranschaulichen und einen Diskussionsbeitrag zu der Frage liefern, welche Bedeutung organisierte Eliten in einer zukunftsfähigen Gesellschaft haben können.
Die Ausstellung soll in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen Kassel, dem Stadtmuseum und ausgewählten europäischen Museen verwirklicht werden.
Das Projekt ist vorgesehen für 2010/1.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.5. Gräber im Wald

Von der Künstler-Nekropole zum Friedwald, ein Wanderweg der anderen Art

Der Wald besitzt eine eigene Faszination. Sie hat die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten veranlasst, ihre Toten dort zu bestatten. Das waldreiche hessische Bergland lädt dazu ein, auf Spurensuche zu gehen: Hünengräber, Adelsgrablegen, Förstergräber. Aktualität erfuhr die Bestattung im Wald durch die von Harry Kramer 1992 initiierte Künstler-Nekropole im Kasseler Habichtswald. Handverlesen sind die documenta-Künstler, denen dort Raum und Mittel geboten werden, um ihrer zukünftigen Grabstätte Gestalt zu verleihen. Exklusiv ist der Ort, weil er außerhalb eines normalen Friedhofes liegt, eben mitten im Wald – vom Regierungspräsidenten per Ausnahmebeschluss genehmigt.
Ist der 2001 eingerichtete „Friedwald“ im wenige Kilometer entfernten Reinhardswald ein billiges, geschäftstüchtiges Imitat? Oder ist er nicht vielmehr Ausdruck einer neuen, romantischen Sehnsucht nach einer letzten Ruhestätte in freier Natur? Menschen haben Natur und Wald als den Bestattungsort entdeckt, der ihrem Lebensgefühl Ausdruck verleiht. Zumindest erweitert der Friedwald die Vielfalt der zu bauenden neuen Sepulkralkultur.
Künstler-Nekropole und Friedwald stehen stellvertretend für eine inhaltliche Achse zwischen Zentrum und Peripherie, zwischen Stadt und Landkreis Kassel.
Der Entdeckung von Gräbern im Wald und der Aufhellung von Zusammenhängen dient ein Wanderweg der anderen Art. Die Partner sind die Forstämter und deren Leiter sowie Heimatforscher und Archäologen. So verbinden sich Naturkunde und Kulturgeschichte – gleichwohl bleibt die Frage: Was ist Naturraum und was ist Kunstraum?
Exklusiv wie die Bestattung im Wald ist die Art der Annäherung. Nur zu ausgewählten Terminen werden einzelne Gruppen von Fachleuten in die Geheimnisse des Waldes und seiner Gräber eingeweiht. Wandernd, naturschonend und die Gräber respektierend.
Das Projekt ist vorgesehen für 2009.
Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.6. Schöne neue Friedhofswelt

Workshops, Tagungen, Kongresse zur Erarbeitung einer zeitgemäßen, menschlichen Bestattungs-, Trauer- und Erinnerungskultur

Die Schöne Neue Friedhofswelt ist ambivalent. Schwingt der Romantitel „Brave New World“ von Aldous Huxley mit, so wirddamit ein auf Effektivität, Kontrolle und Interessenmaximierung reduziertes Bestattungs- und Friedhofswesen charakterisiert, das unsere Gegenwart bestimmt. Umgekehrt – frei von dieser Assoziation – beschreibt „Schöne Neue Friedhofswelt“ die Perspektive einer an den Bedürfnissen der Menschen, der Hinterbliebenen und Trauernden orientierten zeitgemäßen Sterbe- und Trauerkultur. Es geht um eine Sepulkralkultur, die ein Sterben in Würde, eine Abschiednahme in Solidarität und eine Trauer in Hoffnung zum Ziel hat.
Die wahren Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und zu erfüllen, bedarf einer interdisziplinären Zusammenarbeit und eines interessenübergreifenden Dialogs aller Beteiligten. Diesem Dialog dienen Workshops, Tagungen und Kongresse, deren Ergebnisse in einem fortschreitenden Prozess die Grundlage einer neuen Sepulkralkultur bilden. Angesichts von Sterben und Tod muss eine neue Sepulkralkultur zum Ziel haben, die individuelle und kollektive Bejahung des Lebens zu fördern.
Den Auftakt bildete die internationale Fachtagung „Creating Identities“ vom 30. 10. bis 2. 11. 2003 im Museum für Sepulkralkultur.
Weitere Veranstaltungen sind für die Jahre 2004 bis 2010 vorgesehen – unter Einbeziehung der Politik, der Kirchen, der Kulturschaffenden, der Wissenschaftler, der Gewerbetreibenden und der Betroffenen. Innerhalb der Projekte zur Sepulkralkultur kommt diesem PROZESS die entscheidende Bedeutung zu. Es geht um ein gedankliches Gebäude, in dem Mindeststandards für den Umgang mit Sterben und Tod gelten. Sie sollen den Charakter eines ethischen Maßstabes erhalten. Alle anderen Projekte dienen der Findung der Kriterien der zu formulierenden Standards.

Angedacht sind weitere folgende Fachtagungen und Kongresse:
2004
Die Themen Sterben und Trauer im Stundenplan – Schule und Sepulkralkultur
in Verbindung mit dem Hessischen Kultusministerium
2005
Kostenlos zur letzten Ruhe – Von den Sterbekassen zur Vorsorgeversicherung
in Verbindung mit dem Schweizerischen Verband der Bestattungsdienste und dem Baudepartement Basel-Stadt-Stadtgärtnerei und Friedhöfe
2006
Hospiz-Fachtagung
in Verbindung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (BAG)
2007
Kongress für Palliativmedizin
in Verbindung mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
2008
Bestattung und Religionsgemeinschaften
in Verbindung mit der Evangelischen Kirche Deutschlands, dem Verband der Diözesen Deutschlands, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem Zentralrat der Muslime in Deutschland und dem Bundesverband deutscher Bestatter
2009
Die politischen Rahmenbedingungen für eine menschliche Sterbe-, Bestattungs- und Friedhofskultur
mit Vertretern der politischen Parteien
2010
Bestattung und Friedhof als soziale Aufgabe
Abschluss-Kongress

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.7. Souvenir - Die Lust an der Erinnerung

Die Pflicht zur Erinnerung wird abgelöst von der Lust an der Erinnerung. Die Ausstellung beschreibt einen Paradigmenwechsel. Ziel der Ausstellung ist es, die Erinnerung als wesentlichen Faktor der Bestattungs- und Trauerkultur herauszustellen und positiv zu besetzen. Der Titel nimmt kräftig Anleihe bei Isolde Ohlbaums „Alle Lust will Ewigkeit“ – aber ihre Projekte sind so erfolgreich, dass man gerne daran anknüpfen möchte.
Diese Ausstellung soll „emotional“ sein. Es geht um die Akzentuierung eines Lebensgefühls, das gesellschaftliche und individuelle Biographien strukturiert. Die Ausstellung will die Ganzheitlichkeit des Phänomens Erinnerung darstellen und wie selbstverständlich die Erinnerung an Verstorbene einbeziehen.
Die Erinnerung benötigt einen materiellen Ausdruck. Andenken und Souvenirs halten die Erinnerung wach, ebenso bestimmte Rituale. Ganze Industrien und Dienstleistungsbereiche leben davon. Foto, Film und Video, nicht weniger der gesamte Andenkenkitsch, bestimmte Feste und Feiertage samt ihren Feierlichkeiten und Festivitäten leben davon. Auch das Bestattungsgewerbe. Kult und Kitsch müssen als Qualität des Lebensgefühls neu definiert werden. Emotionen, auch die Trauer, schaffen sich Ausdruck in Verhaltensformen und materiellen Dingen, die von Außenstehenden gerne als "Kitsch“ abqualifiziert werden. Hier versucht die Ausstellung eine positive Besetzung zu bewirken.
Bestattungskultur hat die Aufgabe – vor allem angesichts des Niedergangs inhaltlicher Aspekte wie Leichenabwehr und Jenseitsfürsorge – Erinnerung zu bieten. Hier sind innovative Produkte zu erfinden und alltäglich werden zu lassen. Die Ausstellung kann dafür eine inhaltliche Grundlegung bieten.
Wissenschaftlich sind viele Grundlagen durch die Erfolge der „Memoria-Forschung“ gelegt. Aufgabe der Ausstellung, die von Ulrike Lange kuratiert wird, ist es, diese Ergebnisse in populärer Ausstattung zum Allgemeingut werden zu lassen.
Die Ausstellung ist geplant für 2006.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Kuratorium Deutsche Bestattungskultur, Ulrike Lange

 


11.8. Sterben kommt

„Sterben kommt.“ ist eine umfassende künstlerische Darstellung zur letzten Frage, dem Ende des Lebens. Sie holt den Besucher in seiner Wirklichkeit ab und nimmt ihn mit zu neuen Impulsen und Fragen für sein Leben. Die ganze Bandbreite künstlerischer Ausdrucksmittel wird genutzt, um die Bedeutung des Sterbens für das Leben in neuen Perspektiven sichtbar zu machen. Viele brennende Fragen warten auf eine Antwort: Was ist Sterben? Wie ereignet sich Sterben? Warum müssen wir sterben? Was beeinflusst unsere Vorstellungen vom Sterben? Was ist in den letzten Tagen vor dem Tod? Wo sind die Grenzen zwischen Selbstzerstörung und Leben? Was ist Leben?
Kuratiert wird die Ausstellung von Wilm Weppelmann, Münster, im Sinne einer vielschichtigen, szenischen Inszenierung.
Künstlerische Arbeiten sind vorgesehen u. a. von Harry Kramer, Hansjörg Voth, Hermann Weber.
Die Ausstellung ist vorgesehen anlässlich der ökumenischen Woche für das Leben, Eröffnung 24. April 2004, 17.00 Uhr Parallel dazu wird die Ausstellung LEBENSZEICHEN – GRABZEICHEN zu sehen sein: Elf Bildhauerinnen und Bildhauer gestalten mit konkreten Menschen deren Zeichen – zuerst Lebenszeichen, später Grabzeichen.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.9. Straße der Friedhofskultur

Vom Engelgottesacker in der Ramsau bis zu den Seefahrergräbern Ostfrieslands

Im Sinne eines Museums ohne Grenzen erschließt die touristische Wegführung bedeutende Orte und Objekte der deutschen Sepulkrallandschaft. Eine Route zu den schönsten deutschen Friedhöfen und den Gräbern bekannter Persönlichkeiten in reizvollen Landschaften zwischen Alpenrand und Waterkant. Ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal Kassel.
Über die Straße der Friedhofskultur soll das Interesse der Öffentlichkeit am Kulturgut Friedhof neu geweckt bzw. erhalten werden, indem die Sympathiewerte romantischer, historischer Friedhöfe das gegenwärtige Bestattungsverhalten reflektieren helfen und einen Gegentrend zur Ökonomisierung des Friedhofswesens begründen. Die Gräber berühmter Persönlichkeiten erinnern an die Verpflichtung eines gesellschaftlich notwendigen Totengedenkens. Zudem sollen historische
Friedhöfe als notwendige Aufgabe der Denkmalpflege ins Bewusstsein gerückt werden. Gleichzeitig kann die Straße der Friedhofskultur, die durch alte und neue Bundesländer führt, einen Aspekt gemeinsamen Kulturerbes verdeutlichen.
Das Projekt ist vorgesehen für 2005/2.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Prof. Dr. Reiner Sörries, Stefanie Knöll

 

11.10. tRAUER dESIGN

Eine Tochterfirma der AG für Friedhof und Denkmal und des Museums für Sepulkralkultur bietet funktionale und ästhetische Trauer-Requisiten

Die „Architektur“ einer neuen Sepulkralkultur braucht die historische Forschung, die Analyse gegenwärtiger Bedürfnisse und die theoretische Grundlage. Dies muss aber einhergehen mit dem realen Angebot entsprechender Produkte. Die ganze Palette aller im Bestattungs- und Friedhofswesen gebräuchlicher Produkte muss auf den Prüfstand und nach Form, Inhalt und Funktion befragt werden. Kaum ein anderer Markt ist von antiquierten Formen so überfrachtet wie die Bestattung, weil die etablierten Anbieter immer noch eine marktbeherrschende Position einnehmen. Damit verhindern sie auch eine Verbreitung neuer künstlerischer Entwürfe, die vielfältig vorhanden sind.
Neue Produkte haben kaum eine Chance. Ihre Anbieterinnen und Anbieter zu bündeln, ihnen ein gemeinsames Forum und Vertriebszentrum zu bieten, ist die Aufgabe von tRAUERdESIGN:
Hier sind innovative, auch ökologische und funktional überzeugende Produkte zu präsentieren, über PRMaßnahmen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und effektiv zu vertreiben. Bei bundesweiter Ausrichtung ist selbst bei einem vorerst geringen Marktanteil eine wirtschaftlich gesunde Basis zu erwarten.
Um das angestrebte Ziel zu erreichen, muss eine Tochterfirma der AFD/Museum für Sepulkralkultur gegründet werden; sie hat indes den kulturellen Background des Museums als Alleinstellungsmerkmal. Dennoch müssen Museum und tRAUER-dESIGN über eigene, räumlich getrennte Bereiche verfügen.

tRAUER-dESIGN verfügt über folgende Produktpalette:
Grabzeichen, Särge, Bahrtücher, Urnen, Totenkleidung, Grabbeigaben, Totenschmuck, Trauerschmuck, -accessoires, Gestaltungselemente für die Trauerfeier, Inneneinrichtung für Verabschiedungsräume und Trauerhallen, Kondolenzkarten, -bücher, Trauerpapiere, Zimmerdenkmale, Literatur, Beratung, auch Grabgestaltung, Schulung, Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit
tRAUER-dESIGN wird als GmbH geführt. Gesellschafter können Betriebe, Institutionen und Personen werden, die sich dem Ziel einer Besserung der Trauerkultur verpflichtet fühlen.
Das Projekt ist vorgesehen für 2008.

Initiator: Museum für Sepulkralkultur, Gerold Eppler

 

11.11. working on a funeral network

Wie Menschen in Europa mit Sterben und Tod leben und arbeiten - ein Netzwerk entsteht

Die Kenntnis anderer Mentalitäten und Kulturen, anderer Einstellungen und Arbeitsweisen ist notwendig, um die eigene Position reflektieren und zukunftsweisende Lösungen finden zu können. Funeral-Network arbeitet an einem Netzwerk engagierter Vertreter der Sterbe- und Trauerkultur in Europa, um Kooperationen zu eröffnen und Kenntnisse auszutauschen.
Gesucht und angesprochen sind viele Professionen: vom Archäologen bis zum Philosophen, von der Historikerin bis zur Pflegekraft, vom Professionellen bis zum Laien. Funeral-Network wird zudem den Prozess der Kasseler Projekte zur Sepulkralkultur begleiten, dokumentieren und für jedermann zugänglich machen.

Initiator: Funeral Network e.V.


Um diesen Artikel zu drucken markieren Sie ihn bitte mit gedrückter Maustaste und kopieren ihn in Ihr
Textverarbeitungsprogramm z.B. Word. !

Copyright © 1999 - 2012 [kultur-punkt.ch]. Alle Rechte vorbehalten.

.