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Mosel Festwochen - Das Grossereignis der Kulturregion Trier 2007
Intendanz: Hermann  Lewen; h.lewen@moselfestwochen.de; www.moselfestwochen.de

•          Jährliches Klassik-Musikfestival

•          Besucherzahl: pro Festival 15.000 bis 20.000

•          Gegründet: 1985

•          Sitz: Bernkastel-Kues

•          Intendant und Geschäftsführer: Hermann Lewen

•          Träger: Moselfestwochen GmbH.

Gesellschafter: Stadt Bernkastel-Kues und Mosellandtouristik (Städte:

Cochem, Wittlich, Trier; Kreise: Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg;

Verbandsgemeinden: Bernkastel-Kues, Cochem-Land, Konz, Kröv-Bausendorf, Maifeld, Neumagen-Drohn, Ruwer, Saarburg, Schweich, Traben-Trarbach, Treis-Karden, Trier-Land, Ulmen, Untermosel, Wittlich-Land, Zell; Mosel-Saar-Ruwer Wein e.V.

Festival 2007

•          20. Festival

•          1.000stes Konzert (15.6. mit Justus Frantz, der 1988 auch das erste

Konzert gab).

•          57 Konzerte

•          32 Spielorte zwischen Luxemburg und Koblenz

•          Festspielzeit: 28. Mai bis 3. Oktober

Heute klingt es nicht gerade sensationell. Die Mosel Festwochen, die größten und ältesten Klassik-Festspiele in Rheinland-Pfalz, laden zum 20. Festival.

Landesvater Kurt Beck immerhin ist stolz auf die erblühende zwanzigjährige

Schönheit: „Wir sind stolz darauf, dass die Mosel Festwochen eine wirklich dauerhafte, hochqualitative Veranstaltungsreihe sind, und das wollen wir auch für die Zukunft gewährleisten.“ Was heute völlig uneitel als Selbstverständlichkeit daherkommt, dass sich Spitzenkünstler aus aller Herren Länder an der Mosel die Klinke in die Hand geben, das war vor zwei Jahrzehnten alles andere als selbstverständlich. 1985 entschließen sich der altgediente Verbandsbürgermeister von Bernkastel-Kues Wilhelm Kreuzberg und ein junger Musikfreak namens Hermann Lewen, an der Mosel ein Klassik-Festival auf internationalem Niveau zu gründen. Damals kämpfte Rheinland-Pfalz noch gegen das scheinbar unausrottbare Vorurteil, das rückständige Land der Reben und Rüben zu sein, Trier galt als eine Provinzstadt hinter den sieben Bergen und die Mosel als verstaubte späte Schönheit. Die Welt zu Gast an dieser Mosel? Für Hermann Lewen war es eine schlichte Rechnung: „Jedes Festival in Deutschland hatte seine Besonderheit.

Was fehlte, war eines mit Künstlern aus aller Welt auf höchstem Niveau. Also habe ich mich dafür entschieden“. Man muss schon genauer hinsehen, um festzustellen, dass dies nichts mit Größenwahnsinn zu tun hat, sondern mit der Selbsteinschätzung dieses Menschenschlags am Rande der Republik. Paris liegt näher als München oder Berlin, von Trier aus regierte ein Kaiser Konstantin ein Imperium, das von Spanien bis England reichte, ein Universalgelehrter wie Nikolaus von Kues führte bereits im Mittelalter mit den Türken einen interkulturellen Dialog und der Trierer Karl Marx stellte im letzten Jahrhundert die halbe Welt auf den Kopf. Wenn man sich in dieser Region als das Herz Europas bezeichnet, dann meint man das auch so. Wo nach Julius Cäsar die Franken, Normannen, Franzosen und Preußen aufmarschierten, da ist heute auch selbstverständlich Platz für Künstler aus Asien, Amerika, Russland und Israel. Ein internationales Festival abseits der Metropolen – und damit auch abseits des großen Geldes. Hermann Lewen hat ein anderes Gold

gefunden: die Kulturlandschaft vor der Haustüre. Wo andere auf quadratisch-praktische Großraumhallen angewiesen sind, da zaubern die Mosel Festwochen ihre einzigartige Atmosphäre aus einem scheinbar unerschöpflichen Reservoir an Räumen, die mit Geschichte und Geschichten getränkt sind. Das macht die Konzerte der Mosel Festwochen zu einem unvergleichlichen Genuss.

Ein weiterer besonderer Reiz der Mosel Festwochen ergab sich daraus, dass man wegen der begrenzten finanziellen Mittel keine etablierten Weltstars engagieren konnte. Lewen machte aus der Not eine Tugend und konzentrierte sich auf die aufsteigenden Sterne, die noch bezahlbar und gleichzeitig heiß auf Spitzenleistung sind. Wer wissen will, wer morgen absolut „in“ ist, der sollte sich heute auf den Mosel Festwochen umsehen. Wie Lewen es schafft, immer wieder neue Talente vor dem großen Durchbruch zu finden und zu gewinnen, hat er noch nicht verraten. Ein paar Beispiele aus dem Programm

2007: Edward Elgars „The Apostles“ auf dem Vorplatz der Abteikirche St.

Matthias (28.5.), die Gambistin Hille Perl mit Los Otros in der Synagoge Wittlich (17.6.), die kanadischen Chanticleer singen im Barocksaal von Kloster Machern (15.7.), das Artemis-Quartett spielt im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais´(2.9.), die Missa solemnis von Ludwig van Beethoven erklingt in der spätrömischen Konstantin-Basilika (3.10.), im mittelalterlichen Geburtshaus des Nikolaus von Kues gibt eine internationale Pianisten-Auslese einen Klavier-Zyklus.

Damit das Ganze nicht im Bierernst ertrinkt, sondern auch dem Lebensgefühl der Moselaner entspricht, kommen noch ein paar spritzige Sektperlen dazu. In diesem Jahr ein Dieter Hildebrandt, die einzigartige Wiener Truppe „Mnozil Brass“ oder die atemberaubenden Musikclowns Mäx & Gogol. Wo liegen die Entwicklungsperspektiven der Mosel Festwochen? Hermann Lewen: „Das Konzept ist rund und der Erfolg ist da. Nur liegen wir immer noch im Schatten der Aufmerksamkeit. Vielleicht hilft uns in diesem Jahr der blaue Hirsch.“ Das Logo der Kulturhauptstadt Europa Luxemburg macht auf eine verblüffende Ähnlichkeit aufmerksam. Beide setzen auf die Großregion, beide binden internationale Spitzenkunst in die Highlights der geschichtsträchtigen Kulturlandschaft ein. Nachmachen geht nicht.


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