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Online-Publikation: August 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< David Servan-Schreiber : "Das Antikrebsbuch . Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln" >>
Radiobeitrag im SWR 1 über das Antikrebs-Buch * im Folgetext)
Aus dem Englischen von Ursel Schäfer und Heike Schlatterer
352 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-88897-513-4, 24.90 EUR
Kunstmann Verlag Frankfurt a.M. 2008: http://www.kunstmann.de

Inhalt
Als David Servan-Schreiber vor 15 Jahren an einem Gehirntumor erkrankte, schöpfte der ehrgeizige junge Hirnforscher alle Methoden der Schulmedizin aus, um wieder zu gesunden. Erst nach einem Rückfall vertiefte er sich in die neueste Forschung zu alternativen Behandlungsansätzen. Was er herausgefunden hat, kommt »einer wissenschaftlichen Revolution« (Le Figaro) gleich. Servan-Schreiber erklärt, wie durch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe, durch Ernährung und Veränderung des Lebensstils das Immunsystem wirksam unterstützt werden kann – und verbindet so persönliche Erfahrung und Forschungsreport zu einem unverzichtbaren Werk für Kranke wie Gesunde.

Fazit
David Servan-Schreiber zitiert in der Widmung seines Buches "Das Antikrebsbuch . Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln" René Dubos, Entwickler des ersten Antibiotikums 1939,: "Ich hatte schon immer das Gefühle, das einzige Problem der Naturwissenschaften bestehe darin, dass sie nicht ausreichend "Natur"wissenschaftlich sind..." Auf dieser Basis denkt der Autor im Sinne s/einer neuen "Medizin der Emotionen". Servant-Schreiber geht von der Lebensweise aus (vorrangig nicht von der Genetik). Er frägt: Wie entkommt man der Statistik?, Erfährt man von den Schwächen des Krebses, den Gefahren aus der Umwelt, zieht man Lehren aus den Rückfällen.. es gibt also eine Antikrebs -Ernährung, -Körper, -Psyche, -Angstbewältigung, schliesslich: wie lernt man sich zu verändern..
abschliessend rät er:" Ob Sie krank sind oder ob es Ihnen gut geht... Sie werden sich entscheiden, sich ganz dieser Bewusstheit zu öffnen, die Ihr Geburtsrecht ist (..das Leben, wie es zu mir kommt viel tiefer spüren..), und dass Ihr Leben lange in seinem Licht steht." Dieser Medizin der Emotionen ist nicht mehr hinzuzufügen. w.p

*) SWR2 Buchkritik
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Sendung: Dienstag, 12. August 2008, 14:55 – 15:00 Uhr SWR2
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/buchkritik/-/id=3581448/property=download/nid=658730/1ounkpc/swr2-die-buchkritik-20080812.rtf
Bitte beachten Sie:
Das Manuskript ist ausschließlich zum persönlichen, privaten Gebrauch bestimmt.
Jede weitere Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen
Genehmigung des Urhebers bzw. des SWR.

Inhalt
Spr.: Vor wenig haben wir mehr Angst als vor Krebs. Das liegt zum einen an seiner Heimtücke, d.h. er bereitet anfangs keine Schmerzen, wird darum oftmals spät entdeckt und zum anderen am Gefühl, ihm hilflos ausgeliefert zu sein, vor allem nach Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Angeblich kann man nichts machen als abzuwarten. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie der französische Arzt und Neurobiologe David Servan-Schreiber in seinem Antikrebsbuch ausführlich belegt. Er weiß, wovon er redet, denn er ist selbst ein Betroffener. Durch einen Zufall wurde bei ihm ein bösartiger Gehirntumor entdeckt. Aus dem Arzt wurde plötzlich ein Patient. Kaum wieder genesen, stellte sich der Hirnforscher dieselbe Grundfrage wie alle Betroffenen: Wie vermeide ich, dass der Krebs wieder ausbricht?
Zit.: „Die Antwort auf diese Frage hängt von der Kampfeslust unserer Immunzellen ab, die entscheidend darüber bestimmen, ob wir den Krebs besiegen können... Verschiedene Studien zeigen, dass menschliche Immunzellen ähnlich wie Soldaten eifriger kämpfen, wenn man sie 1. mit Respekt behandelt (sie richtig ernährt und vor Giftstoffen bewahrt) und wenn 2. ihr Kommandant einen kühlen Kopf bewahrt (sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzt und gelassen bleibt).“
Spr.: Die Mobilisierung des Immunsystem zielt vor allem auf zwei Grundeigenschaften der Krebszellen, wie der Autor sehr anschaulich und jedem verständlich erklärt.
Um wachsen zu können, produzieren sie entzündungsfördernde Stoffe, wie sie der Körper zur Heilung von Wunden herstellt. Ist die Wunde verschlossen, stoppt dieser Vorgang normalerweise. Bei der Krebszelle läuft dieser Prozess aus dem Ruder. Außerdem schicken sie Botenstoffe aus, die dafür sorgen, dass sich neue Blutgefäße bilden, die den Tumor verstärkt mit Nährstoffen versorgen.
Die Entzündungsvorgänge zu hemmen und die Angiogenese, also die Entstehung von neuen Blutgefässen zu stoppen, sind also zwei entscheidende Maßnahmen in der Krebsbekämpfung. Die Pharmaindustrie sucht denn auch nach entsprechenden Medikamenten. Dabei gibt es bereits sehr wirksame. Nur liefert die die Ernährung, wie David Servan-Schreiber anhand einer ganze Reihe von erstaunlichen Forschungsergebnissen belegt.
Zit.: „Grüner Tee beispielsweise … enthält zahlreiche Polyphenole, die sogenannten Katechine. Eins davon… ist eines der wirksamsten Nahrungsmoleküle gegen die Mechanismen bei invasivem Wachstum und bei der Neubildung von Blutgefäßen durch Krebszellen…. Grüner Tee wirkt auch entgiftend auf den gesamten Organismus. Er aktiviert die Funktionen der Leber, die dadurch krebserzeugende Toxine rascher ausscheiden kann.“
Spür.: Eine ganze Reihe von Lebensmitteln, allen voran Lauchgewächse, Kohlsorten, Beerenfrüchte und Küchenkräuter oder Gewürze wie Curry können das Wachstum bestimmter Krebszellen stoppen oder verlangsamen.
Dagegen wirken Lebensmittel, die hohe Anteile von Omega-6-Fettsäuren aufweisen, entzündungsfördernd. Dazu gehören alle Produkte, die gehärtete Fette enthalten sowie Fleisch und Milch aus konventioneller Tierhaltung. Günstig dagegen wirken Omega 3 Fettsäuren, wie sie Fische und auch Biowaren aufweisen.
Dennoch wird kaum über die seit alters her bekannte medizinische Wirkung bestimmter Nahrungsmittel und so genannter Medizinpflanzen geforscht. Die Pharmaindustrie hat naturgemäß – so David Servan-Schreiber - ein viel größeres Interesse daran, mit Milliardenaufwand ein synthetisch hergestelltes Medikament zu erproben, denn das kann sie patentieren und so sehr hohe Gewinne erzielen.
Zit.: „Auf der anderen Seite ist es absolut unmöglich, vergleichbare Summen zu investieren, um die Nützlichkeit von Brokkoli, Himbeeren oder grünem Tee nachzuweisen, weil es darauf keine Patente gibt und ihre Kommerzialisierung die Investition niemals einspielen kann. Wir werden für die Wirksamkeit von Lebensmitteln bei Krebs nie vergleichbare Studien mit Menschen haben wie für Medikamente.“
Spr.: Dabei gäbe es mehr als genug Forschungsbedarf. Das gilt auch für den zweiten Bereich, der offenkundig positive Wirkung zeigt: regelmäßige Bewegung. So haben z.B. Kontrolluntersuchungen bei Frauen mit Brustkrebs ergeben, dass diejenigen eine deutlich erhöhte Überlebenschance haben, die regelmäßig Sport treiben. Und schließlich spielt auch die Psyche eine wichtige Rolle. Depressionen und Stress können das Krebswachstum fördern. Gelassenheit, Ruhe, eine optimistische Lebenseinstellung wirken offenbar bei Krebspatienten lebensverlängernd.
David Servan-Schreiber präsentiert hier keine Mutmaßungen, sondern harte Fakten. Das unterscheidet sein Buch prinzipiell von vielen esoterischen Krebsratgebern. Er verspricht auch keine Wunder und gehört auch nicht zu denjenigen, die die konventionellen Krebstherapien Operation, Bestrahlung, Chemotherapie ablehnen oder von ihr abraten. Aber er beweist, dass jeder durch seine Lebensführung sehr viel dazu beitragen kann, dass Krebs gar nicht erst entsteht oder nicht wieder ausbricht.

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