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biblio-ulten10-6
Verein "Lebenswertes Ulten"
Schulsprengel Ulten
Hauptstraße 172/b
39016 St. Walburg/Ulten
Tel.: 0473/796099
Fax: 0473/796099
www.schule.suedtirol.it/ssp-ulten/winterschule.htm
Edeltraud-Anna.Frei@schule.suedtirol.it
Koordinatorin
Dr. Franziska Schwienbacher
Tel.: 0473/796099
Franziska.Schwienbacher@schule.suedtirol.it
Routenplaner:
www.viamichelin.de
Verkehrsbericht:
www.provinz.bz.it/vmz/report/index_d.asp
Zur Winterschule Ulten, Südtirol : Idee und
Aufbau
Die Idee
Auf der größten Konferenz der Weltgeschichte in Rio 1992 beschlossen
die Vereinten Nationen die
Agenda 21 als weltweites Programm für das 21. Jahrhundert. Die
Grundsätze dieser Agenda treffen in
besonderer Weise die Zielsetzung und Idee der Winterschule:
• Die Menschen haben das Recht auf ein gesundes Leben im Einklang
mit der Natur.
• Soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und
Umweltschutz sind miteinander verflochten
und voneinander untrennbar.
• Die Entwicklung darf die Entwicklungs- und Umweltbedürfnisse der
heutigen und der kommenden
Generationen nicht beschränken.
Zusammenfassend gilt, dass sich die zukünftige Entwicklung der
Menschen am Leitbild der Nachhaltigkeit
oder Zukunftsfähigkeit orientieren soll. Das heißt, soziale
Gerechtigkeit, friedliches Zusammenleben,
zukunftsbeständige Wirtschaftsentwicklung und eine nachhaltige
Nutzung der natürlichen Umwelt
werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern als
gleichberechtigte Partner gesehen. Besser
könnten Philosophie und Ausrichtung der Winterschule nicht
ausgedrückt werden.
Altes handwerkliches Wissen zu beleben, mit natürlichen Rohstoffen
zu arbeiten und naturnah zu leben und
zu wirtschaften, war immer schon das Anliegen der Schule. Sie ist
ursprünglich aus den Winterwerkstätten
entstanden und möchte die Liebe zur Natur, aber auch die Freude am
kreativen Gestalten fördern. Für die
Bauern bietet sie eine Möglichkeit, sich einen Zuerwerb zu schaffen;
sie richtet sich aber auch an all jene,
die gern schöpferisch tätig sind und natürliche Materialien und
Rohstoffe wertschätzen.
Aufbau der Schule
Die gesamte Ausbildung besteht aus „Modulen”, die mit einer
Teilnahmebestätigung abschließen
und als Baustein für das Abschlussdiplom gelten, das in drei bzw.
sechs Jahren erworben werden
kann. Dazu ist der regelmäßige Besuch des Hauptfaches drei Jahre
lang sowie von jeweils zwei
Nebenfächern aus dem Bereich des Hauptfaches pro Jahr notwendig. Wer
also zur Abschlussprüfung in
einem der Bereiche antreten möchte, muss neun „Module“ absolviert
haben. Insgesamt sind das rund
550 Unterrichtsstunden, die ein Teilnehmer an der Winterschule für
seine Ausbildung besucht. Der
Unterricht findet an Wochenenden (Freitag und Samstag) oder in
Blockkursen an der Winterschule in
Kuppelwies (ehemalige Grundschule) bzw. an der Mittelschule in St.
Walburg statt. Weitere Kursräume
befinden sich auch im Ultner „Gründerzentrum” in der ehemaligen
Schmiedhofer-Säge.
Nach dem Grundkurs folgen zwei Aufbaujahre. Die Hauptfächer sind
aufbauend, ein Neueinstieg ist
im zweiten Jahr nur unter Vorbedingungen möglich. Die Nebenfächer
sind jedes Jahr zugänglich,
grundsätzlich wird jedoch empfohlen, auch sie kontinuierlich über
drei Jahre zu besuchen.
Inhaltsübersicht
Holzverarbeitung
Textilverarbeitung
Pflanzenverarbeitung
Gesundheitsvorsorge und Bäderwesen (von kultur-punkt
bedeutungsgemäss und auszugsweise hervorgehoben)
Permakultur (von kultur-punkt bedeutungsgemäss und auszugsweise
hervorgehoben)
Ausbildung in Permakultur
In Zusammenarbeit mit der Permakulturakademie im Alpenraum
Hauptfach: Ausbildung zur Fachkraft für Permakultur
Leben im ständigen Kreislauf der Natur: Ökologische, nachhaltige und
funktionale Gestaltung
von Lebensräumen und Lebensweisen (nach dem Curriculum von Bill
Mollison)
Der Begriff Permakultur kommt aus dem Englischen (permanent
agriculture = nachhaltige Landwirtschaft)
und wurde von den Australiern Bill Mollison und David Holmgren Ende
der 70er Jahre
geprägt. Permakultur beschreibt heute nicht nur spezielle Methoden
beim Land- und Gartenbau,
sondern vor allem ganzheitliche Prinzipien und Vorgehensweisen, wie
landwirtschaftliche und
soziale Systeme zukunftsfähig aufgebaut werden können. Permakultur
ist also nicht nur eine Art
das Land zu bestellen, sondern auch das eigene Leben und den Alltag
zukunftsfähig zu gestalten
– regional und weltweit. Permakultur beruht auf der Beobachtung der
Natur und auf dem Denken
in Zusammenhängen und Wechselwirkungen. Permakultur zeigt, wie
Menschen ihre Verantwortung
für die Schöpfung wahrnehmen und ihre Ressourcen zur regionalen
Selbstversorgung besser nutzen
können.
Ziel dieses 3-jährigen Ausbildungsganges ist die Entwicklung der
Fähigkeit, Permakultur-Projekte
zu planen und zu gestalten. Dabei stützen wir uns auf eingehende
Naturbeobachtung,
auf die Weisheit traditioneller Landwirtschaft und auf moderne
Wissenschaft und Technik.
Das erste Jahr des Ausbildungsgangs zur Fachkraft für Permakultur
enthält die international festgelegte
Grundausbildung (Permakultur-Zertifikat der Permakultur-Akademie im
Alpenraum mit Sitz
in Österreich). Im zweiten und dritten Jahr enthält der Lehrgang je
zwei 16-stündige Planungs- und
Gestaltungskurse mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten und
Projektpräsentationen. Diese
Planungskurse können für den Diplomweg (Diplom der angewandten
Permakultur-Gestaltung)
angerechnet werden. Die Hälfte der Ausbildungszeit besteht aus
Vorträgen, die andere Hälfte
aus Gruppenarbeit und Workshops (Praxisteile). Für die Kurse 1 bis 5
(Zertifikatskurs) besteht
Anwesenheitspflicht. Im Lehrgang (bestehend aus dem Hauptfach und
den zwei zugeordneten
Nebenfächern „Natürliche Bienenhaltung” und „Zukunftsfähige
Energienutzung”) unterrichten
Personen mit Permakultur-Diplom bzw. Personen in Ausbildung zum
Diplom sowie Permakultur-
Fachkräfte und Personen mit Permakultur-Zertifikat und nur, wenn
diese nicht zur Verfügung stehen,
andere Fachleute, alle soweit möglich aus Südtirol (bevorzugt
Absolvent/inn/en der Permakultur-
Fachkraft-Ausbildung der Winterschule Ulten). Frau Dr. Marlies
Ortner, die Leiterin der Permakultur-
Akademie im Alpenraum, ist die verantwortliche Kursleiterin des
Lehrgangs.
Die Fachkraft-Ausbildung in Permakultur wird mit einer schriftlichen
und mündlichen Prüfung abgeschlossen.
Prüfungsgegenstand ist ein selbst gestaltetes und dokumentiertes
Permakultur-Projekt
sowie Fragen zu diesem, zum Pflanzenwissen und zu den Kursinhalten
des Lehrgangs. Zur Prüfung
werden die Lehrgangsteilnehmer/innen zugelassen, die
– alle Module des Zertifikatskurses (Kurse 1- 5) besucht haben,
– insgesamt 80% der Kurszeit im Hauptfach und in zwei Nebenfächern
anwesend waren,
– sowie Praxis-Zeiten im Ausmaß von 54 Tagen nachweisen
– und eine Leseliste vorlegen.
Die Prüfungskommission besteht aus Vertreter/innen der Winterschule,
ihres Trägers und der
Permakultur-Akademie im Alpenraum.
Das Thema „Aufbauen von Kooperationen zur lokalen und regionalen
Selbstversorgung” (Kreisläufe
von Waren und Dienstleistungen, Tauschringe,
Erzeuger-Verbraucher-Gruppen, Aufbau lokaler
Märkte, Projektarbeit in der Gruppe und Kennenlernen bestehender
Kooperationen) ist in alle Kurse
des Lehrgangs integriert.
Dauer 112 Unterrichtsstunden
Gesundheitsvorsorge und Bäderwesen (bedeutungsgemäss auszugsweise
hervorgehoben)
Milch-Veredelung zu Weich-, Frisch-, Schnittkäse und Joghurt
Die Inhaltstoffe und Nährwerte von Milch; von der Milch zum Käse;
Käsen mit Kräutern; vom Frischprodukt
bis zur Reife. Begleitende Maßnahmen bis zum Verzehr. Tipps gegen
Fehlproduktionen;
Frischkäse schnell hergestellt (in 10 Minuten) und mit Kräutern
gewürzt.
Referent Josef Gruber, Meran, langjähriger Molkereifachmann der
Sennereigenossenschaft Algund,
Träger des Ehrenzeichens in Silber des Verbandes Tiroler Käserei-
und Molkereifachleute
Kochen mit den Schätzen der Natur
Ernährung hat den Sinn, dass alle Körperzellen jeden Tag erhalten,
was sie brauchen. Dadurch
entsteht im Körper Sicherheit und Geborgenheit, Gesundheit und
Lebensfreude. Die förderlichen
Eigenschaften entwickeln sich hauptsächlich durch eine gesunde
Ernährung, welche unserem
Körper, insbesondere dem Gehirn, die lebenswichtigen Bausteine
zuführt. Dass gesundes Essen
auch in kurzer Zeit und mit einfachen Mitteln zubereitet werden
kann, wird in diesem Jahr der
Schwerpunkt sein.
Gesundheit aus ganzheitlicher Sichtweise
Inhalte: Denkvoraussetzungen - Modelle der Wirklichkeit – Der Kosmos
als ganzheitliches Gefüge
– Die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt – Reinigung als
Voraussetzung für die
Heilung – Die persönliche Arbeit an der eigenen Gesundheit – Das
Persönlichkeitssystem des
Menschen – Lebensprozesse und Entwicklungsprozesse
Die Heilkraft in uns und in der Schöpfung
Die Natur ist die höchste „Hochschule“, an der wir studieren können.
Der Mensch ist ein Teil dieser Natur.
Wir lernen ihre Gesetze besser kennen und dadurch eröffnen wir uns
den Weg, um mit ihr wieder gesund,
glücklich und zufrieden zu leben. Schwerpunkte des Kurses in diesem
ersten Jahr sind: Harmonie
in der Natur und der Mensch als Teil der Natur.
Heilnahrung für Mensch und Erde
Es gibt keinen triftigen Grund für die Erhitzung der Speisen. Wie
aber wird es dann gemacht? Der
Kurs vermittelt Theorie und Praxis: Zubereiten thermisch
unbehandelter Nahrung so, dass sie hervorragend
schmeckt. Wildkräuter im Speiseplan einbauen. Schonkost, roh und
vegan. Ernährung
und Gesundheit für Mensch und Erde. Wenn gesund sein eine
Entscheidung wäre? Was sind die
gängigen Fehler in der Ernährung?
Referent Urs Hochstrasser, Dottilon (Schweiz), Koch,
Gesundheitsberater, studierte Ernährungswissenschaft
in Amerika und Indien,
Studium der Verhaltenspsychologie an der
Columbia University N.Y., Dr. in Alternativmedizin
und Akupunktur für energetische
Testverfahren, Leiter des Morphogenetischen
Zentrums mit Schwerpunkt
Wasserdiagnostik und Wassertechnologie
Natürliche Bienenhaltung
Inhalte im ersten Jahr: Die Beziehung des Menschen zu Bienen.
Artgerechte Bienenhaltung. Welche
Umwelt brauchen Bienen? Vorbeugung und Behandlung von
Bienenkrankheiten. Bienenprodukte
gewinnen und verarbeiten. Naturnahe Imkerei im Jahresverlauf.
Lehrausgang zu einer
Bio-Imkerei. Praktische Arbeiten in der naturnahen Imkerei.
Zukunftsfähige Energienutzung
Übersicht über verschiedene Energie(träger); Auswirkungen heutiger
Energienutzung auf Mensch
und Natur; Energiesparpotenzial im Haushalt; Energiebilanz der
Baustoffe; Nutzung erneuerbarer
Energien beim Neubau und energetische Sanierung von Altbauten;
Wärmedämmung; Sanfte
Energietechnologien für Heizung, für Strom, zum Pumpen, zum Kühlen,
für Landwirtschaft und
Gewerbe und für den Betrieb von Fahrzeugen mit Sonnenenergie
betriebene Geräte (1. Teil)
Umfassende Energieberatung mit den Schwerpunkten Gebäude,
ökologische
Baustoffe, Stromsparen, Fotovoltaik-Solarstrom.
Permakultur-Ausbildung bei der
Permakultur-Akademie im Alpenraum
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Träger der Winterschule Ulten sind:
Abteilung für deutsche und ladinische Berufsbildung, Abteilung 20,
Bozen
Landesberufsschule für Handel, Handwerk und Industrie „Dipl. Ing.
Luis Zuegg”, Meran
Abteilung für land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung,
Abteilung 22, Bozen
Schulsprengel und Gemeinde Ulten
Verein „Lebenswertes Ulten”
Bearbeitung und Redaktion: Dr. Josef Prantl, Waltraud Schwienbacher
und Martha Loner
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