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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006 sowie im
Internet-Journal www.kultur-punkt.ch
Buchbesprechung 1-5
<<Erich Fried: Ein biografischer Überblick>>mit
<<Am Rand unser Lebenszeit>>,<<
Lebensschatten>>,<< Unverwundenes>>,
<<Die Freiheit, den Mund aufzumachen>>,
<<Unverwundenes >>.
http://www.wagenbach.de
Erich Fried, geboren 1921 in Wien, floh 1938 nach London, wo er bis zu
seinem Tod 1988 lebte. Wegen seines Gedichtbands und Vietnam und (1966) noch
heftig umstritten, wurde er spätestens mit den Liebesgedichten (1979) zum
meistgelesenen deutschsprachigen Lyriker seit Bertolt Brecht.
Mehr zum Leben Erich Frieds findet sich im Bildband, in der Chronik und in
der Autobiographie Mitunter sogar Lachen, alles erschienen bei Wagenbach.
Fazit: Ein wahrhaftiger Mensch, ein Suchender der nach oben trat, ist an uns
vorbei gegangen, fast unmerklich, ein Aufrechter mit Links....
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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006 sowie im
Internet-Journal www.kultur-punkt.ch
Buchbesprechung
<<Erich Fried: Am Rand unser Lebenszeit>>
Gedichte.
2000. Kartoniert. 80 Seiten. EUR 7.90 [D]. 14,10 sFr / 8,20 EUR [A]
Bandnummer 386 ISBN 3-8031-2386-0
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Die Originalausgabe dieses Bandes erschien 1987 zur Büchnerpreisverleihung
an Erich Fried: Gedichte von der »unbeholfenen Wahrheit«, von Traum und
Trauer unserer Lebenszeit.
Dem Band steht ein Motto voran, das den Leser teilnehmen läßt an Frieds
ästhetischen und inhaltlichen Erwägungen:
Hier sind viele Gedichte erwogen
nach Silbenfall und Vokalklang
zehnfach gefeilt verbessert und umgeschrieben
Aber manchmal tritt an die Stelle
der Gunst des Wortes
die unbeholfene Wahrheit
Dann muß nicht immer
Kunstfertigkeit der Sprache
an ihr sich versuchen
Nein, unverbessert
und unverbesserlich
ist sie am besten.
Fazit: Spät - war es diese morbide, kafkaes-dostojewski-hafte urbane
Verschattung von Wien, damals noch intensiver als in den 50-60-Jahren - die
Fried bewog so lange da auszuharren? Jedenfalls ist die mycelartige Struktur
für das poetische Schaffen von essenzieller Potenz, die auch Samuel Beckett
zum Wandergesellen zwischen den politisch-sprachlichen Barrieren umtrieb -
gleich Fried diesem exzellenten Dichter deutscher Sprache - Auf der
Suche...wie es in seinem Schluss-Poem seines Gedichtbandes "Am Rande unserer
Lebenszeit" bezeichnenderweise heisst.
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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006 sowie im
Internet-Journal www.kultur-punkt.ch
Buchbesprechung
<<Erich Fried: Lebensschatten>>
Gedichte
Überlegungen und Anklagen, über Liebe, Literatur und Krieg, immer nach der
Suche nach Auswegen.
2001. Kartoniert. 112 Seiten. EUR 8.90 [D]. 15,90 sFr / 9,20 EUR [A].
Bandnummer 398. ISBN 3-8031-2398-4
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Fried verweist mit seinem Titel auf Georg Heyms letzten Gedichtband Umbra
vitae, begreift ihn aber weiter: Lebensschatten, das sind nicht nur die
Schatten, die von früher her - aus Biographie und Geschichte - auf unsere
Gegenwart fallen, sondern das sind auch die Schatten, die wir im Namen
anderer werfen sollen, Befehlsschatten.
Fazit: In stringenter Kürze und scheinbarer Nüchternheit trägt Fried uns
sein selbsterlittenes und seuismografisches Ahnen vor wie hier : Das Leben /
hat mich gelehrt / dass ich es / nicht verstehe / und nichts von ihm /
lernen kann / und lernen will / am allerwenigsten / mich selbst / mich
selbst / und den Tod / zur verstehen. Nicht und Nichts geben einander die
poetische Hand - das kennzeichnet Fried auch als kongenialen
Shakespeare-Übersetzer.
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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006 sowie im
Internet-Journal www.kultur-punkt.ch
Buchbesprechung
<<Erich Fried: Unverwundenes>>
Liebe, Trauer, Widersprüche.
Überlegungen und Anklagen, über Liebe, Literatur und Krieg, immer nach der
Suche nach Auswegen.
2004. Kartoniert. 80 Seiten. EUR 7.90 [D]. 14,60 sFr / 8,20 EUR [A].
Bandnummer 494. ISBN 3-8031-2494-8
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Erich Frieds letzter Gedichtband, erschienen wenige Monate nach der späten
Anerkennung durch den Georg-Büchner-Preis.
Wir verwinden vieles, sagt man. Was aber, so fragen diese Gedichte, bleibt
unverwunden? Die Auf- und Abrechnungen? Unsere zu bunten Träume? Die alten
Bilder, die quer durch die neuen, sogenannten unvergeßlichen gehen?
Und wie vermischt sich das von uns Unverwundene mit unseren jetzigen
Absichten, mit dem Kampf gegen die Zumutungen der Zeit oder mit der Trauer
über diejenigen, die immer den Kopf oben behalten?
Ein Einblick in die literarische und gedankliche Welt des späten Erich
Fried.
Fazit:Klar und maskenfrei spricht Fried in seinen letzten beiden Gedichten
sein Vermächtnis aus: "...Als Mensch bin ich krank und alt und werde
sterben...: Lebenslauf" und "statt eines Nachworts... Auch was ich für den
Tod geschrieben habe ist gegen den Tod geschrieben."
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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006 sowie
im Internet-Journal www.kultur-punkt.ch
Buchbesprechung
<<Erich Fried: Die Freiheit, den Mund aufzumachen>>
Achtundvierzig Gedichte. Fragen nach den Bedingungen der Freiheit.
2001. Kartoniert. 80 Seiten. EUR 7.90 [D]. 14,10 sFr / 8,20 EUR [A].
Bandnummer 411. ISBN 3-8031-2411-5
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Fragen nach den Reden und Taten derjenigen, die die Würde des Menschen
zitieren und den Ermessensspielraum meinen. Und Fragen an diejenigen, die
immer schon alles gewußt haben.
Befreiung von den großen Vorbildern
Kein Geringerer
als Leonardo da Vinci
lehrt uns
»Wer immer nur Autoritäten zitiert
macht zwar von seinem Gedächtnis Gebrauch
doch nicht von seinem Verstand.«
Prägt euch das endlich ein:
Mit Leonardo
los von den Autoritäten!
Fazit: Wer ihn lauthals (ich, da als Studienkoordinator, konnte Dutschke
noch hinter der letzten Reihe des Audi max K2 TH Stuttgart ) den von
bitterem Empfinden von Ungerechtigkeit und für Solidarität geprägten fast
schrillen Tonfall erlebte - und dem Fried "Gehör" im stillen
freundschaftlichem Verbundensein verschaffte: "Wie müssen wir / die Ohren
halten / um / im Gähnen der Niederlage / schon etwas vom Sieg zu hören?"
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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006 sowie
im Internet-Journal www.kultur-punkt.ch
Buchbesprechung
<<Erich Fried: Unverwundenes >>
Liebe, Trauer, Widersprüche.
2004. Kartoniert. 80 Seiten. EUR 7.90 [D]. 14,60 sFr / 8,20 EUR [A].
Bandnummer 494. ISBN 3-8031-2494-8
http://www.wagenbach.de
Erich Frieds letzter Gedichtband, erschienen wenige Monate nach der späten
Anerkennung durch den Georg-Büchner-Preis.
Wir verwinden vieles, sagt man. Was aber, so fragen diese Gedichte, bleibt
unverwunden? Die Auf- und Abrechnungen? Unsere zu bunten Träume? Die alten
Bilder, die quer durch die neuen, sogenannten unvergeßlichen gehen?
Und wie vermischt sich das von uns Unverwundene mit unseren jetzigen
Absichten, mit dem Kampf gegen die Zumutungen der Zeit oder mit der Trauer
über diejenigen, die immer den Kopf oben behalten?
Ein Einblick in die literarische und gedankliche Welt des späten Erich
Fried.
Fazit: inhaltlich gliedern sich die letzten poetischen Aussagen von Fried in
Umliebe, Zeiggezeigtes, Vom Schreiben, Zeitnacktes und Lebenskanten.
Fried lebt in mir im inneren Erhellten und empfehlend weiter, daher gilt das
auch für ihn: " ich aber darf noch leben / im Licht der Sonne / die an den
Tag bringt / die wiederkehrende Wahrheit," mehr noch : Wahrhaftigkeit. |