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12<<Gesundheit publizieren - wer wagt gewinnt nur bedingt>>
W+B Agentur-Presseaussendung vom März 2001
<<Gesundheitskommunikation>>
Herausgegeben von Dietmar Jazbinsek und 20 Mitautoren
Sachbuch, Westdeutscher Verlag , Wiesbaden; 2000; 338 S.; Broschur; DEM 62.- / ATS 453.- / SFR 56.50

Kurz gesagt, geht es Dietmar Jazbinsek um die "Erkundigung eines Forschungsfeldes", wie seine Einleitung beginnt. Er gliedert dann die Beiträge der Mitautoren in 6 Bereiche. Dabei gilt sein Hauptinteresse sowohl dem Zeitungsleser als auch den Fernsehzuschauern, da dies, wie er folgert durch Arztserien in allen TV-Kanälen und der Regenbogen-presse belegt ist.
Traditonen der Gesundheitsaufklärung.
Seit dem 18.Jhdt., ist die Lebenserwartung der Europäer rapide gestiegen, durch Hygienestandards, Selbsthilfeanleitungen und Volksunterricht (Virchow (1849, Adler 1880) bis zum Dresdner Hygiene Museum (DDR) oder zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BDR; die hier nicht zitiert wird, Anm.d.Rez.)
TV-Genres
Mord und Totschlag sind die Haupttodesursachen in der Fernsehwelt. Dagegen "verfügen die TV-Bewoh-ner über eine beeindruckend robuste Gesundheit". Stets souverän auftretende Ärzte bringen eine rasche Genesung, ohne Arbeitsunfälle und Berufskrankeiten.
Fazit: Talkshows sind völlig ungeeignet, um öffentlicher Gesundheit Gehör zu verschaffen (Franke, 1999).
Patienteninformationen im Internet
Im "www." gehören Krebserkrankungen zu den Hauptthemen, so erfahren wir durch oncolink. Virtuelle Gruppen bieten auch Patienten ein Diskus-sionsforum, besonders für jene, die an seltenen Krankheiten leiden.
Medienthema Genforschung
Seit dem Beginn des Human Gen Project hat sich in der öffentlichen Diskussion der Trend verstärkt, menschliches Verhalten sei im wesentlichen auf genetische Dispositionen zurückzuführen (Gorijn, 1998). Auch da wird übertrieben, da z.B. bei Brustkrebserkrankung die genetische Herkunft nur -10% nachweisbar ist, die öffentliche Berichterstattung aber von einem Drittel ausgeht und hinzu kommt noch die populistische statt seriöse Berichterstattung.
Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitspolitik
Gegen die erstarkenden Umwelt- und Verbraucher-schutz-Bewegung haben die Industrieverbände in den 70er Jahren Forschungsinstitute gegründet, um ihrem Management Strategien zur wissenschaftlichen Verfälschung zu liefern: Warnung vor Arbeitsplatz verlusten, Denunziation der Gegenseite - mit hypochondrisch oder stalinistisch abzuqualifizieren.. Schliesslich erscheinen PR-Artikel immer mehr als redaktionelle Beiträge getarnt in den Fachmedien.
Fazit:
Perspektiven für die Public Health-Praxis
Hier werden praktische Tipps für den Berufseinstieg zur Gesundheits-Berichterstattung und für einen Gesundheits-Wissenschaftler erteilt, sogar wie man sich im Journalismus auf Dauer über Wasser hält. Denn Festanstellungen werden immer rarer und der sogenannte "Freie" Journalist wird allzuleicht vogelfrei erklärt, wenn er sich kritisch zeigt.
Es ist ein lesenswerter und zugleich lohnender Forschungsbeitrag zur publizistischen Seite der Gesundheit und ihrer zum Teil unerträglichen Hintergründe.

 


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   Stand: FEBRUAR 2012

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