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W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2002
<<Medizin und Bösartigkeit – Heilen und Verbrechen>>
Buchbesprechung
<<Johann Schleich: Kräuterweiber und Bauerndoktoren>>
Die geheimen Rezepte der Heilkundigen. Uralte Volksmedizin aus der Steiermark
216 S.; mit 125 sw-Abbildungen, Strichzeichnungen und Vignetten, gebunden; EUR 21,70
Styria Verlag,  Graz, 2001

Im Südost-Eck Österreichs, der Steiermark, ist das Wissen der Volksmedizin-Rezepte noch lebendig in Errinnerung geblieben. Vieles vom Überlieferten wird noch praktiziert: So hilft Knoblauch bei Zahnschmerzen, Haferstroh gegen Kopfschmerzen, Rosskastanien wehren Erdstrahlen ab und Waldameisen, in Schnaps angesetzt und eingerieben, helfen bei Rheuma.
Aber auch der Schutz vor Teufel und Verzauberung sowie die Vorhersage des eigenen Todes durch das "Leiden-Christi-Gebet", dessen Inhalt erstmals hier abgedruckt ist, wird behandelt.
Besonders erschreckend und geradezu traumatisch wirkend ist die Schilderung der Rezeptur Mumia Alapastica: Es ist dafür das Fleisch eines hingerichteten, rothaarigen Jünglings, nicht über 25, erforderlich, aus einem Arzneibuch, 1686 in Graz gedruckt. Gleichfalls ekelerregend und mörderisch ist die Verarbeitung von Menschenschmalz und Mundschaum in der Barockzeit: Dabei spielt das Grazer Ordensspital mit den Apotheken der Barmherzigen Brüder eine mutmasslich abscheuenswerte Rolle: Hierbei kam rothaarigen Frauen ohne Sommersprossen eine tragische, lebensbedrohende Bedeutung zu: "..in einem Raum mit einer Falltüre,.. wodurch junge rothaarige Patienten auf einen Rost fielen..aus dem ausströmenden Blut und Todesschweiss würden Arzneien für die Apotheke bereitet".
In den ländlichen Gegenden, zum Teil bis heute, konnten sich früher die Landleute weder Arzt noch Krankenhaus leisten und diese Tradition der eigenen Medizinherstellung, die in der Familie weitergegeben wurde, besteht heute noch.
Der Volkskundler Johann Schleich, sammelte 30 Jahre lang die grösstenteils mündlich überlieferten und zum Teil geheimen Rezepte, hier erstmals veröffentlicht uraltes Wissen von Natur-, und zum Teil,Geist-Heilern. Diese werden namentlich genannt, ausgezeichnet porträtiert und zitiert.

 


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   Stand: FEBRUAR 2012

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