W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2000
<Elisabeth Aust-Claus, Petra-Marina Hamme: Das A-D-S-Buch>
Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom; dazu neue Konzentrations-Hilfen für
Zappelfilippe und Träumer
Oberstebrink Verlag,
Ploenniesstrasse 3, D-40885 Ratingen; 317 S., mit vielen Trainingsplänen für
Eltern und ADS-Kinder; 1999; DEM 38,- / ATS 278,- / CHF 35,50.In der
erfolgreichen Ratgeber - Reihe der Oberstebrink Eltern - Bibliothek liegt nun
diese bemerkenswerte Konzentrations -Hilfe vor.
Diese wendet sich an Eltern und Kinder; LehrerInnen, KinderärztInnen und
TherapeutInnen. Dabei geht es um eine konkrete Hilfestellung zu einer
neuro-biologischen Störung im Dopamin-Stoffwechsel, die sowohl die Informations-
und Wahrnehmungs-Verarbeitung als auch das Verhalten wie den Lernvorgang in der
Entwicklung erheblich behindern kann. Das Ergebnis ist in jedem Fall: gezieltes
Handeln wird schwierig, weil die Verarbeitungszentrale Gehirn und deren
Aufnahmefilter nicht fokusartig agieren, sondern ungenau, trüb und bezugsarm
wirken.
Dabei sind zwei verschiedene A-D-S-Typen erkennbar: einerseits sind es
Zappelfilippe mit Hyperaktivität und andererseits gibt es Träumer ohne
Hyperaktivität.
In elf Kapiteln werden Ratschläge mit anschaulichen Illustrationen, Checklisten
und Aufgabenplänen darge-stellt und am Ende jedes Kapitels wird das Wichtigste
in kurz und klar zusammengefasst.
Besonders anschaulich werden in den Wochen- und Hausaufgabenplänen
Motivationshilfen durch konstruk-tive Übungen der Teamgeist geweckt und
gefördert.
Im weiteren muss das Selbstwertkonto positiv stimuliert werden. Das geschieht
durch Gestik, in den Arm nehmen, liebe Worte sagen und loben. Verantwortung und
Selbständigkeit bilden dabei Grundpfeiler, während das Kind mit seinen Pflichten
vertraut und eingeübt wird.
Die Verfasserinnen nennen das Optimind - Team, das vorrangig aus den Eltern und
ihren A-D-S-Kindern besteht, hinzu treten, oft täglich, Erzieher-/ und
Lehrer/Innen sowie KinderärztInnen, Psychotherapeut - Innen. Wichtiges Ziel:
Bezugsreichtum gegen die bezugarmen Filter der A-D-S-Kinder ist alltäglich
angesagt. Dabei ist die Mithilfe der Eltern bei Hausaufgaben bis zu 57%
notwendig und bei Besuchen die Auffälligkeit bis zu 26% sowie die Telefonate der
Mutter bis zu 38% Störfaktoren für A-D-S-Kinder, was bei anderen Kindern nur 2 -
7 % ausmacht. Ganz abgesehen dass das Zubettgehen, Auftragerledigungen und
Mahlzeiten um die 20% Schwierigkeiten bereiten.
Schliesslich werden auch von den Autorinnen positive Effekte durch medikamentöse
Therapien objektiv nachgewiesen: im Lernverhalten, der Motorik und den
Beziehungen im Umfeld. Schliesslich werden auch fünf nützliche Adressen von
Elterninitativen in Deutschland angeboten. Dabei wären allerdings eher
Fax-Hinweise, statt der kompliziert - langatmigen E-mails und Webseiten -
Angaben für effektive Kontaktnahmen von Vorteil. Insgesamt ist dieses Lernbuch
eine hervorragende Hilfe zur Konzentration, auch für uns Erwachsene, in unserer
weiterhin wachsenden, globalen Verstrickung und äusserlichen Verwirrung.
|