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11. IZZ-presseforum, 24. Juni 2005, Heidelberg
<< Dr. Birgit Kugel, Poliklinik für Kieferorthopädie, MZK-Klinik Heidelberg, mit Sabine Schreiber, Logopädin: Frühförderung bei Kindern mit Behinderungen – aus kieferorthopädisch-funktioneller Sicht >>
birgit_kugel@med.uni-heidelberg.de mit Sabine Schreiber, Logopädin: T+F 06251 - 570722



Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Mund-, Zahn- und Kieferklinik des Universitätsklinikums Heidelberg (Kopfklinik)
Zusammenfassung des Vortrags auf dem 11. IZZ-presseforum am 24. Juni 2005 in Heidelberg


Eine kieferorthopädische Frühbehandlung kann sowohl bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Spalten und Syndromen sowie bei ausgeprägten skelettalen Kieferfehllagen (Dysgnathien) notwendig werden. Eine kieferorthopädische Prophylaxe umfasst die Überwachung oder das Offenhalten von Lücken sowie die Vermeidung schädlicher Gewohnheiten (z.B. Lutschen).

Bei der kieferorthopädischen Behandlung in der 2. Wechselgebissphase (~10.-12. LJ) steht die kieferorthopädische Wachstumsbeeinflussung unter Ausnutzen des Kieferwachstums (Bissverschiebung) im Vordergrund. Bei Zahnbewegungen kann das Zahndurchbruchspotential ausgenutzt werden. ZIEL ist jeweils das Einstellen einer korrekten (neutralen) Verzahnung.

Schwierigkeiten, die sich bei der Behandlung von Patienten mit Behinderungen ergeben, sind eine oft unzureichende Mundhygiene sowie eine eingeschränkte Kooperationsfähigkeit der Kinder. Auch die manuellen Fähigkeiten sind oft reduziert. Außerdem besteht ein gestörtes Gleichgewicht zwischen intraoraler und extraoraler Muskulatur, das im Rahmen der myofunktionellen Therapie verbessert werden soll. Desweiteren zeigen Patienten mit Behinderungen sowohl dentale Besonderheiten als auch ausgeprägte skelettale Anomalien.

Die Myofunktionelle Therapie, benannt nach R. Castillo Morales (argentinischer Arzt), beinhaltet eine neuromotorische Entwicklungstherapie mit Förderung der sensorischen und motorischen Fähigkeiten. Die orofaziale Regulationstherapie zielt auf die Aktivierung und Regulierung der orofazialen Funktionen wie Saugen, Schlucken, Speichelkontrolle, Kauen, Mimik und Artikulation.

Die Kieferorthopädische Therapie von Patienten mit Behinderungen umfasst einerseits die Unterstützung der myofunktionellen Therapie mit Stimulationsplatten / Mundvorhofplatten, andererseits auch Zahnbewegungen: beispielsweise kann der Zahnwechsel überwacht und gesteuert oder ein frontaler Kreuzbiss überstellt werden. Auch eine gesteuerte Zahnextraktion von Milch- und bleibenden Zähnen kann eine Therapieoption darstellen. Nicht zuletzt ermöglicht eine kieferorthopädische Wachstumsbeeinflussung unter Ausnutzen des Kieferwachstums (Bissverschiebung) eine Verbesserung der Situation. Auch eine kieferorthopädische Behandlung vor einer Dysgnathie-Operation kann notwendig werden.

 


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Stand: SEPTEMBER 2010