100 Billionen "Darmbewohner" als "lebender Schutzschild" für die Gesundheit . Aktionstag Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen am 19. Mai

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Darm - Bewohner-Tag 2023
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"Wie kann ich meinem Darm etwas Gutes tun?" Je größer die Vielfalt der Bakterien im Darm, desto stärker unser Schutzschild vor Erkrankungen. Um die "Wohngemeinschaft" im Darm zu unterstützen, spielen die Ernährung und insbesondere Ballaststoffe eine zentrale Rolle.

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Regensburg (obx-medizindirekt) - Es ist eine unvorstellbar große Zahl: Etwa 100 Billionen Bakterien sind in unserem Darm "zu Gast". Diese mikrobielle Wohngemeinschaft wiegt mit bis zu zwei Kilogramm so viel wie unsere Hirnmasse. Die menschliche Darmflora ist ein eigener Mikrokosmos: Das so genannte Mikrobiom setzt sich aus mehr als eintausend verschiedenen Arten von Darmbakterien zusammen. Diese siedeln an den Wänden des Darms und in dessen Inneren. Sie sind für uns lebenswichtig: Die Darmflora ist wichtig für die Verdauung, die Abwehr von gefährlichen Keimen und Giften und die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Ist sie gestört, kann das dramatische Folgen haben. Forscher gehen heute davon aus, dass das Mikrobiom auch eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen spielt, die der World Inflammatory Bowel Disease Day am 19. Mai besonders in den Fokus rückt.

Schätzungen unter anderem der Krankenkasse BARMER GEK gehen davon aus, dass zwischen 400.000 und 500.000 Menschen in Deutschland heute an einer chronischen Darmentzündung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden - Tendenz steigend. "Die Erkrankungsursache ist noch nicht eindeutig geklärt. Jedoch zeigen verschiedene Studien, dass es eine genetische Komponente in der Genese der Erkrankungen gibt und dass scheinbar auch der Darmflora und bestimmten Mikroorganismen eine große Bedeutung zukommt", sagt der Ernährungsexperte Sven-David Müller, Autor des Buchs "Ernährung und Diät bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen".

Wie lässt sich der Darm schützen?
Nicht nur am Aktionstag gegen Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen steht daher für viele Menschen eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann ich meinen Darm schützen und Erkrankungen vorbeugen? Als ein Schlüssel dafür gilt die richtige Ernährung. Viele wissen: Probiotika, also Zubereitungen, die lebensfähige Mikroorganismen beinhalten wie Joghurt oder Quark, tun dem Darm gut. Weitgehend unbekannt ist jedoch eine zweite Gruppe an Substanzen, die für einen funktionsfähigen Darm ebenso lebenswichtig ist: die so genannten Präbiotika. Das sind Lebensmittelbestandteile, die Aktivität und Wachstum der so wichtigen Bakterien im Dickdarm fördern. Viele Deutsche nehmen zu wenig von diesen pflanzlichen Fasern auf. Dabei ließe sich dieses Defizit auf einfache Weise beheben - durch die gezielte Zufuhr von Ballaststoffen.

Antibiotika zerstören die Darmflora
90 Prozent der Menschen erreichen hierzulande die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Mindestmengen an Ballaststoffen nicht. Hinzu kommen beispielsweise die Folgen von Antibiotika, die das "Ökosystem" im Darm massiv beeinflussen. Denn Antibiotika töten zahlreiche Bakterien im Darm, häufig auch die guten, also diejenigen, die Entzündungen bekämpfen, Stress entgegenwirken oder auch die Entstehung von Krebs hemmen können. Zur Regeneration der Darmflora sind auch präbiotische Lebensmittel essenziell.

Studien: Ballaststoffe senken das Risiko für viele Krankheiten
"Ballaststoffe sind der Schlüssel für ein gesundes Mikrobiom", sagt beispielsweise die Ernährungswissenschaftlerin und Diplom-Oecotrophologin Dr. Maike Groeneveld. "Auch wenn die Wissenschaft noch am Anfang steht, gibt es Hinweise, dass ein vielfältiges Mikrobiom ein weiterer Faktor bei der Prävention von Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Asthma oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sein kann", betont auch Marlies Gruber, Wissenschaftliche Leiterin beim "forum.ernährung".

Hinweise darauf, wie wichtig Ballaststoffe sind, liefert auch eine Meta-Studie der renommierten neuseeländischen Universität Otago. In ihrer Analyse von über 200 Studien aus vier Jahrzehnten kamen sie vor allem zu einem Schluss: Eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen senkte das Risiko für koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Typ-2-Diabetes und Darmkrebs um 15 bis 30 Prozent.

Viele scheitern an der nachhaltigen Umstellung der Ernährung
Ballaststoffe sind vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die Wissenschaft unterscheidet zwei Arten: lösliche Ballaststoffe wie beispielsweise Pektine aus den Schalen von Äpfeln sowie unlösliche Ballaststoffe, das "Pflanzengerüst" im engeren Sinne, die sich beispielsweise in der Schale verschiedener Getreidearten wie dem Leinsamen befinden. Mehr Ballaststoffe essen - das bedeutet im Alltag vor allem eins: ganz gezielt und nachhaltig die Ernährung umzustellen - ein Ziel, das die meisten nicht erreichen, auch weil sich die Ernährungsgewohnheiten nur selten über Nacht ändern lassen.

Die "Ballaststoff-Lücke" mit der Kraft des Apfels schließen
In Deutschland ist jetzt eine natürliche Kombination aus löslichen und unlöslichen Ballaststoffen unter dem Handelsnamen "ApfelBallast" erhältlich. Das Präparat, hergestellt in der Bundesrepublik, enthält in der empfohlenen Tagesdosis fünf Gramm Ballaststoffe - also knapp ein Fünftel des empfohlenen Tagesbedarfs. Schlüssel sind spezielle Komprimate, die zu rund drei Vierteln aus Fasern des Apfels und zu rund einem Viertel aus dem Pektin des Apfels sowie einer kleinen Beimischung von Leinsamen bestehen.


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Darmbakterien siedeln an den Wänden des Darms und in dessen Inneren an. Sie sind für uns lebenswichtig: Die Darmflora ist wichtig für die Verdauung, die Abwehr von gefährlichen Keimen und Giften und die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. 

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