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<<OA Dr.
Eberhard Maaß: Medizinische Aspekte in der Zahnsanierung bei Kindern>>
Aus der Sicht der Onkologie, Olgahospital Stuttgart /
e.maass@olgahospital.de
Jedes Jahr
wird bei fast 1800 Kindern und Jugendlichen in Deutschland eine
Krebserkrankung diagnostiziert; mehr als zwei Drittel dieser jungen
Patienten können durch die heutigen Behandlungskonzepte dauerhaft geheilt
werden. Da die Kinder unter diesen Therapien anfälliger für bakterielle
und virale Erkrankungen sind, sollten Risiken für Infektionen vermieden
oder beseitigt werden.
Kranke Zähne
können das Kauen der Nahrung erschweren, Schmerzen bereiten und zu
Ausgangsorten für lokale oder zu Streuherden für disseminierte Infektionen
werden. Trotz eines raschen Beginnes der onkologischen Therapie, wäre es
wichtig, bestehende Zahnschäden vorher zu sanieren, denn Zahnbehandlungen
während einer Chemotherapie sind durch die verminderte Infektabwehr häufig
riskant.
Unter der
onkologischen Behandlung besteht oft eine Blutungsneigung, die die
Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnseide einschränkt.
Bei
schlechtem Appetit und einer schmerzhaften Mundschleimhaut kauen die
Kinder weniger, so dass mechanische Reinigungsmechanismen des Gebisses und
der Speichelfluss vermindert sind. Durch zytostatische Medikamente und
Bestrahlung können zudem Zahnschäden entstehen oder verschlimmert werden.
Angesicht
der hohen Heilungsrate bei onkologischen Erkrankungen sollten Spätfolgen
therapiebedingter Schädigung am Gebiss unbedingt vermieden werden.
Auch
angesichts einer lebensbedrohlichen onkologischen Erkrankung dürfen die
Bemühungen für die Zahngesundheit nicht zurückgestellt werden, da kranke
Zähne und eine kranke Mundschleimhaut auch die regelrechte Durchführung
einer Chemo- oder Radiotherapie gefährden.
Mit der
Motivation für eine Zahnpflege oder Zahnsanierung unter der onkologischen
Behandlung ist der Blick über das Therapieende hinaus verbunden, für ein
krankheitsfreies Überleben, möglichst ohne Langzeitnebenwirkungen und mit
gesunden Zähnen und einer gesunden Mundschleimhaut.
Sind
therapiebedingte Schäden als Spätfolgen an den Zähnen aufgetreten müssen
alle zahnmedizinischen Maßnahmen für den Zahnerhalt angestrebt werden. |