<<R. Keimer: Zahnprobleme bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen>>
Dr. med. R. Keimer ist Leitender Oberarzt im Olgaspital - Pädiatrisches
Zentrum, Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Neuropädiatrie, Pädiatrie I
/ r.keimer@olgahospital.de
Nichtgenügende Versorgung und unzureichender Umgang dieser
Risikogruppe bedingt die
Fragestellung?
Bei welchen neurologischen Erkrankungen
muß besondere Sorgfalt auf die
Zahnhygiene gelegt werden?
Warum haben Kinder mit neurologischen
Erkrankungen einen „schlechteren
Zahnstatus“?
Kann man auch bei Kindern mit
Behinderungen eine Zahnsanierung
durchführen und was ist zu beachten?
Art der Erkrankung
Kinder mit Epilepsien
mehrfach behinderte Kinder aufgrund
diverser Ursachen
Kinder nach Verkehrsunfällen
Entwicklungsstörungen,
Sprachbehinderungen
Epilepsien (1)
Anfallsrisiko bei Zahnbehandlung
2.-3. häufigster Zwischenfall in der
Praxis (?)
Streß, Schlafmangel, Medikamente
vergessen
Probleme durch Epilepsiemedikamente
Gerinnungsstörungen (Blutungsneigung)
Zahnfleischverdickung
Schlechtere Immunabwehr
Zuckerhaltige Medikamentensäfte
(abends!)
Epilepsien (2)
Gebissverletzungen durch Anfall (Sturz)
Problem der „Spange“ beim Anfall
Magnettomografie möglich?
Reflexanfälle durch Zähneputzen
Risiko der Anfallsauslösung durch die
Narkosemittel bei Zahnsanierung in
Narkose
Behinderte Kinder (1)
Ursachen:
Geburtsschäden („Spastiker“)
Hirnfehlbildungen
Hirnentzündungen (Meningitis)
Hirnschäden durch verschiedene
erworbene Erkrankungen
Behinderte Kinder (2)
Symptomatik:
Kind kann nicht
Sprechen
Schlucken
Hat deswegen eine Sonde oder PEG (=Loch
in der
Bauchwand)
Sich bewegen oder laufen
Ist meist spastisch gelähmt
Hat auch noch epileptischen Anfälle
Osteoporose (Knochenentmineralisierung)
Folgen:
Zähne werden nicht „benutzt“
Zahnhygiene nur durch Hilfsperson
Mund wird nicht geöffnet
Spastik, Kooperationsmangel
Würgereiz, Aspirationsgefahr
Schwierige Reinigungstechnik
Zahnfleischverdickung durch Medikamente
Zahnfleischblutung durch Medikamente
Unfälle bei Kindern
Probleme:
Verletzungen des Gesichtes, des Kiefers
und Gebisses
Intensivbehandlung mit künstlicher
Beatmung
Risiko dauerhafter Hirnschädigung und
Mehrfachbehinderung-> s. vorher
Entwicklungsstörungen,
Sprachretardierung
Sprachauffälligkeiten durch
Gebissanomalien
Gestörter und verzögerter
Zahndurchbruch
Veränderte Mundmotorik
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Zahlen und Fakten
Ein Thema, das wenig untersucht ist
269 Kinder mit Asthma, Diabetes
mellitus und Epilepsie*:
53% auffällig
9% akute behandlungsbedürftige
Zahnprobleme
Zahnsanierung und Kariesprophylaxe sind
dringend nötig und müssen den Betreuern
gezeigt werden (Schulung) *Swed Dent J
1993;17:255-9
Zusammenfassung
Kinder und Jugendliche mit
neurologischen
Erkrankungen gehören zur Risikogruppe für
kariöse Erkrankungen als Folge einer
ungünstigen individuellen und sozialen
Lebenssituation
Angst, fehlende Einsicht,
eingeschränkte
Bewegungsmöglichkeiten und mangelnde
Kooperation verstärken das Problem
Die jetzige Form der zahnärztlichen
Versorgung behinderter Kinder ist nicht
ausreichend
Die meisten Zahnärzte sind nur
unzureichend
auf den Umgang mit Behinderten
vorbereitet. |