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<<Kalliauer, Sigl, Trauner, Obermayer, WAGE*: „Älter werden, Zukunft haben“ – Ein gemeinsames Altersmanagement der Sozialpartner und des Landes Oberösterreichs>>
Gesprächspartner: Landesrat Viktor Sigl, WK-Präsident Dr. Rudolf Trauner, Dr. Helmut Obermayr, Landesdirektor des ORF OÖ , AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, Dr. Josef Moser, Projektleiter, AK-Wirtschaftspolitik;
Kontakt: Mag. Dominik Bittendorfer, Arbeiterkammer OÖ, Kommunikation, Volksgartenstraße 40, 4020 Linz, T 0732 / 6906-2191, M 0664 / 8237978, F 0732 / 654546
mailto:dominik.bittendorfer@ak-ooe.at  / www.arbeiterkammer.com
WAGE*: Konrad.e@ak-ooe.at / Haidinger.a@ak-ooe.at


 

Einführung
Mit zunehmendem Alter die Lebensqualität zu erhalten, ist wohl eines der ureigensten
Bedürfnisse eines jeden Menschen. Diesem Grundbedürfnis in ihrer politischen und gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung tragend, haben die Sozialpartner OÖ gemeinsam mit dem Land OÖ das Projekt „WAGE - Winning Age, Getting FuturE“, oder besser „Älter werden, Zukunft haben“ konzipiert. Ziel ist die Initiierung und Umsetzung innovativer Modelle zur Förderung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt des von der EU und dem Land OÖ finanzierten Projektes stehen die Vermeidung von Altersarbeitslosigkeit und die Schaffung eines neuen Problembewusstseins in den Betrieben und der  breiten Öffentlichkeit.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird die Zahl der Beschäftigung über 45 Jahre bis 2010 allein in Oberösterreichum37.800 zunehmen. Ihr Anteil steigt somit von 26,4 % auf 31,4 %. Aus einer Studie unter mitteleuropäischen Führungskräften geht hervor, dass kaum ein Problembewusstsein über die Auswirkungen der durchschnittlichen Alterung der Beschäftigten auf die Unternehmen vorhanden ist. Von 300 Topmanagern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz nach der Unternehmensentwicklung befragt, nannten nur 8% die Altersstruktur!

Dass sich diese Grundhaltung ändert und Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass die Veränderung der Beschäftigtenstruktur durch demografische Entwicklung bald eine zentrale Rolle spielen wird und in der Personalentwicklung frühzeitig darauf reagiert werden muss, dafür wollen die oberösterreichischen Sozialpartner sorgen. Im Projekt „WAGE – Winning Age, Getting FuturE“, oder besser „Älter werden – Zukunft haben“ sollen vor allem Entscheidungsträger und Multiplikatoren aber auch die Betroffenen auf das Problem aufmerksam gemacht und konkrete Ansätze zur Bewältigung des Wandels entwickelt und umgesetzt werden. Der Umgang mit älteren Arbeitnehmern muss sich ändern.

Erfolgreiches Altersmanagement setzt voraus, dass sich der bisherige Umgang mit älter werdenden Beschäftigten ändert. Es gilt vor allem, die Beschäftigungsfähigkeit und Produktivität älterer Arbeitskräfte zu erhalten und in Gesundheit, Qualifikation und Motivation zu investieren. Dazu werden die Projektpartner AK, WK, Land OÖ, ÖGB, Industriellenvereinigung, Regionalmanagement OÖ, ORF, SORA (Institute for Social Research Analysis), BFI und WIFI und Unternehmensberatung HolliNetz gemeinsam mit den ausländischen Partnern aus Portugal, Deutschland, Finnland, Niederlande und Tschechien konkrete Maßnahmen für Unternehmen und Beschäftigte entwickeln und umsetzen. Geplant sind unter anderem Beratungsangebote für Betriebe, Seminare und Workshops für Arbeitnehmer und Führungskräfte zum Thema, Sensibilisierung der Bevölkerung durch die Zusammenarbeit mit dem ORF, eine Analyse der Situation in der Tourismusbranche und die Vernetzung der Tourismusakteure sowie der Austausch von Erfahrungen und praktikablen Modellen mit den ausländischen Partnern.

Der Europäische Rat hat in Lissabon und Stockholm ehrgeizige Zielvorgaben für die Erhöhung der Beschäftigungsquoten in der EU bis 2010 festgelegt. Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitskräfte soll EU-weit auf 50 Prozent steigen. Derzeit liegt Österreich mit einer Beschäftigungsquote der 55 bis 64-Jährigen bei 28,8 Prozent. Will man sich der von der EU vorgegebenen Quote auch nur annähern, sind massive nachhaltige Anstrengungen erforderlich.

„Älter werden, Zukunft haben“
„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an ...“ heißt es in einem Schlager des über den deutschen Sprachraum hinaus bekannten österreichischen Sängers Udo Jürgens. Als er den Ohrwurm vor Jahrzehnten komponierte, konnte der heute Siebzigjährige nur erahnen, wie sein Leben mit 66 Jahren aussehen würde. Der Wunsch Udo Jürgens’, auch im Alter noch fit und vital zu sein und mit beiden Beinen im Leben zu stehen, hat sich erfüllt, wie seine jüngsten nationalen und internationalen Auftritte eindrücklich beweisen. Dass für „Otto-Normalverbraucher“ im Gegensatz dazu die Lebensqualität mit zunehmendem Alter oft schwindet, ist Faktum. Die Ursachen dafür sind unter anderem im rasanten technologischen Wandel, veränderten Beschäftigungs- und Arbeitsmärkten und neuen Konstellationen von Familie, Arbeit und Bildung zu suchen. Dies sind maßgebliche Faktoren für wirtschaftliche und soziale Erneuerung und bergen gerade für älter werdende Beschäftigte großes Risiko. „Älter werden, Zukunft haben“.

Erneuerung und bergen gerade für älter werdende Beschäftigte großes Risiko.
Dass es in Zukunft wesentlich mehr Menschen mit dem Schluss-Satz in Jürgens’ Song halten und von sich behaupten können, „... mit 66 ist noch lange nicht Schluss“ und dass es für sie auch als ältere Arbeitnehmer ein lebenswertes Leben in der Arbeitwelt, aber darüber hinaus auch danach gibt, dafür wollen die oberösterreichischen Sozialpartner und das Land Oberösterreich in einem gemeinsamen Projekt sorgen. Dem Grundbedürfnis nach Lebensqualität für alle Menschen in diesem Lande in ihrer politischen und gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung tragend, haben die Sozialpartner OÖ gemeinsam mit dem Land Oberösterreich das Projekt „WAGE – Winning Age, Getting FuturE“, oder besser „Älter werden, Zukunft haben“ konzipiert. Ziel ist die Initiierung und Umsetzung innovativer Modelle zur Förderung und Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt des von der EU und dem Land Oberösterreich finanzierten Projektes in der Gesamthöhe von etwas mehr als 1,5 Millionen Euro stehen die Vermeidung von Altersarbeitslosigkeit und die Schaffung eines neuen Problembewusstseins bei einer breiten Öffentlichkeit.

Bevölkerungsentwicklung ist eng mit Arbeitsmarktentwicklung verknüpft
„Jung - dynamisch - flexibel“ – dieses Bild von Mitarbeitern wird uns vielerorts vermittelt. Dass diese Idealvorstellung schon allein aufgrund der demografischen Entwicklung nicht haltbar ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. Im Jahr 2030 wird die Gruppe der Über-60-Jährigen in Österreich ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Zahl der Unter-15-Jährigen wird auf 1,2 Millionen sinken, die der Über-60-Jährigen auf 2,7 Millionen steigen.

In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird das Durchschnittsalter der Beschäftigten Oberösterreichs rapide ansteigen und die Über-45-Jährigen im Zuge dieser Entwicklung zur größten Erwerbstätigen-Gruppe anwachsen. Waren im Jahr 2000 26,1 Prozent der Beschäftigten älter als 45 Jahre, werden es im Jahr 2010 bereits 34,4 Prozent und im Jahr 2020 37,6 Prozent sein (Quelle: AK OÖ).

Gegenüber 2002 werden in der Sachgüterproduktion (Industrie und Gewerbe) im Jahr 2010 1200 Arbeitskräfte unter 25 Jahren und 11.500 Arbeitskräfte im Haupterwerbsalter (25 bis 45 Jahre) weniger beschäftigt sein, dafür aber 7.700 Arbeitskräfte mehr, die älter als 45 Jahre sind. In der oberösterreichischen Wirtschaft insgesamt werden im genannten Zeitraum 5.400 unter 25-Jährige mehr und 29.300 über 45-Jährige mehr beschäftigt sein. Außerdem wird zwischen 2002 und 2010 die Arbeitslosigkeit der Männer über 45 Jahre um 70 Prozent zunehmen und von 3.400 auf 6.400 steigen, bei den Frauen dieser Altersgruppe um 47,5 Prozent auf 3.700 steigen. Bei den übrigen Altersgruppen steigt die Arbeitslosigkeit deutlich weniger bzw. wird sie sogar sinken.

Dass es in Zukunft wesentlich mehr Menschen mit dem Schluss-Satz in Jürgens’ Song halten und von sich behaupten können, „... mit 66 ist noch lange nicht Schluss“ und dass es für sie auch als ältere Arbeitnehmer ein lebenswertes Leben in der Arbeitwelt, aber darüber hinaus auch danach gibt, dafür wollen die oberösterreichischen Sozialpartner und das Land Oberösterreich in einem gemeinsamen Projekt sorgen. Dem Grundbedürfnis nach Lebensqualität für alle Menschen in diesem Lande in ihrer politischen und gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung tragend, haben die Sozialpartner OÖ gemeinsam mit dem Land Oberösterreich das Projekt „WAGE – Winning Age, Getting FuturE“, oder besser „Älter werden, Zukunft haben“ konzipiert. Ziel ist die Initiierung und Umsetzung innovativer Modelle zur Förderung und Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt des von der EU und dem Land Oberösterreich finanzierten Projektes in der Gesamthöhe von etwas mehr als 1,5 Millionen Euro stehen die Vermeidung von Altersarbeitslosigkeit und die Schaffung eines neuen Problembewusstseins bei einer breiten Öffentlichkeit.

AK-Präsident Kalliauer: Veränderungen in der Wertehaltung nötig

„Die Grundidee unseres Projektes liegt darin, dauerhafte Veränderungen in der Wertehaltung und im Verhalten der Unternehmerinnen und Unternehmer aber auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu bewirken“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Da das Thema „Alter und Arbeit“ schon seit Jahren im Arbeitsprogramm der AK Oberösterreich stehe und es unterschiedlichste Aktivitäten und auch entsprechende Vorerfahrungen dazu gebe, hat sich die AK vor einem Jahr bereit erklärt, die Gesamtprojektleitung zu übernehmen.

Einen Wertewandel initiieren
Der Europäische Rat hat in Lissabon und Portugal ehrgeizige Zielvorgaben für die Erhöhung der Beschäftigungsquoten in der EU bis 2010 festgelegt. Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitskräfte soll EU-weit auf 50 Prozent steigen. Derzeit liegt Österreich mit einer Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen bei 28,8 Prozent. Will man sich der von der EU vorgegebenen Quote auch nur annähern, sind massive nachhaltige Anstrengungen erforderlich. Um die Herausforderungen des demografischen Wandels positiv bewältigen zu können, bedarf es umfassender Änderungen von Werthaltungen, was die Bedeutung alternder Menschen für die Gesellschaft generell und die Bedeutung der längeren Erwerbstätigkeit alternder Menschen im Besonderen betrifft. „Die Grundidee unseres Projektes liegt darin, dauerhafte Veränderungen in der Wertehaltung und im Verhalten der Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu bewirken“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Damit Arbeitnehmer auch künftig gerne und in altersgerechten Umwelten arbeiten können und Aussicht auf Lebensqualität nach Abschluss der Berufslaufbahn haben, bedarf es veränderter Rahmenbedingungen. „Aus Umfragen geht hervor, dass Arbeitnehmer unter zunehmenden Arbeitsbelastungen, Zeitdruck, Stress und steigenden psychischen Belastungen leiden“, betont Präsident Kalliauer. „Genau hier wird das Projekt „Älter werden, Zukunft haben“ ansetzen und durch konkrete Maßnahmen und Sensibilisierung zum Thema Veränderungsimpulse setzen.“
Erfolgreich eine umfassende Bewusstseinsänderung in einer breiten Öffentlichkeit einzuleiten, setzt voraus, dass die relevanten Bevölkerungsschichten in Bezug auf Alter, Geschlecht, sozialen Status, Bildung und Form der Erwerbstätigkeit erreicht werden. Genau hier liegt der hohe Anspruch des Sozialpartnerprojektes, aber auch die Innovation. Durch die Kooperation mit dem ORF, der Projektpartner ist, wird gewährleistet, dass in den kommenden zwei Jahren die Projektergebnisse permanent transparent und der oberösterreichischen Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

LR Sigl: Altersarbeitslosigkeit vermeiden

"Die Bewältigung des demografischen Wandels ist eine gewaltige Herausforderung für den Arbeitsmarkt, denn für ältere Arbeitnehmer steigt das Risiko des Qualifikationsverfalls und der sozialen Ausgrenzung, wenn nicht rechtzeitig agiert und präventiv gegengesteuert wird", unterstreicht Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl die hohe Beteiligung des Wirtschaftsressorts am WAGE-Projekt. 811.000 Euro werden seitens der EU und 640.000 Euro vom Wirtschaftsressort des Landes für WAGE flüssig gemacht. Oberstes Ziel sind innovative Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit und somit zur Steigerung der Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt steht ein präventiver Ansatz: die Vermeidung der Entstehung von Altersarbeitslosigkeit und von krankheitsbedingtem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben - und nicht die Reintegration älterer Arbeitsloser.

Gewaltiger demografischer Wandel bedingt Umdenken am Arbeitsmarkt
Während die Bevölkerungszahl insgesamt in den kommenden Jahrzehnten nur geringfügig steigt, kommt es innerhalb der Altersgruppen zu einer deutlichen Verschiebung, was gewaltige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben wird. Der Anteil der 55- bis 64-Jährigen wird von heuer 10,7 auf 15,3 Prozent bis 2020 steigen. Die Zahl der Oberösterreicher in dieser Altersgruppe wächst etwa bis 2010 auf 175.620 bzw. 17,6 Prozent, allerdings bis 2020 um gewaltige 47 Prozent auf 219.592 Personen.
2010: Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen soll auf 50% steigen
In Oberösterreich liegt die Quote der Erwerbstätigen in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen derzeit bei ca. 25 Prozent (37.327) und würde bis 2010 ohne zusätzliche Maßnahmen unter den bestehenden Bedingungen voraussichtlich nur auf ca. 34 Prozent (59.710) ansteigen. Die EU strebt in ihrem "Lissabon-Ziel" allerdings eine Quote von 50 Prozent an (entspricht in OÖ: 87.819).

WK-Präsident Trauner, Wirtschaftskammer Oberösterreich: Sensibilisierung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

„Es gilt mehr denn je, auf die hohen Potenziale älterer, erfahrener Arbeitnehmer zurückzugreifen, um den sich abzeichnenden Mangel an jungen Fachkräften auszugleichen. Beratungskonzepte, wie das schon vor mehreren Jahren von den Sozialpartnern gemeinsam initiierte Projekt „Alter macht Zukunft“, haben dem Rechnung getragen und auch das insbesondere jetzt vom Land OÖ und der EU finanzierte WAGE-Projekt wird dazu beitragen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen für dieses Thema zu sensibilisieren. Nur dann wird es auch gelingen, die Beteiligten in den Betrieben für die Entwicklung und Umsetzung altersspezifischer Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Weiterbildung und Motivation zu gewinnen“, ist WKOÖ-Präsident Dr. Rudolf Trauner überzeugt.

Sich auf Potentiale älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besinnen

„Die demografischen Probleme der nächsten Jahre zwingen uns dazu, die Weichen jetzt zu stellen, und nicht erst 2010 oder 2015“, warnte WKÖ Präsident Dr. Christoph Leitl schon im Jahr 2003 anlässlich des Europäischen Forums Alpbach. So werden durch die zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft zwischen 2010 und 2030 rund 600.000 Menschen am Arbeitsmarkt fehlen, was einem Fünftel der Erwerbstätigen entspricht. Hinzu kommt, dass gleichzeitig – bis zum Jahr 2050 – die Zahl der über 60-Jährigen um fast 1,2 Millionen steigt. Diese Zahlen machen sehr deutlich, dass sich die zukünftige Unternehmens- und Personalpolitik mit einer geänderten Altersstruktur ihrer Belegschaft wird auseinander setzen müssen.

Es gilt mehr denn je, auf die hohen Potentiale älterer, erfahrener Arbeitnehmer zurückzugreifen, um den sich abzeichnenden Mangel an jungen Fachkräften auszugleichen. Beratungskonzepte, wie das schon vor mehreren Jahren von den Sozialpartnern gemeinsam initiierte Projekt „Alter macht Zukunft“, haben dem Rechnung getragen und auch das insbesondere jetzt vom Land OÖ und der EU finanzierte WAGE-Projekt wird dazu beitragen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen für dieses Thema zu sensibilisieren. „Nur dann wird es auch gelingen, die Beteiligten in den Betrieben für die Entwicklung und Umsetzung alterspezifischer Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Weiterbildung und Motivation zu gewinnen“, ist WKOÖ-Präsident Dr. Rudolf Trauner überzeugt.

ORF Direktor Dr. Helmut Obermayr Oberösterreich: „Glaubhafte Darstellung der Probleme“
Positive Beispiel können ein wichtiger Beitrag zu Lösung von Problemen sein.
Bei Älter werden – Zukunft haben geht es um Fakten und um die Darstellung subjektiver Erfahrungen und Erlebnisse…
Dass sich diese Grundhaltung ändert und Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass die Veränderung der Beschäftigtenstruktur durch demografische Entwicklung bald eine zentrale Rolle spielen wird und in der Personalentwicklung frühzeitig darauf reagiert werden muss, dafür wollen die oberösterreichischen Sozialpartner sorgen. Im Projekt „Älter werden – Zukunft haben“ sollen vor allem Entscheidungsträger und Multiplikatoren, aber auch die Betroffenen auf das Problem aufmerksam gemacht und konkrete Ansätze zur Bewältigung des Wandels entwickelt und umgesetzt werden.

„Mit positiven Beispielen Bewusstsein schaffen!“

Positive Beispiele können ein wichtiger Beitrag zu Lösung von Problemen sein. Daher begleitet der ORF Oberösterreich die Aktion „Älter werden - Zukunft haben“.  Es geht einerseits um die Vermittlung von Fakten, andererseits aber auch um die Darstellung subjektiver Erfahrungen und Erlebnisse. Sowohl im Radio als auch im Fernsehen kann beides optimal dargestellt werden. Um die Ziele einer solchen Aktion glaubhaft darzustellen, ist eine objektive Berichterstattung über die Probleme und ihre Lösungsmöglichkeiten, wie sie dem ORF vom Gesetz aufgetragen ist, die beste Voraussetzung.

<<Moser, Konrad, Heidinger, Projektbüro WAGE: Erfolgreiches Altersmanagement initiieren>>
Projektleiter: Dr. Josef Moser, Projektkoordination: Dr. Edith Konrad, Projektassistenz: Andrea Haidinger; Kammer für Arbeiter und Angestellte OÖ, Volksgartenstraße 40, A-4020 Linz , Tel: 050 – 6906 – 2452, Mobil: 0043 – 664 – 8237995

Erfolgreiches Altersmanagement setzt voraus, dass sich der bisherige Umgang mit älter werdenden Beschäftigten ändert. Es gilt vor allem, die Beschäftigungsfähigkeit und Produktivität älterer Arbeitskräfte zu erhalten und in Gesundheit, Qualifikation und Motivation zu investieren. Dazu werden die Projektpartner AK, WK, Land OÖ, ÖGB, Industriellenvereinigung, Regionalmanagement OÖ, ORF, SORA (Social Research Analysis), BFI und WIFI und Unternehmensberatung HolliNetz gemeinsam mit den ausländischen Partnern aus Portugal, Deutschland, Finnland, Niederlande und Tschechien konkrete Maßnahmen für Unternehmen und Beschäftigte entwickeln und umsetzen. Geplant sind unter anderem Beratungsangebote für Betriebe, Seminare und Workshops für Arbeitnehmer und Führungskräfte zum Thema, Sensibilisierung der Bevölkerung durch die Zusammenarbeit mit dem ORF, eine Analyse der Situation in der Tourismusbranche und die Vernetzung des Tourismusakteure sowie der Austausch von Erfahrungen und praktikablen Modellen mit den ausländischen Partnern.

Im Rahmen des Projektes werden dazu folgende Maßnahmen durchgeführt:

6 Pilotprojekte in oberösterreichischen Betrieben
Begleitung und Beratung von 2 Gruppen von Klein- und Mittelbetrieben
2 Projekte mit Stationen in Krankenhäusern
2 Projekte über generationsübergreifendes Lernen in Unternehmen
Qualifizierungsangebote für Beschäftigte ab 45 Jahre
Seminare und Informationsveranstaltungen für Führungskräfte, Personalverantwortliche, Gesundheitsverantwortliche und Betriebsräte
Informationsarbeit zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit (mit künstlerischen Aktionen, Angeboten für Schulen und einem Award für Betriebe mit erfolgreichem Altersmanagement)

WAGE will Potential der älteren Arbeitnehmer aufzeigen
„Die Bewältigung des demografischen Wandels ist eine gewaltige Herausforderung für den Arbeitsmarkt, denn für ältere Arbeitnehmer/innen steigt das Risiko des Qualifikationsverfalls und der sozialen Ausgrenzung, wenn nicht rechtzeitig agiert und präventiv gegengesteuert wird", unterstreicht Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl die hohe Beteiligung des Wirtschaftsressorts am WAGE-Projekt. 811.000 Euro werden seitens der EU und 640.000 Euro vom Wirtschaftsressort des Landes für WAGE flüssig gemacht. Oberstes Ziel sind innovative Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit und somit zur Steigerung der Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt steht ein präventiver Ansatz - nämlich die Vermeidung der Entstehung von Altersarbeitslosigkeit und von krankheitsbedingt frühzeitigem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben - und nicht die Reintegration älterer Arbeitsloser.

Lebensbegleitendes Lernen größte Herausforderung für niedrig Qualifizierte
Nicht isolierte Einzelprojekte stehen im Vordergrund des Projektes, sondern ein Bündel von Maßnahmen, das über zwei Jahre in OÖ umgesetzt werden soll - durch die Kampagne „Älter werden – Zukunft haben“. Da Klein- und Mittelbetriebe meistens nicht die Möglichkeit präventiver Personalentwicklung haben, versucht WAGE umsetzbare Konzepte aus Projekten von internationalen Konzernen zu entwickeln (z.B. die Verbundberatung). Die Erhöhung der Bildungs- und Weiterbildungsbereitschaft ist ein wesentliches Kriterium der zukünftigen Beschäftigungsentwicklung. Denn laut Prognosen wird die Beschäftigung qualifizierter Arbeitnehmer zunehmen, während die von nicht Qualifizierten sinkt. Da auch in Oberösterreich in den wissensintensiven Branchen mit einem Beschäftigungswachstum zu rechnen ist, ist ein weiteres Ziel von WAGE, die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu schaffen bzw. zu erhöhen - derzeit bilden sich nur 11,8 Prozent aller 227.000 Niedrig-Qualifizierten in Oberösterreich (höchster Abschluss = Pflichtschule) weiter.

 


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Stand: JULI 2010