|
gs-heere
<<sammlung
am kulturpunkt>>
Heere-sammlung am kulturpunkt

Heribert Heere, Malerei
http://www.heere.de/;
Heribert_Heere@web.de;
2
Fazit
Heere oder Das
Pathetisch-Mythische:Parellel zum Pathos in seiner Malerei von
legenden- bis geisterhafte Erscheinungen aus der abendländischen
Kunstgeschichte weist Heere in der Begegnung mit der Natur auf
phänomenologisch-mystische Weise auf Maske und Konstrukt hin:
Entbergung des Verborgenen im Cross-Media Verfahren.
Textquellen
Die neuartige mythische
Avantgarde, zu der Heribert Heere mit seiner neuesten Arbeit NEUE
IKONEN zu zählen ist(mit einem Werk-Zeithintergrund von 25 Jahren)
zu zählen ist geht von einer permanenten Wahrnehmung aus, die in
Traumseqenzen entsteht. Er nimmt den Diskurs auf: Neben der
langzeitlich auf ihn wirkenden Mythologie seiner
abendländisch-christlich geprägten Kultur bezieht Heere in seinem
Konzept die neueste Digitalisierung mit ein und stellt sich der
global-grenzüberschreitenden Beliebigkeit (anything goes)in seinem
Kunstschaffen. Religionen, politische Utopien wehren sich vehement
gegen diese De-Zentrierung - siehe Südost-und Nah- und
Fernost-Konflikte, Terror - haben jedoch zentralistisch betrachtet
"abgedankt". Ebensowenig gelingt es den Wissenschaften ihre zentrale
Position zu realisieren.
Warum also IKONEN: Ikonen
waren magisch, mythisch, religiös und dieser Rest-Hauch des
Vergangenen ist in den Ikonen von Heere noch spürbar. Indem Heere
geistig-künstlerisch forschend zurückarbeitet geht er als
Avantgardist das Digitale Phänomen parallel aufarbeitend vorwärts.
Im Rückgriff vorwärts heisst die Devise von Heribert Heere und er
selbst spricht mit Nietzsche von einer Ewigen Wiederkehr zu einem
Neuen Paradigma wie es hier seine IKONEN darstellen. 1994 w.p.
Zum virtuellen bis
persönlichen Philosophie Akademie-Diskurs ab 5. November 2005 am
Kultur-Punkt Thema: Starrheit : Bewegtheit auf der Grundlage der
Bildserie Fortuna von Heribert Heere Quellen: die in den Diskurs
einfliessen, sind der Briefverkehr und die neu entstandene Bildfolge
von Heribert, die im Herbst 2005 entstanden sind: Serie von
Originalzeichnungen, vor antiken Repliken in der Glyptothek
gefertigt: Resümee des Gespräches zwischen Heribert, Marga und
Walter: Reihe Glyptothek: : Von der Stille zur Bewegtheit Um der
Starre der Stimmen der Stille (Malraux) oder den bewegungslosen
hellenestisch-römischen Skulptur-Repliken in der Glyptothek in
München bei ihrem Anblick und Verweilen zu entgehen, nutzt Heribert
eine innerlich vorgeahnte wie äusserlich bedachte Bewegungstechnik.
Dabei entsteht in der ersten Phase beim Zeichnen vor Ort mithilfe
von Graphit 6B ein nichtlineares und kurviges Messgitter; in der
zweiten Phase wird mit Kohle oder Rötel ein plastische Vitalität mit
Licht und Schatten erzeugt, die die Starrheit der Repliken auflösen
und eine besonders anmutende Bewegtheit erspüren lassen. Beim
Anblick dieser Figurensituationen haben Betrachtende das
verunsichernde und beinahe erschreckende Gefühl von Lebendigkeit,
vergleichbar der Ankunft des steinernen Gastes. Dieser ungemütliche
bis zum Grauen sich verstärkende Eindruck wird gesteigert, da diese
Skulpturen zumeist Torsen sind. Es fehlen ihnen häufig Körperteile
wie Hände, Arme, Beine bis Köpfe… Hinzu kommt, dass sie dadurch
nicht mehr selbständig zu stehen vermögen und sie durch Stäbe oder
andere technische Verbindungen gleichsam prothetische Hilfen
aufweisen, um ihre Standfestigkeit, Starre oder Stille erlangen….So
assoziieren diese Torsi an Kriegs- oder Unfalls-Versehrte und
erlangen so eine geradezu unheimliche fiktiv plastisch vorgetragene
Aktualität, was durch das mit dargestellte architektonische Umfeld
noch konzentriert wird. So sieht Heere – neben der Bildserie zur
Plastik der Antike auf die klassizistische Plastik wie von Canova
verwiesen – eine vermehrt gesteigerte Notwendigkeit, dieser durch
seinen spezifisch entwickelten Gestus der plastischen Darstellung in
verstärkter Weise zu begegnen. Fazit: Es kann so von einem
zerstückelten Erinnern in der Vorgangsweise der Malerei Heeres und
in unserer durch die Mediengesellschaft verstärkte Betrachtungsweise
ausgegangen werden, wie wir es auch vom Film, TV-Zappen und
PC-Klicken her kennen, bei Heere jedoch in komprimierter Gestalt
ästhetisch verdichtet.. Und für uns ? Eine Diskurs-Anregung, um aus
dem Tohuwabohu unserer Sinneseindrücke unserer überhitzten
Informations- und überwiegend lügenverbreitenden
Meinungs-Gesellschaft ein eigenes gleichgewichtiges Energiefeld
aufzubauen.... 05 w.p.
**
ERLÖSUNG: Das geht vom
jungen Hegel, Hölderlin über Wagner,Nietzsche, die russischen
Futuristen mit ihren Plänen zur neuen Menschheit - siehe den
aktuellen Reader von Boris Groys - über Picasso, Guernica, die
Dadaisten und Surrealisten bis hin zum frühen Bauhaus und dann zur
Studentenbewegung und Beuys.... Der Titel der Kurzessays: NACH DER
ERLÖSUNG. Darin werde ich aufgrund meiner von den Surrealisten als
erste entwickelten Technik des Auseinanderreißens und Mortifizierens
traditioneller Inhalte und des Neu-Zusammenfügens und der
Neu-Valuierung von einer von mir erstrebten - Magie des Lebens
selbst - sprechen. Walter Benjamin hat in seiner Untersuchung über
das deutsche Trauerspiel von einer ähnlichen Struktur der barocken
ALLEGORIE gesprochen, die als gebrochene auf Erlösung verweisen
soll. Dies kann ich durchaus auf meine Arbeit beziehen. In diesem
Sinne wäre auch meine Wiederberücksichtigung einer - epischen
Malerei – zu sehen. 06 w.p
***
Lieber Walter, hier ist nun
das neue Bild Toscana. Dieses Bild ist eine neue Allegorie, eine
Allegorie des Ganzen und der Teile. Scheinbar oberflächlich, bewegt
es sich in Bereichen, die als die ursprünglichsten angesehen werden
können. Dies ist eine Dimension, in der die Paradoxa herrschen;
nichts ist so, wie es scheint und trotzdem ist alles reine Fülle,
reine Verschwendung, reine Gegenwart. Die Ausgießende füllt unseren
Lebensstoff um Milch, Samen, Nährendes, aus dem neues Leben
entsteht. Dahinter der heroische Asket, in reiner Anschauung, reiner
Vision begriffen. Natürlich be-greift er die Vision der absoluten
Helle - Er hält wiederum ein Gefäß in der Hand, ein Tintenfass, das
ihm als Stoff dient, um seine Notizen ins Buch des Lebens zu machen,
auf das er sich aufstützt. Darunter der Totenkopf, der auf das
alsolute Ende verweist, das in geheimnisvoller aber offensichtlicher
Weise den Kreislauf des Gleichen markiert. Die Falten des roten
Umhangs und des Mieders zeigen die Auffältelung des Seins, des
Körpers und des Geistes in gleicher Weise. Wir kennen diese
Fältelung aus der barocken Kunst und der barocken Philosophie So
gesehen, vermag mein Bild Toscana durch seine Verbindung von Barock
und Pop in malerischer Weise auch eine Neubesinnung der Malerei auf
ihre immanent transzendenten Möglichkeiten sein. Für mich ist
Toscana ein Sieg, ein Sieg über die destruktiven Tendenzen der
Moderne, ohne die Moderne zu verleugnen. So ist die Bildfindung aus
dem Geiste des Computers offensichtlich, aber verwandelt gerade
durch das traditionellste aller Bildmedien, der Malerei. Die Götter
sind anwesend, als Spiel. Der Vorhang schließt sich im Rechteck des
Bildes Neue Bilder entstehen, neue Inszenierungen, neue Aufführungen
erwarten uns. Wir sind selbst Akteure des Spiels: keine global
players, sondern human actors. Kunst zeigt, wenn sie gelingt, dass
man gut gespielt hat, das einzig wirkliche Qualitätskriterium von
Kunst. Kunst - und ich bemühe mich in meinen Bildern darum - zeigt
das, was ich ekstatische Differenz nenne im Gegensatz zum bloßen
Rausch, Traum etc. In diesem Sinne ist Kunst ein Anwalt des
vegetativen Lebens - in höchster Bewusstheit und gleichzeitig reiner
Intuition. Kunst könnte also das einlösen, was Religion nur
verspricht - allerdings in der Distanz zum Guckkasten der Bühne des
Bildes. Liebe Grüße Heribert Lieber Heribert, Die Toscana, im
Vordergrund links leert soeben die Milch der frömmerlischen
DenkungsArt in die Bildmitte...Der Tod, rechts - Schädel als pars
pro toto, sieht interessiert zu.. wir wissen nicht ob seine Denke
mehr der Milch als dem grossen Busen oder der Toscana selbst gilt...
eine Bedrohung ist es jedenfalls ... ja, so schweift der Blick zum
Mittelgrund ..wo ein alternder Mann seinen Blick auf den
Bildscheitel, den Himmel richtet, inmitten einer
klassizistisch-italienischen Landschaft ..alle drei bilden ein
Dreieck, ein Trio de tristezza.. des Abseits zueinander...das eine
geradezu unerträgliche dreisame Einsamkeit inmitten dieser Szenerie
verströmt, wobei sich die Farb-Flächen völlig
unbeteiligt-distanziert zu diesem Thema - darüber hinweg rein
kompositorisch verhalten... Abgrenzung verkündend bis hin zur
endgültigen Ausgrenzung... womit wir uns so der PA4 Thematik 9-06
nähern .. Liebe, Zuwendung zu Neid,
Abwendung-Hass-Ausgrenzung-Tötung-Tod..... Kannst Du mir in etwa
zustimmen... Beste Grüsse Walter 06. w.p
***
Die Begegnung mit der Natur
auf phänomenologisch-mystische Weise ist neuerdings das Kernanliegen
von Heribert Heere: es soll flirren ( der herzenswarme
Bonnard-Blick, der kalte Blick Hodlers) Der <> zu einer
Wolkenformation: toll dieser Blick dorthin, rein auf der Farbe
basierend - draussen sein und in der Hitze schwitzend, bringt
innigen Bezug zum Aussenraum und weg vom Atelier.....sagt Heere im
Gespräch mit Walter Prankl. 19.9.03; Müllheim-Baden
***
Heere. Mystik-Projekt.
Wahrheit und Kunst Heeres neues malerisches Mystik-Projekt macht
paradoxerweise die Wahrheit in der Kunst, Cezanne, deutlich und
vermag damit über die formalen und inhaltlichen Qualitäten seiner
Arbeiten hinaus etwas über Wahrheit an sich auszusagen. Er
überarbeitet malerisch Bildzitate aus der Kunstgeschichte wie auch
aus dem aktuellen Leben. Im Gegensatz zu Arnulf Rainers
Übermalungen, z.B. dessen Bibelübermalungen, in denen durch
Bildauslöschung die Erscheinung intendiert wird, geht es Heere
gerade um die Auslöschung der Erscheinung, der genuinen Aura der
zitierten Werke, hin zu einer neuen, aber immer wiederkehrenden
Realität des Bildes und der Kunst. Heere lehnt jedoch l art pour l
art ab. Wie Heidegger - für Technik und Wissenschaft - ist er der
Meinung, dass die Kunst nicht aus der Kunst selbst begründet werden
kann. Sein Insistieren auf eine spezifische Kunst-Mystik
verdeutlicht sein Bemühen, das Heilige wieder ins Bild zu setzen,
was er für die einzige noch verbleibende Aufgabe der Kunst hält.
Indem er die Frage nach den letzten Dingen, nach der Wahrheit also,
im Medium der Kunst zitiert und realisiert, wird die Frage selbst
als Wahrheit, als Entbergung des Verborgenen,Heidegger, evident;
jedoch nur als Kunst. In der Ausstellung werden ca. 60 Gemälde,
Computergrafiken, sowie drei Skulpturen gezeigt. Zur Ausstellung
erscheint eine signierte Kassette mit allen Bildern und den
Original-Grafiken. 05 w.p
*************** |