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kulturpunkt
<<sammlung
am kulturpunkt>>

Birnesser oder die
Individuelle Mythologie*
Die lebensbegleitende Suche
nach transzendenter Schönheit und Glaubensvielfalt bewegt das
Wesen von Bernd Birnesser
...
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Individuelle_Mythologie
Als Individuelle Mythologie wird seit den siebziger Jahren
des zwanzigsten Jahrhunderts eine
moderne Kunstrichtung bezeichnet, in der
Künstler Räume schaffen, innerhalb derer sie persönliche
Gegenstände und Erinnerungsstücke zeichenhaft und
symbolträchtig anordnen, die für sie wichtig sind und ihre
individuelle
Weltsicht verdeutlichen.
Der Begriff wurde von
Harald Szeemann 1972 im Zusammenhang mit der
documenta 5 geprägt, um Künstler und Künstlerinnen zu
kennzeichnen, die ihre künstlerischen Kräfte aus einem Rückzug ins
Private und Subjektive unter gleichzeitiger Bezugnahme auf
Mythologisches entwickelten. Bezüge zur
Archäologie und
Ethnologie kommen ebenfalls vor, werden jedoch
künstlerisch-subjektiv umgedeutet und interpretiert. Auch eine
Tendenz zum Sammeln von Gegenständen ist für diese Kunstrichtung
bezeichnend, doch sind diese Aktivitäten nicht deckungsgleich mit
denen von ähnlichen Kunstrichtungen wie der
Spurensicherung.
Dem Künstler werden bei der Gestaltung eines Ausstellungsraumes
größtmögliche Freiheiten zugestanden, um die
Kreativität nicht einzuschränken. Meist kommt es zu
großflächigen, ganze Räume ausfüllenden Installationen, die an
Environments erinnern und üblicherweise den Charakter einer
Kultstätte annehmen. Nach Harald Szeemann führt der dem Künstler
gewährte Freiraum "zu einer wohltuenden Relativierung des
Kunstbegriffs ..., weil er den Begriff des Spinners und Spinnertums
wieder einführt." Die Zeichen, Signale und Symbole, die diese
"Spinner und Denker" setzen, "und die Intensität mit der sie sie
erfüllen, ergeben für uns die Dichte der von ihnen gemeinten Welt."
Und der Ausstellungsfachmann betont: "ohne Obsession gibt es keine
Individuelle Mythologie."
Die Beurteilung der Individuellen Mythologie ergibt sich aus dem
Zusammenhang, aus dem heraus der individuelle Weltenschaffer
agiert, und aus seiner persönlichen Künstler-Biographie.
Zu den Künstlern, die sich - zumindest zeitweise - der
Individuellen Mythologie verschrieben haben, gehören unter anderen
Armand Schulthess,
Jürgen Brodwolf,
Michael Buthe,
James Lee Byars, der Musiker
La Monte Young,
Étienne Martin,
Panamarenko,
Paul Thek,
Marian Zazeela, oder
Horst Gläsker.
Einzelnachweise
- ↑ Harald Szeemann:
Vision eines Museums der Obsessionen. In: Horst Kurnitzky (Hrsg.):
Notizbuch 3: Kunst, Gesellschaft, Museum. Berlin 1980, 80-81.
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