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gs-badian
<<sammlung am kulturpunkt>>
Badian -sammlung am kulturpunkt
Vilma Badian, Malerei
1 Fazit
Badian oder Das Figurative:
Das Sichtbare vergeistigen, vor dem Hintergrund von Macht, Gewalt
und aufgezwungener Entfremdung

Textquellen
BRIEFWECHSEL ZU VILMA BADIAN,
posthum Sehr geehrter Herr Pitschko!
1. Danke für Ihr weiterführendes Interesse zur Sammlung. Klar,
können Sie die Sammlung, die in Mappenform gelagert ist,
besichtigen. Ab 14.- 30.September ist ein grosser Teil der Sammlung
in Zürich, ZPMO-Galerie (nahe vom Grossmünster und dem Kunsthaus
gelegen), Kirchgasse 38. Ansonsten können wir einen Termin davor
oder danach in Zürich oder in Schliengen (D) 30km von Basel
entfernt, befindet sich der restliche Teil der Sammlung). Wenn eine
Ausstellung/Auktion in Kärnten möglich ist, dann käme ich sowieso zu
Ihnen, mit einer Auswahl der Sammlung, um die Modalitäten zu
besprechen.
2. Informationen über die Künstlerin Wilma Badian bzw. Fuhn:
Verwunderung I Es war Sommer 1958 als ich Ihr erstmals begegnet bin.
Beide waren wir beim Aufbau einer Ausstellungsgestaltung
"Schöpferische Freizeit", veranstaltet vom ÖGB, tätig. Wir waren
beide geistig Verwundete (durch Kriegs- und Folgezeit) und
Verwunderte (Kreative) zugleich, was wir sofort begriffen haben und
uns einige Zeit einte. Vilma Badian studierte an der Akademie in
Bukarest. Der französische Einfluss des Impressionismus auf die
Rumänische Schule ist unverkennbar. Auch Badian hat immer diesen
geospezifischen Spätimpressionismus gekonnt und gepflegt
vorgetragen, soweit ich es in den 2 Jahren unserer Freundschaft
erlebte. Dieser Stil brachte ihr aber einen ständigen Ärger mit der
stalinistischen Auffassung vom Soz-Realismus (Gorki+Stalin,1934)der
sich in den 50-iger Jahren in den Sattelitenstaaten rigide
ausbreitete.
Verwundung I
Das ging soweit, dass Vilma Badian in ihrer privaten Wohnung, eines
Nachts aufwachte, und Staatsbeamte mit einer Stablampe ihr in
Gesicht leuchteten, und von ihr verlangten, dass sie diesen ihre
Arbeiten zeigen sollte. Staatstreue als Staatsterror. Das geschah
sicher auch deshalb, weil sie offiziell zwar berechtigt aber
zugleich aus totalitär-staatlicher Sicht verdächtig, die Ausreise
nach Israel und nach Österreich gleichermassen beantragt hatte.
Verwundung II
Tatsächlich durfte sie dann doch nach Israel auswandern. Sie kam in
Israel bei und durch ihre Verwandten unter die Räder der rigiden
Psychiatrie. Diese Verwandten liessen sie ,weil sie immer ein sehr
empfindsamer, seismografischer Mensch war, nicht nur im Stich,
sondern sorgten dafür, dass sie in einer geschlossenen Anstalt
untergebracht wurde und sie sich so ihrer entledigen konnte.
Verwunderung II
In dieser Anstalt erlebte sie weitere Verletzungen (Elektroschocks)
- bis zu jenem Tag - als sie vom Leiter der Anstalt mitgeteilt
bekam, dass sie die Anstalt verlassen könne, in Richtung Österreich,
da sie eine österreichische Staatsbürgerschaft beantragt hatte, die
nun genehmigt war. Dank eines österreichischen Botschafter wurde ihr
die Reise nach Österreich bezahlt und sie durfte so einreisen, wo
wir uns kurz danach kennen lernten
Verwundung III Vilma Badian wurde dann krebskrank, es wurde ihr eine
Brust weg operiert Verwundung IV Auch unsere persönliche Beziehung
gestaltete sich äusserst spannungsgeladen und so musste jeder seinen
eigenen Weg gehen, was ihr danach sichtlich schwerer fiel als mir,
der ich auf dem steinigen Weg des Werk-Studenten (Zweiter
Bildungsweg, Nebenarbeit - nachts und frühmorgens und tagsüber
Studium an der Akademie) zum Mag.arch. gelangte. Schon damals
verloren, verwischten sich dann unsere gemeinsamen Lebensspuren.
Bezüglich der Vermarktung Ihrer Sammlung in Österreich habe ich
bereits einige Vorgespräche geführt. Über Details werde ich Sie
rechtzeitig informieren
Verwunderung IV
Die posthume Wiederkehr der Begegnung mit Vilma Badian, durch Sie
Herr Pitschko Mit lieben Grüßen!
Marga+Walter Prankl , 1999
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