<<Von hoch-fahrender Grösse zu erd-fältiger Stille>>
W+B Agentur-Presseaussendung: A, D, CH, Juli 2001
<<Joachim Bandau: Gegenüberstellung. Ausgewählte Werkgruppen
aus den Jahren 1968-2000 >>
Hrsg. und Beiträge von Wolfgang Becker / Ferdinand Ullrich;
Beate Florenz. Deutsch und Englisch
Wienand Verlag,
Köln; 2001; EUR 34,00; DEM 66,50; 160 S.; 73 farbige und 35 s/w
Abbildungen; Format 24 x 32 cm; Klappenbroschur.
Joachim Bandau, 65, Kölner, wird in überzeugender BandauEr-Breite
und -Tiefe seines skulpturalen Schaffens von zwei mustergültigen
Kunstvermittlern, ersten Ranges dokumentiert. Vor allem Dr. Wolfgang
Becker, ein überzeugender Interpret der Kunstavantgarde, seit über
30 Jahren , vor allem der Sammlung Ludwig, derzeit Direktor des
Forum für Internationale Kunst in Aachen. Ferdinand Ullrich,
Direktor der Museen der Stadt Recklinghausen steht da in nichts
nach, indem sie beide die Entwicklungslinien dieses hervorragenden
Skulpteurs adäquat aus- und darzustellen und in der Lage sind, auch
dank der Sponsoren und privaten Sammler. Was gerade heute nicht
selbstverständlich ist. Bandau versteht auch in der diskursiven
Begegnung, ähnlich wie Beuys, seine zutiefst be-rührende
Menschlichkeit zu äussern (auch lt. OPTISCHE PROTOKOLLE durch den
Rezensenten an der DOK Kassel´77 sichtbar >www.kultur-punkt.ch<).
Beide, Becker wie Ullrich stellen dabei fest, "dass Bandaus Werke
immer auch eine politische Dimension behaupten". Das betrifft nicht
nur die Ausdehnung seiner Grossfiguren in Richtung Architektur als
auch zur direkten Kommunikation, die zum Disput bewegen (teilweise
rollbare Skulpturen) und auch zur Konfrontation anregen.
Beckers gliedert seine Beobachtungen in Ensembles von schwebenden
Skulpturen, die bereits erwähnten "auf Rädern", Totems sowie neue
Bodenskulpturen und zugehörige "Schwarz-Aquarelle", die auf 100 x
150 cm grosse Papierbogen präsentiert werden.
Bandau wirft mit seinen Figuren - in Stahl, Keramik und Kunststoff -
die Grundfragen auf, die auch Henry Moore oder den frühen Walter
Pichler, auf ganz andere Weise bewegten, die, nach verlassener oder
scheinbarer Geborgenheit (Beckett. Happy Days, Ernst Bloch, Prinzip
Hoffnung) oder "naht ihr mir wieder - wankende ("bunkernde")
Gestalten"?
Diese Werkausgabe zu Joachim Bandau leistet und leitet einen
unverzichtbaren Diskurs, den wir dank seiner Vorarbeit effizient
weiterführen und vertiefen können: Bandaus frägt uns mit seiner
Thematik, wie wir, bewegt ab-, um- und aufbrechen, aus unserer
trivialen Existenz, um zu einer persönlich durchgerungenen
Transzendenz gelangen können: Von hoch-fahrender Grösse zu
erd-fältiger Stille. |
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