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<<Umwelt-Design / UD
1970-1978 Ein vorrangig ästhetisches
Kulturmagazin in Österreich , das
zugleich als Falt-Plakat DIN A1-A4 wirkte>>
Inhalt
Der Umweltdesigner, Kultur-Publizist, Essayist, Design-,
Architektur-, Kunstpädagoge und Kunstverleger und PR-Experte Walter
Prankl schuf und formte in den Jahren 1968 in Etappen, ab 1970
regelmässig bis 1975 (tlw.-1978) die Zeitschrift Umwelt-Design.
UD ist einmalig als ästhetisches Umweltmagazin , das zugleich als
Falt-Plakat fungiert. In dieser Zeit entstanden Bildfolgen, die in
diesem Kontext bis heute nicht zu sehen waren.
Nicht nur inzwischen Prominente des Kulturbetriebs, welche heute den
Kunstmarkt bestimmen, auch Avantgardisten und Aussenseiter wurden
nebeneinander publiziert.
Als Format wählte Prankl s/w-Offset, DIN A1 zu A4 gefaltet oder
gerollt lieferbar. Den plakativen Charakter des Journal
unterstreicht zusätzlich das Verhältnis von Text und Bild. 3/4 der
Fläche besteht aus Bild.
Die Zeitschrift strebte primär eine zeitnahe Präsenz an, war immer
auch Zeitgefährtenschaft mit Kunst- und Kulturpersönlichkeiten. Das
Plakatformat wie der fotodokumentarische Charakter steigerten die
optisch-ästhetische Effizienz und liessen auf diese Weise eine
besonders freie, assoziierende Meinungsbildung für die Betrachter
wie Lesenden zu.
UD verstand sich als ästhetischer Berichterstatter, der aktuelle
Kulturfragen visualisierte. Teilweise fand eine Art Blütenlese im
Bereich der visuellen Künste, der Architektur, des Design statt.
Darüber hinaus vermittelten einige Ausgaben Tipps und Trends in der
Kulturszene inklusive Musik ( Ligeti, Kagel...).
UD publizierte sowohl regionale Kuns, berichtete darüber hinaus über
Kunstmärkte, Museen, Umweltphänomene, Architektur, Städtebau,
Industrie-, Grafikdesign als auch über benachteiligte Einzelne und
Gruppen im Abseits des Geschehens, der Gesellschaft.
Neben Walter Prankl dem Herausgeber und Publizist, war Peter Baum,
der kurz danach Leiter der Neuen Galerie in Linz / Oberösterreich
wurde, redaktioneller Mitherausgeber und steigerte so die Intensität
der Kunstinformation.
Prankl sieht in der inzwischen allseits bekannten Umweltschutz-
Bewegung lediglich eine Defensivstrategie, wenn diese ohne
kulturell-ästhetische Mitnahme von Inhalten und Strategien
erfolgreich bewältigt werden soll - bis heute unerfüllt und gültig.
Umwelt-Design ist daher aktuell ein bedeutendes Dokument, ein
Vorreiter-Werkzeuge im kulturellen deutschsprachigen Bereich und
behält somit seine Aussagekraft. Dagma Dengg, München 1986. |