Online-Publikation: August 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Dezallier d'Argenville: Shells . Meisterwerke aus dem Meer .
Autorenteam: Carpita, Veronica / Willmann, Prof. Dr. Rainer /
Willmann, Sophia >>
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Hardcover, 25.1 x 34.2 cm, 216 Seiten ; € 29.99
Taschen Verlag, Köln, 2009;
www.taschen.com
Inhalt
Antoine-Joseph Dezallier d'Argenville (1680–1765) zählt zu den
faszinierendsten Persönlichkeiten unter Frankreichs Gelehrten und
Sammlern des 18. Jhs. Seine Leidenschaft galt den Muscheln und ihr
verdanken wir eines der spektakulärsten Bücher, die diesem Motiv je
gewidmet wurden. Sein La Conchyliologie ou Histoire Naturelle des
Coquilles de Mer, d'Eau Douce, Terrestres et Fossiles, das 1780 in
Paris nach seinem Tod erschien, enthielt die Summe des damaligen
Wissens auf dem Gebiet der Conchyliologie und war so beliebt, dass
das Studium der Naturgeschichte in Paris zu einer Modeerscheinung
wurde.
Seit der Antike galten Muscheln stets als "Wunderwerke der Natur".
Cicero vertrat die Ansicht, von diesen Meerestieren gehe eine
"Erholung für das Auge und den Geist" aus. In seinem Werk De Oratore
pries er am Beispiel von zwei Freunden, die ihre Freizeit mit
gemeinsamem Muschelsuchen verbrachten, die Werte der Muße und der
Freundschaft. Der Schönheit der Muscheln wurde nicht nur das
Vermögen zugeschrieben, den Geist anzuregen und die Sinne zu
zerstreuen, sondern auch, den Geschmack der Künstler auszubilden und
ihre Phantasie anzuregen. Die Formenvielfalt und der Farbenreichtum
der Muscheln hatte seit je zur Herstellung kunstvoller Gegenstände
angeregt. Muschelmotive sind in der Malerei wie in der
Goldschmiedekunst zu finden, in der Baukunst wie im Stoffdruck, in
der Bildhauerei wie in der Innenarchitektur, auf Waffen wie auf der
Bühne. TASCHENs vollständiger Nachdruck dieser prächtigen,
handkolorierten Kupferstiche, die sich durch ihre lebhaften Farben
und die große Zahl seltener, wunderschöner Arten auszeichnen,
entstand nach einem der besten Exemplare des Originals.
Das Exemplar befindet sich im Besitz von Claire Cernoia, der
Vorsitzenden von Vasari Rare Books & Prints, vasaribooks.com.
Über die Autoren:
Veronica Carpita
hat Kunstgeschichte an der Universität von Pisa und der Scuola
Normale Superiore di Pisa studiert. Im Zentrum ihrer zahlreichen
Publikationen stehen die großen antiquarischen und
naturwissenschaftlichen Sammlungen der Frühen Neuzeit, etwa das
Museo Cartaceo von Cassiano dal Pozzo, das berühmte Kabinett
Nicolas-Claude Fabri de Peiresc’s sowie das erste systematische Werk
der Muschelkunde von Agostino Scilla, La vana speculazione
disingannata dal senso, Neapel 1670.
Sophia Willmann
studierte Biologie. Den Schwerpunkt ihrer Interessen bilden die
marinen Organismen und ihr Verhalten. 2007 hat sie an den
Untersuchungen über Wale am Port Elizabeth Museum in Port Elizabeth,
Südafrika, mitgearbeitet. Sie ist auch Autorin von biologischen
Kinderbüchern.
Rainer Willmann
ist Professor für Zoologie an der Universität Göttingen und Direktor
des dortigen Zoologischen Museums. Seine wissenschaftlichen
Hauptinteressen liegen in den Bereichen Stammesgeschichtsforschung
und Evolution sowie in der Biodiversitätsforschung und ihrer
Geschichte. Er ist Mitbegründer des Forschungszentrums für
Biodiversitätsforschung und Ökologie an der Universität Göttingen.
Fazit
Das Meeresinnere und ihre mit Kalk-Manteln
bekleidete Lebewesen hat der Gelehrte und Sammler des 18. Jhs.
Dezallier d'Argenville in seinem Buch " Shells . Meisterwerke aus
dem Meer" geschaffen und wurde von Veronica Carpita und Sophia
Willmann neu bei Taschen und in bester
Manier herausgegeben. Das Buch "Shells" ist ein
in gleicher
weise wie das primäre
Werk selbst zum bibliophilen Erlebnis geworden. 09-8 w.p. |
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