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Online-Publikation: August 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Michel Nedjar: animo.! . Einleitung von Johann Feilacher, Hrsg
. Mit Beiträgen von Sylvia Kummer und Markus Landert>>
S. 290 Abb. in Farbe., Geb.; ISBN: 978-3-211-78710-6; EUR 29,95
Springer-Verlag - Wien 2008;
http://www.springer.at;
Über dieses Buch
Dokumentiert die Bedeutung des Künstlers für die Art Brut und die
Kunst der Gegenwart
Über 300 hochwertige farbige Abbildungen präsentieren das
künstlerische Werk
Ausstellung „Michel Nedjar": Museum Gugging, 30.5.2008 bis
18.1.2009, im Kunstmuseum des Kantons Thurgau, Frühjahr 2009
Michel Nedjar, 1947 geboren, zählt unumstritten zu den bedeutendsten
lebenden Künstlern des französischen Art Brut, dessen vielfältiges
Werk erstmals umfassend präsentiert wird. Puppen, die ihn auf Reisen
nach Mexiko und Guatemala faszinierten und seine erste Begegnung mit
Hoher Magie, Handwerkskunst, Barock und Tod darstellten,
inspirierten ihn zu den ersten aus Abfallmaterial gefertigten
Fetisch-Figuren. Später folgten die Zeichnungen, rasch gearbeitet,
ohne Ausbesserungen, ohne Reuestriche.
Nedjar’s materielle Interventionen und formelle Variationen sind
endlos und polyvalent, seine Ikonen jedoch konstant; sie bestehen
aus einer Reihe von Figuren, die auf endlose Weise wiederholt
werden: Gesichter und Masken, menschliche Körper, Mumien,
Stockfiguren und Silhouetten, bestimmte Tiere und Vögel.
Das Buch würdigt nicht nur das Schaffen des Künstlers und seine
Bedeutung für Art Brut, sondern auch für die Kunst der Gegenwart.
Über 300 farbige Abbildungen dokumentieren ausführlich das
künstlerische Werk und geben Einblick in alle Schaffensperioden. In
einem Interview mit Sylvia Kummer bezieht Michel Nedjar zu allen
wesentlichen Punkten seines Lebens und Schaffens Stellung.
Geschrieben für: Kunstinteressierte, Künstler, Kunststudenten,
Kuratoren, Sammler, Kunstkritiker, Museen, Galerien und zu den
Themenbereichen: Art , Art Brut, Kunst.
Über diesen Künstler
Michel Nedjar. Geboren 1947 in Soisy bei Paris. Mit vierzehn Jahren
verließ er die Schule, machte eine Schneiderlehre und besuchte eine
Schule für Modedesign. Ausgedehnte Reisen durch Asien und Afrika
folgten. 1975 entstanden aus alten Stoffen und gefundenen
Materialien erste Puppen. 1979 wurde er von Jean Dubuffet entdeckt,
der Arbeiten für die Collection de L’Art Brut erwarb. Hauptmotive
seiner malerischen Arbeiten sind Menschen, Masken und Tiere, die
einen ursprünglichen, primitivistischen Charakter haben.
Zum Autorenteam
Johann Feilacher: Einleitung;
studierte Medizin in Graz. Seit 1986 Leiter des Hauses der Künstler
in Gugging und seit 2006 Direktor des Museums Gugging. Feilacher's
eigenen bildhauerischen Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen im
In- und Ausland gezeigt.
Sylvia Kummer und Markus Landert: Beiträge zu Nedjar.
Fazit
In der Erst-Begegnung des Buches von Michel Nedjar " animo.! "
befinden wir uns direkt in das Höhlengleichnis von Platon versetzt (
Der Staat, 509a-517a und http://www.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs%2Drunden/
) -In die unterste Ebene der Schattenwelt ( wo Behinderung,
Gefangen-, Gefesselt- und Geknebelt-Sein herrschen. Nicht ohne Grund
nennt Direktor Feilacher des Museums Gugging Nedjar's Werkraum
"Atelierhöhle". Alle Bezeichnungen die in den Beiträgen erwähnt
werden, treffen tief in das Abgründige, Traumatische des Menschen in
seine Angst-Räume, werden sichtbar gestaltet mit den immunsierenden
(Sloterdijk*), einübenden Placebo-Gestaltungen mithilfe von Woodoo,
Fetisch und im Stil von Art Brut. Es ist ein Schreckens-Vermächtnis,
jedoch mit Impetus und innerster Wahrhaftigkeit vorgestellt .
*)
http://www.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/pa-06-3hoehlengleichnis-sloterdijk.htm;
Weitere Hinweise zu Art Brut:
http://www.kultur-punkt.ch/buchtipps-allgemein/wienand2-01.htm;
http://www.kultur-punkt.ch/buchtipps-allgemein/birkhauser08-4changingfaces.htm;
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/architektur/residenz08-4brus-amor-amok.htm;
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