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W+B Agentur-Presseaussendung
Februar 2008
Buchbesprechung
<< Mariantonia Reinhard-Felice (Hrsg.) : Sammlung Oskar Reinhart
- " Am Römerholz" Winterthur, Gesamtkatalog >>
Im Auftrag des Bundesamts für Kultur und in Zusammenarbeit mit dem
Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich
712 Seiten mit 237 Farbabbildungen und 251 s/w-Abbildungen.
Leinen. ISBN 978-3-7965-1952-9; Fr. 140.- / EUR 98.-
Schwabe AG, CH-4010 Basel 2003,
http://www.schwabe.ch; sor@bak.admin.ch;
www.kultur-schweiz.admin.ch;
Inhalt
Sammlung Oskar Reinhart 'Am Römerholz', Winterthur
Der in Winterthur geborene Kaufmann Oskar Reinhart (1885-1965) zog
sich im Alter von vierzig Jahren aus dem Familienunternehmen
Gebrüder Volkart zurück, um sich ganz dem Sammeln zu widmen.
Er wählte die 1915 von Maurice Turrettini errichtete Villa «Am
Römerholz» in Winterthur als Wohnsitz. Die Werke der Künstler aus
dem deutschsprachigen Raum überliess er der Stadt Winterthur; sie
sind seit 1951 im Museum Oskar Reinhart zu sehen. Der im Römerholz
verbliebene Sammlungsbestand ging aufgrund einer testamentarischen
Verfügung nach seinem Tod in den Besitz der Schweizerischen
Eidgenossenschaft über. Seit 1970 steht die Sammlung Oskar Reinhart
«Am Römerholz» dem Publikum offen. Sie umfasst 209 Werke, zumeist
Gemälde, aber auch Zeichnungen und Skulpturen der Europäischen Kunst
von der Spätgotik bis zur Schwelle der klassischen Moderne.
Eine Auswahl an hervorragenden Werken der alten Meister (Hans
Holbein d. J., Grünewald, Lukas Cranach d.Ä., Bassano, Rubens,
Poussin, El Greco, Chardin, Goya u. a.) verbindet sich mit
bedeutenden Arbeiten der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts,
die den Schwerpunkt der Sammlung bildet (David, Ingres, Géricault,
Delacroix, Corot, Daumier, Courbet, Sisley, Pissarro, Manet, Monet,
Renoir, Cézanne, van Gogh u. a.).
1975 erschien der erste, von Rudolf Koella verfasste
wissenschaftliche Katalog der Sammlung. Die Veröffentlichung des
neuen Bestandskatalogs ersetzt diese längst vergriffene Publikation
und ergänzt den damaligen Forschungsstand um neuste Erkenntnisse.
Die 209 Beiträge zu den einzelnen Werken - bei interessanten
Forschungsergebnissen von grösserem Umfang und mit
Vergleichsabbildungen versehen - wurden von Expertinnen und Experten
verfasst.
Die neuen wissenschaftlichen Untersuchungen erbrachten, wie dies
nicht anders zu erwarten war, einige Abschreibungen und neue
Zuschreibungen an weniger wichtige Meister. Zum Beispiel das Bildnis
eines Mannes (José Pío de Molina?) (Katalognummer 16), das Francisco
de Goya zugeschrieben worden war und sich jetzt als Werk eines
Nachahmers erwiesen hat.
Der Katalog wird der Sammlung insgesamt gerecht, die abgeschriebenen
und neu bestimmten Werke werden nicht etwa ausgegrenzt, sondern
behalten in der Darstellung ihren angestammten Platz. Eine
ausführliche Sammlungsgeschichte, die dem Katalog vorangestellt ist,
erläutert den Kunstgeschmack Oskar Reinharts, der diesen Ankäufen
zugrunde lag, und reflektiert die Bedeutung, die der Sammler auch
den heute neu bewerteten Werken beigemessen hatte.
Fazit
Die Herausgeberin Mariantonia Reinhard-Felice hat mit dem
Katalogbuch " Sammlung Oskar Reinhart - " Am Römerholz" Winterthur"
eine anschauliche und umfassende Darstellung des Sammlungsbestandes
geschaffen.
Das umfassende Gesamtverzeichnis ist für alle Interessierten,
Kunstexperten, Kenner und Fans von Malerei und Plastik von
Wichtigkeit und lädt ein die Sammlung in Winterthur vor Ort zu
besuchen.
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