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W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2008
Buchbesprechung
<< Böhme, Hartmut : Fetischismus und Kultur - Eine andere Theorie
der Moderne >>
Originalausgabe, 576 S., € 16,90 / sFr 29,90
rororo - Reinbek, Berlin 2006;
www.rowohlt.de
Inhalt
Rekonstruiert werden die mentalen, wissenschaftshistorischen und
künstlerischen Prozesse, durch welche der Fetischismus zur zentralen
Kategorie der Selbstbeschreibung europäischer Kultur wurde. So
demonstriert Marx, dass ohne den Waren-Fetischismus keine politische
Ökonomie zu machen ist. In der Psychoanalyse wird der Fetischismus
zu einem zentralen Konzept zur Bestimmung des modernen Subjekts. Es
folgen die politischen Kult- und Fetischformen des Stalinismus und
Faschismus, schließlich die popularen Kultformen der Gegenwart
Fazit
Böhme, Hartmut zeichnet ein sozial-psychologisches Panorama, fein
verästelt und umfassend - in seinem Buch "Fetischismus und Kultur -
Eine andere Theorie der Moderne". Wir werden in die Welt der Dinge
eingeführt, ihre Ordnung und ihr Verschwinden. Fetischismus und
Animismus als Bildkult in Religion und Ethnographie mit Rausch,
Verbote, Kritik, Aburteilung werden präzise definiert. Schliesslich
kommt Böhme auf die Moderne und ihre Magie zu sprechen, von den
Wallfahrten bis zu den Nagelfetischen, die in die politische
Selbstvergötterung / Idiolatrie mündet. Dabei wird der Fetischismus
der Waren, der Sexualität und der Psychoanalyse ausführlich
dokumentiert. Im Ausblick kommen die Betrachtungen von Böhme zum
Schluss, dass Analyse und Kritik des Fetischismus zusammengehören,
da er ein Kulturmechanismus als Projekt/ion erscheint und deshalb
die Kulturanalyse geradezu herausfordert. |