|
Online-Publikation: Februar 2009 im Internet-Journal
<<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Margit Weinberg Staber: Kunst Stoffe . Mit einem Vorwort von
Dorothea Strauss >>
Texte seit 1960, hrsg. von Dorothea Strauss und Margit Weinberg
Staber.
Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst, Haus Konstruktiv,
Zürich.
Gestaltet von Markus Bosshard/Weiersmüller Bosshard Grüninger WBG.
Ca. 320 Seiten, mit zahlreichen s/w Abb., Hardcover, Format 22,5 x
16 cm, ISBN 978-3-907496-57-2, CHF 49.–/€ 31.–
OFFIZIN Zürich Verlag 2008;
www.offizin.ch;
www.buchstaempfli.com
Inhalt
Eine neue Publikation in der kunstgeschichtlichen Theoriereihe des
Museums Haus Konstruktiv in Zürich.
Kunst in der kunstgeschichtlichen Theoriereihe des Museums Haus
Konstruktiv in Zürich.
Kunst. Aus den Bereichen Kunst, Architektur und Gestaltung hat die
in Fachkreisen hochgeschätzte und bekannte Autorin und Kuratorin
Margit Weinberg Staber aus fast 40 Jahren Texte zusammengestellt,
die sie für die Tagespresse, namhafte Kunstzeitschriften, Kataloge
und Bücher verfasste, darunter auch ausgewählte Referate. Ein ganzer
kunst- und kulturhistorischer Kosmos eröffnet sich von Pablo Picasso
bis Marcel Duchamp, von Henri Matisse bis Max Bill oder Henry van de
Velde bis
Hans Charoun.
Autorin
Weinberg Staber beschäftigt sich bereits 1970 mit «Land Art unter
dem Gesichtspunkt des Kunstmarkts und der Kommunikation», schreibt
1972 über die legendäre documenta 5 und titelt 1994 provokativ
«Design… to kill». Alle Texte wurden von ihr aus heutiger Sicht noch
einmal kommentiert, was «Kunst Stoffe» nicht nur zu einem
einzigartigen Zeugnis einer sprachlich hoch versierten und
inhaltlich kritisch-präzisen Autorin macht, sondern auch zeigt, auf
welch spannende Weise sich ein Kunst- und Kulturverständnis
assoziativ zwischen Vergangenheit und Gegenwart vernetzen lässt.
Fazit
Im ersten Begegnung mit dem Titel "Kunst-Stoffe" sind wir in die
Welt der Duro- bis Plastomere getaumelt - der gelbe Lackdeckel -
verstärkt das noch und merken beinah zu spät, dass wir einen anderen
Zugang "Text-Stoffe" wählen können, um zur Welt des Geometrischen,
der Abstraktion, dem Konkreten oder der Konstruktiven Kunst zu
gelangen, wie das Jahrhundert diese Strömung wechselbalgartig sich
benennt und mit ihren Adepten vertieft verstörend bezeichnet hat.
Schliesslich haben die meisten von ihnen eine symbioseträchtige
Kulturlandschaft wie die deutschsprachige Schweiz als Adoptivheimat
gefunden, wobei auch die allemannisch-ästhetische
Empfindungsstruktur sich als durchaus wahlverwandt
herauskristallisierte: Sophie Taueber-Arp und Hans Arp selbst (heute
verkommt sein Werk durch Gier und Präpotenz der Erb-"Dämmerkraten"
am Bahnhof Rommerskirchen..), Max Bill und Adolf Lohse sind die
Protagonisten - hinter diesem vordergründig Unsichtbar-Figurativem
verbirgt sich ein durchaus tief gesellschaftsverstrickter Geist des
sozialen Demokratischen durch Zahl und Farb-Ornament glückhaft
verdeckt . Hat vielleicht ihr Vorgänger Malewitsch dank seiner suprematischten Methode seine Gesellschaftskritik als Lebendgut
verdeckt contra Stalin dahinvegetieren können? Und jene Beiden
- so sie in in
einer direktdemokratischen
Goldküstenland-Gesellschaft letztenendes
glanzvoll museal anwesend bleiben? Kunst, Stoffe sind
zwyspältig und
geben so die Frage staffetengemäss weiter an uns
zum Wiederfinden von Ordnung - hinter dem Sichtbaren
Konstrukt(ivismus). .... w.p.09-2 |