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Online-Publikation: September 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< migros museum für gegenwartskunst, zürich - Ausstellung:
Tadeusz Kantor, 30. August – 16. November 2008 >>
Kuratorin der Ausstellung: Heike Munder.
Limmatstrasse 270, 8005 Zürich, T. +41 44 277 20 50 F. +41 44 277 62
86:
www.migrosmuseum.ch
Das migros museum für gegenwartskunst ist eine Institution des
Migros-Kulturprozent. www.kulturprozent.ch
Mit freundlicher Unterstützung durch Centre for the Documentation of
the Art of Tadeusz Kantor CRICOTEKA, Krakau.
www.cricoteka.com.pl/en/
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der erstmals Eustachy
Kossakowskis Dokumentations-fotografien von Kantors Happenings
publiziert.
Öffentliche Führungen: Sonntag, 21. & 28. September, 12. & 26.
Oktober, 16. November, um 15 h, sowie Donnerstag, 11. September und
6. November, um 18.30 h.
Familienführung: Sonntag, 14. September, 13.30 h.
Workshops: für Schulklassen und für Lehrpersonen. Mehr Informationen
unter: kunstvermittlung@migrosmuseum.ch
Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr 12–18 h, Do 12–20 h, Sa/So 11–17 h. Der
Eintritt ins Museum ist Do von 17–20 h kostenlos.

Inhalt
Tadeusz Kantor (1915 geboren in Wielopole Skrzyńskie, gestorben 1990
in Krakau) ist einer der bedeutendsten polnischen Künstler des 20.
Jahrhunderts. Sein Schaffen umfasst neben den bildenden Künsten auch
die darstellenden Künste: Er gilt als wegweisender Theater-Reformer,
der sich an den Ideen der künstlerischen Avantgarde orientierte.
Kantor befasste sich mit einer Illusionsbrechung des klassischen
Theaters – sein Ziel war es, die vorherrschende distanzierte
Bühnensituation aufzubrechen und für das reale Leben zu öffnen.
Damit gehörte er zu denjenigen Künstlern des 20. Jahrhunderts, die
einen offenen, spartenübergreifenden Kunstbegriff proklamierten und
praktizierten. Mit seiner Wandertheatergruppe Cricot², die er Mitte
der 1950er Jahre gründete, wurde Kantor in den 1970er Jahren
weltberühmt.
Anstelle einer klassischen Retrospektive, gegliedert nach Perioden
und Gattungen, wird die Ausstellung im migros museum für
gegenwartskunst durch einen freieren inszenatorischen Charakter
geprägt, der versucht, Kantors Arbeiten als Gesamtkunstwerk
nachvollziehbar zu machen. Dieses ganzheitliche Konzept war für
Kantor zeitlebens gültig. Im Fokus der Ausstellung stehen die
Untersuchung des Performativen und die Vermischung von Theater und
bildender Kunst. Damit ist diese Ausstellung eine
inhaltlich-diskursive Fortführung der Auseinandersetzung mit der
derzeitigen Entwicklung von theatral-performativen Ansätzen in der
Gegenwartskunst, die bereits Thema mehrerer vorgängiger
Ausstellungsprojekte war. Erstmals in der Schweiz gibt das migros
museum für gegenwartskunst einen umfassenden Überblick über das
vielseitige Schaffen Kantors – von seinen Theaterinszenierungen und
Aktionen bis zu seinem malerischen und skulpturalen Werk. Insgesamt
sind über sechzig Werke zu sehen, entstanden ab Mitte der 1940er
Jahre bis zum Ende der 1980er Jahre.
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